Cyberattacke auf den Bundestag: Geheimdienst von russischer Schuld überzeugt

Cyberattacke auf den Bundestag: Geheimdienst von russischer Schuld überzeugt

, aktualisiert 13. Mai 2016, 16:31 Uhr
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Hinter dem massiven Cyberangriff auf den Bundestag soll der russische Geheimdienst stecken.

Quelle:Handelsblatt Online

Russland soll hinter dem massiven Cyberangriff auf den Bundestag im letzten Jahr stecken. Das will der Bundesverfassungsschutz herausgefunden haben. Die Attacke sei Teil der Cyber-Kampagne „Sofacy“ gewesen.

BerlinFür den massiven Cyber-Angriff auf den Bundestag im vergangenen Jahr ist nach Einschätzung des Bundesverfassungsschutzes wohl der russische Staat verantwortlich. Das Parlament sei Opfer der Cyber-Kampagne „Sofacy“ geworden, die vermutlich vom russischen Nachrichtendienst gesteuert werde, erklärte der deutsche Inlandsgeheimdienst am Freitag.

„Der Cyberraum ist ein Ort hybrider Kriegführung“, warnte Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen. Regierung, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung in Deutschland seien dadurch ebenso wie die kritischen Infrastrukturen permanent bedroht. Die meisten Cyber-Attacken dienten der Spionage. „Inzwischen zeigen russische Nachrichtendienste aber auch die Bereitschaft zur Sabotage“, warnte Maaßen.

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„Sofacy“ ist nach Angaben des deutschen Geheimdienstes eine der derzeit wohl aktivsten und aggressivsten Cyber-Kampagnen der russischen Geheimdienste. „Der Bundesverfassungsschutz sieht hierin Anhaltspunkte für eine russische staatliche Steuerung und beobachtet sie bereits seit mehreren Jahren“, erklärte der Nachrichtendienst. „So war es uns auch möglich, den Deutschen Bundestag auf eine Kompromittierung seines Datennetzes durch 'Sofacy' hinzuweisen.“ Der Hackerangriff auf den Bundestag war im vergangenen Mai bekanntgeworden. Die Täter verschafften sich Zugang zum Computernetz des Parlaments und saugten über Wochen massenhaft Daten ab. Das Netz wurde daraufhin neu aufgesetzt.

Cyber-Attacken russischer Nachrichtendienste sind nach Angaben des Verfassungsschutzes sehr aufwendig gestaltet. Sie seien Teil mehrjähriger international ausgerichteter Operationen. Einige der Kampagnen ließen sich über eine Zeitspanne von sieben bis elf Jahren zurückverfolgen. Eine andere Kampagne namens „Sandworm“ diene der Cyber-Sabotage. Neben Regierungsstellen seien die Ziele auch Telekommunikationsunternehmen, Energieversorger sowie Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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