Das kleine Asien-Tagebuch, Teil 2: Unterwegs in doppelter Mission

Das kleine Asien-Tagebuch, Teil 2: Unterwegs in doppelter Mission

Wann kann man als Unternehmer schon mal einen ganzen Abend ungezwungen mit dem Außenminister verbringen und gemeinsam ein Bier trinken? In Berlin nahezu undenkbar. Auf Reisen mit Frank Walter Steinmeier aber schon.

Deshalb sind Wirtschaftsdelegationen bei Minister- oder Kanzlertrips eigentlich ein „Muss“ für Unternehmensvertreter. Gemeinhin bevorzugen die Firmen ja die offiziellen Kanäle klassischer Lobbyarbeit in der deutschen Hauptstadt. Dabei sind solche politische Klassenfahrten viel besser geeignet. Sicherlich haben zu Hause die Bosse der Top 10 unter den Dax-Unternehmen ein direktes Vorsprache-Recht bei Steinmeier. Doch schon unterhalb dieser Auswahl wird es eng, sind Unternehmen auf den Behörden-Weg angewiesen – und man weiß nie, was dann noch nach oben, beim Minister selbst, tatsächlich ankommt.

Nicht so bei Auslandsreisen. Während der Asien-Visite Steinmeiers ist wieder zu beobachten, wie ein Delegationsabend auf der Terrasse des Hyatt-Hotels in Djakarta auch von Vertretern kleinerer Unternehmen genutzt werden kann. Und der Außenminister und stellvertretende SPD-Vorsitzende bewegt sich dabei ganz in den Fußstapfen seines politischen Ziehvaters Gerhard Schröder. Dessen Reisen sind in Wirtschaftskreisen fast schon legendär. Mitunter schon sehnsüchtig schwärmen heute noch Manager von den Gesprächen und Skatrunden im von Zigarrenrauch und Rotweinduft geschwängerten Kanzlerabteil des Luftwaffen-Airbus oder den lockeren Abenden an der Hotel-Bar – weit weg von Deutschland.

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Steinmeier tickt sicherlich etwas anders als der vormalige „Genosse der Bosse“. Allerdings haut auch er schon mal einem vertrauten Manager mit seiner Außenminister-Pranke und einem „Na, wie geht’s“ auf die Schulter. Geduldig hört er sich Sorgen und Nöte an. Die umfassen zunächst Wünsche für die offiziellen Treffen Steinmeiers mit den Ministern und Regierungschefs auf den Stationen dieser Reise – Indonesien, Singapore und Vietnam. Denn schließlich profitieren die Manager von der Ausstrahlungswirkung ihrer Mitgliedschaft in der Minister-Delegation. Zumindest lassen sich gerade in autoritär geführten Länder – bei denen vor allem die Politik über Marktzugänge entscheidet – Türen zu den Verantwortlichen leichter öffnen.

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