Das Ende des Embargos: Wie die deutsche Wirtschaft von Iran profitieren kann

GastbeitragDas Ende des Embargos: Wie die deutsche Wirtschaft von Iran profitieren kann

Bild vergrößern

Die deutsche Wirtschaft kann vom Ende des Embargos gegen Iran nur profitieren.

Viele Industrieanlagen in Iran tragen das Siegel „Made in Germany“. Die Startbedingungen für deutsche Firmen sind also ideal. Was die deutsche Wirtschaft nun wissen muss, um in Iran erfolgreich zu sein. Ein Gastbeitrag.

Die Golfregion erlebt derzeit auf politischer Ebene eine beispiellose Phase des Umbruchs. Iran, der lange Zeit als Bedrohung für Frieden und sicheren Zugang zu Ressourcen des Mittleren Ostens betrachtet wurde, beschreitet politisch neue Wege.

Sichtbar wird dieser Wandel insbesondere durch die neue iranische Außen- und Sicherheitspolitik. Diese hat sich von einem defensiven, konfrontativen Ansatz hin zu einem proaktiven und kooperativen Verstehen entwickelt.

Anzeige

Aktuell kommt es zu iranisch-westlichen Konsultationen im Rahmen der gemeinsamen Bekämpfung des Islamischen Staats im Irak und in Syrien. Dies war vor wenigen Jahren noch undenkbar. Genauso wenig wie die aktive Beteiligung Teherans an der langfristigen, gemeinsamen Entwicklung eines regionalen Konzepts zur Stabilisierung und Sicherheit in der Golfregion.

Zu den Autoren

  • Bernd Oliver Bühler

    Bernd Bühler studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Poitiers in Frankreich und ist Absolvent der französischen „Ecole de Guerre Economique“. Er ist Dozent an der Managementschule ESLSCA in Paris, Geschäftsführer der Janus Consulting GmbH und Spezialist für Schutz und Entwicklung unternehmerischer Aktivitäten in politisch sensiblen Ländern.

  • Michael Hellerforth

    Michael Hellerforth ist ein deutsch-französischer Rechtsanwalt und Unternehmensberater, der sich auf die internationale Projektanbahnung und -entwicklung spezialisiert hat. Er war lange Jahre tätig für internationale Organisationen mit den Schwerpunkten Zentralasien und Golfregion.

  • Claus Rämer

    Claus Rämer ist seit über 20 Jahren im Iran aktiv. Durch seine guten Verbindungen und seine Kenntnis der lokalen Gegebenheiten hat er in diesem Zeitraum mehrere Investitionsprojekte begleitet. Hierbei handelte es sich u.a. um großangelegte Infrastrukturprojekte in den Bereichen Energie, Transport und Verkehr.

Die eingeleiteten Veränderungen haben dazu geführt, dass Iran wieder als respektierter Partner auf die Bühne der internationalen Gemeinschaft zurückgekehrt ist. Dadurch werden Spannungen reduziert, was sich positiv auf die Stabilität in der Region auswirkt. Eine Regierung hat augenscheinlich Schwierigkeiten, an den Neuanfang der Beziehungen zu glauben. Das ist einerseits nachvollziehbar, da man auf beiden Seiten jahrzehntelang auf Konfrontation eingestellt war, andererseits dürfen die Verwerfungen in der Vergangenheit eine friedliche Zukunft nicht verhindern.

Die Entwicklungen Irans sind nicht abgeschlossen

Diese Entwicklung zeichnete sich bereits seit mehreren Jahren ab. Die iranische Gesellschaft hat ein reiches, kulturelles Erbe und ist gleichzeitig eine der ältesten Zivilisationen auf diesem Planeten. Die iranische Nation hat daher ihre eigenen Traditionen, Bedürfnisse und Wünsche, die weit über das Bild hinausgehen, das die islamische Revolution vermittelt hat.

Der Prozess, der die iranische Gesellschaft aktuell verändert, ist bei weitem noch nicht abgeschlossen. Hinzu kommt, dass er einerseits nicht gradlinig war und andererseits eben nicht in den selben Bahnen verläuft, wie wir das in Europa erwarten würden. Die aktuellen Entwicklungen sind dynamisch. In ihrer Konsequenz werden sie selbst von den treibenden Kräften, insbesondere der jungen Generation, nicht vollständig überblickt.

Bei einer solchen Gemengelage bleiben Rückschläge nicht aus. Der Wandel wird weitergehen und sich weiter beschleunigen. Es wird wohl noch ein bis zwei Generationen brauchen, bevor das definitive Ergebnis feststeht, und die gesellschaftlichen Strukturen zu einem neuen internen und externen Gleichgewicht gefunden haben.

Teheran zwischen Tradition und Moderne

Ein erfreuliches Ergebnis dieses Wandels ist die Rückkehr Teherans in die internationale Gemeinschaft. Iran nimmt gerade wieder seinen angestammten Platz unter den Nationen ein. Er schlägt dabei einen Weg ein, der einerseits modern und andererseits respektvoll gegenüber seinen eigenen Wurzeln ist.

Banken treten auf die Bremse Die Gefahren des Iran-Geschäfts

Mit dem Ende der EU-Sanktionen hoffen deutsche Unternehmen auf gute Geschäfte im Wachstumsmarkt Iran. Die wird es aber vorerst kaum geben. Die Banken halten sich mit Krediten zurück, weil sie hohe Risiken sehen.

Nach der Aufhebung der Sanktionen: Iraner wollen die Wirtschaft wieder zu internationaler Wettbewerbsfähigkeit führen. Quelle: dpa/Picture-Alliance

Das Land am Golf ist hervorragend vorbereitet. Es verfügt beispielsweise über ein ausgezeichnetes Bildungssystem mit erstklassigen Schulen und Universitäten. Iran entsendet zudem seit vielen Jahren Studenten an ausländische Hochschulen. Wegen seiner hohen Kompetenz und der Qualität seiner Absolventen gilt das Schulsystem bereits heute als Vorreiter in der Region. Im Ergebnis steht daher eine ganze Generation von hervorragend ausgebildeten, motivierten und weltoffenen Fachkräften bereit, die kommenden Herausforderungen zu bewältigen.

Für den iranischen Staat und die iranische Wirtschaft war es schon seit langem keine Frage mehr, „ob“ das Embargo fallen wird, sondern nur noch „wie schnell“. Für das Ende hat der iranische Staat in diesem Zusammenhang Finanzreserven und Investments im Wert von mehreren hundert Milliarden US-Dollar bereitgestellt. Geplant ist deren Verwendung als Direktinvestitionen in strategische Projekte oder als Sicherheit für ausländische Investitionen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%