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CSU-Chef Seehofer: Kein Betreuungsgeld für Hartz-IV-Empfänger

von Henning Krumrey und Cornelia Schmergal

CSU-Chef Horst Seehofer spricht sich dafür aus, das geplante Betreuungsgeld für Eltern mit Hartz-IV-Zahlungen zu verrechnen.

CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer Quelle: dapd
CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer Quelle: dapd

Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger würden damit nicht von der neuen Leistung profitieren. Im Interview mit dem Magazin WirtschaftsWoche sagte der bayerische Ministerpräsident: „Ich empfehle, das Betreuungsgeld auf die Hartz-Leistungen anzurechnen.“ Das sei notwendig, um das Lohnabstandsgebot zwischen Niedriglöhnen und Sozialleistungen zu wahren. „Wenn Sie verschiedene Leistungen des Staates – Elterngeld, Erziehungsgeld, Betreuungsgeld, Kindergeld, später Bafög – zusammenhanglos addieren, besteht die Gefahr, dass Arbeiten sich nicht mehr lohnt und sich manche in den Sozialleistungen einrichten. Würde das Betreuungsgeld ausgezahlt, würden „falsche Anreize“ gesetzt. Seehofer widerspricht damit anderen CSU-Politikern. Der Familienpolitiker Norbert Geis hatte sich dafür ausgesprochen, das Betreuungsgeld auch Hartz-IV-Empfängern auszuzahlen.
Die von den Frauen der Unions-Bundestagsfraktion vorgeschlagene Gutschein-Regelung anstelle einer Barauszahlung lehnt Seehofer ab. „Wofür sollen diese Kinder denn einen Gutschein erhalten? In der Schule geht das mit Nachhilfe, aber hier geht es um das zweite oder dritte Lebensjahr, also um die Grundfertigkeiten und die menschliche Bindung an die Eltern. Machen wir uns doch nicht lächerlich vor der Weltöffentlichkeit“, unterstreicht Seehofer.

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Rasch mit FDP über Mindestlohn verhandeln

Die Union will rasch mit dem Koalitionspartner FDP über die vom CDU-Parteitag in Leipzig beschlossene Neuregelung eines Mindestlohnes verhandeln. „Soweit liegen wir gar nicht auseinander", sagte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer der Wirtschaftswoche. „Wer vollbeschäftigt ist, muss im Regelfall von seiner Arbeit leben können. Wir werden mit unserem Koalitionspartner über den Mindestlohn verhandeln.“
Dabei hat sich die CSU dem Vorschlag der CDU angeschlossen, dass die Tarifparteien in einzurichtenden Kommissionen den neuen Mindestlohn aushandeln sollen. „Ich würde keiner Lösung zustimmen, wo die Politik einen Mindestlohn festlegt", sagte Seehofer dem Magazin. „Ich kenne uns Politiker. Das führt nur zu jährlichen Anpassungsdiskussionen.“

Der Vorsitzende der CDU-Sozialausschüsse, Karl-Josef Laumann, erwartet, dass die Entscheidung für den Mindestlohn „auf viele CDU-Waehler positiv wirken" werde. Allerdings, sagte Laumann der WirtschaftsWoche, werde die Lohnuntergrenze in der Praxis nur eine geringe Bedeutung haben: „Wo werden denn schon weniger als sieben Euro gezahlt?" Auch ohne den ausdrücklichen Bezug auf die Zeitarbeitsbranche, der im CDU-Parteitagsbeschluss nicht mehr enthalten ist, sei klar: „4,35 Euro Stundenlohn können nicht mehr kommen."

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.11.2011, 16:34 UhrAnonymer Benutzer: jogybaer

    Langsam wird es Zeit diese unsozialen geldgierigen Politiker abzuwählen.Ob CSU oder CDU und ihr gelbes Schwänzchen, ob Rosa oder Grün diese Leute haben mit ihrer Politik nur eines bewiesen, sie sind nicht politikfähig.Das einzige was sie mit ihrer bisherigen Politik erreicht haben,ist, das D vor einem finanziellen Scherbenhaufen steht.Ob Infrastruktur,Soziales, oder Verbraucherschutz alles liegt am Boden.
    Und als Neuestes sollen die Bürger die Großkonzerne mit den Stromkosten sponsern.
    Langsam wird es Zeit das Schild am Bundestagsgebäude zu verändern.
    "Alles zum Wohl der Wirtschaft und gegen den Bürger."
    Und zum Dank wählen die Bürger dann wieder die gleichen hochdotierten Nichtskönner und der ganze Zirkus geht weiter.
    Armes Deutschland

  • 22.11.2011, 01:56 UhrAnonymer Benutzer: opusdominus

    "Er ist so dämlich, den beißen nicht mal die Schweine" Dieser Spruch stammt ursprünglich aus Pommern und läßt sich auf Seehofer gut anwenden. Ein Hartz IV Empfänger, der Mutter oder Vater betreut, erspart den Sozialkassen monatlich Kosten von durchschnittlich 1500€.
    Diese Differenz ergibt sich schlicht zwischen häuslicher Betreuung und einem Pflegeheimplatz.

  • 21.11.2011, 08:41 UhrAnonymer Benutzer: h.renrew

    gebt euch keiner Hoffnung hin. H4 ist das Regulativ für die noch bestehenden Arbeitsplätze, an dessen Lohnschraube immer weiter nach unten gedreht wird, Leute werden systematisch verängstigt in H 4 abzusteigen wenn sie den Forderungen der Arbeitgeber nicht nachkommen. Mehr als 6 Millione Arbeistlose lassen sich mit einem Nasenring durch die Deutschlandarena führen, statt auf die Strasse zu gehen und dem Politpopel zu zeigen dass es auch andere Alternativen gibt. Wacht endlich auf nehmt euere Geschicke selbst in die Hände. Wie lange lasst ihr euch noch verarschen. Gründet eine eigene Partei, so wie es die Piraten auch gemacht haben. Leider sind diese auch nicht wählbar, weil sie schon jetzt dem Kapitalismus genaus so fröhnen wie alle anderen Parteien auch.

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