Doch der positive Effekt geht über das operative Geschäft hinaus: Je später der Abend, desto schwieriger die Themen – auch allgemeine Kritik an der Wirtschaftspolitik der Großen Koalition kommt dann zur Sprache. Vielleicht ist das zugleich Steinmeiers Problem, denn er nimmt die Anliegen der Wirtschaft ernst. Er versteht sich immer auch als Außenwirtschaftsminister, besuchte beispielsweise in Jakarta das ASEAN-Hauptquartier, um Fragen des Welthandels zu diskutieren und wie die Stellung Deutschlands und der EU in Südostasien gegenüber USA, China und Japan zu verbessern ist.
Warum kann das zum Problem werden? Weil Steinmeier weiß, wo den Unternehmen in Deutschland der Schuh drückt und in welch schwieriger Wettbewerbssituation sich deutsche Firmen in der Globalisierung behaupten müssen. Solche Einsichten jenseits des nationalen Tellerrands sind allerdings für sozialdemokratische Strategiedebatten eher hinderlich: Bedeutet das doch den Einbruch der Wirklichkeit in die schöne Umverteilungstheorie der SPD.
Hier wiederum beginnt das Dilemma von Steinmeiers doppelter Mission: Als Außenminister ist er Pragmatiker durch und durch – als stellvertretender SPD-Vorsitzender hingegen ist er auch für das Reich der Träume zuständig. Und Träume sind offenkundig nicht die Sache des Frank-Walter Steinmeier.













