ThemaEnergiewende

alles zum Thema

Debatte: Grüne fordern Zuschuss für neue Geräte

Debatte: Sozialverbände fordern mehr Hartz IV wegen hoher Strompreise

« 2 / 3 »

Grüne fordern Zuschuss für neue Geräte

Finger weg von Kraftwerksstilllegungen!

Die Warnung der Bundesnetzagentur ist eindeutig: „Stilllegungen weiterer konventioneller Kraftwerke ist derzeit in Deutschland nicht vertretbar.“ Bundestag und Bundesregierung müssten entsprechende Vorschriften verabschieden, um Kraftwerksstilllegungen im Bereich der konventionellen Erzeugung zu unterbinden.

Bild: dpa

Gabriel verlangt dem Bericht zufolge auch eine Neuausrichtung der Energiepolitik insgesamt: "Die Energiewende braucht jetzt eine Gerechtigkeitswende", heiße es in dem Papier. So wird beklagt, dass Investoren von Wind- oder Solarprojekten profitierten, während andere Haushalte deren Renditen bezahlten.

Verbraucherschützer und Grüne setzen sich zudem für eine staatliche Unterstützung für den Kauf neuer Geräte wie Kühlschränke mit niedrigem Stromverbrauch ein. Eine Prämie hatte es 2009 für Alt-Autos gegeben. „Wir wollen einen neuen Energiesparfonds mit einem Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro“, forderte die Grünen-Fraktionschefin Renate Künast im „Tagesspiegel“. Daraus solle dann auch die Anschaffung sparsamer Geräte gefördert werden. Holger Krawinkel, Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, forderte 100 bis 150 Euro staatlichen Zuschuss für Neu-Geräte.

Wo der Staat beim Strompreis kassiert

  • Energiebeschaffung und Vertrieb

    Dies ist mit rund 33 Prozent der größte Einzelposten. Energieriesen wie E.ON und RWE erzeugen ihren Strom weitgehend in eigenen Kraftwerke. Kleinere Versorger wie Stadtwerke kaufen Strom direkt von den Konzernen oder an der Strombörse. Der dortige Preis ist zuletzt gesunken.

    (Quelle: Bundesnetzagentur/Reuters)

  • Strom- und Umsatzsteuer

    Sie machen einen Anteil von 24 Prozent aus. Die FDP hat sich dafür ausgesprochen, die Stromsteuer zu senken, um die Bürger zu entlasten. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) lehnt dies ab.

  • Netzengelte

    Netzentgelte

  • EEG-Umlage

    Ökostrom deckt ein Viertel der Versorgung in Deutschland. Die Umlage zur Förderung von Strom aus Sonne, Wind und Biomasse steigt 2013 um fast die Hälfte auf 5,3 Cent je Kilowattstunde. Bereits jetzt beträgt der Anteil am Preis 13,7 Prozent.

  • Konzessionsabgabe

    Die Abgabe zahlen die Netzbetreiber an Städte und Gemeinden für die Nutzung von Straßen und anderen öffentlichen Grundstücken. Diese Kosten machen einen Anteil von 6,5 Prozent aus.

  • Abrechnung, Messung und Messstellenbetrieb

    Diese Dienstleistungen tragen mit einem Anteil von 2,7 Prozent zum Strompreis bei.

  • KWKG-Umlage

    Mit dem Gesetz zur Kraft-Wärme-Kopplung soll die Energieeffizienz erhöht werden. Mit dieser Umlage werden Anlagen gefördert, die neben Strom auch die entstehende Wärme nutzen. Der Anteil am Strompreis lag zuletzt bei 0,2 Prozent.

In der Bundesregierung gibt es für solche Ideen kaum Unterstützung. Wie Wirtschaftsminister Rösler sieht auch Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) keinen Bedarf. Er setzt dagegen auf eine „Bürgerdividende“ als soziale Komponente: Privathaushalte sollen sich zu einem festen Zinssatz finanziell an den hohen Investitionen in den milliardenschweren Stromnetzausbau beteiligen können. Und er betont immer wieder, durch Energieeinsparungen ließen sich die zusätzlichen Belastungen abfedern. Dazu will er entsprechende Beratungen für die Haushalte fördern.

Energiewende nach Hause bringen Die Energiewende nach Hause bringen

Die Idee, Haushalte „intelligenter“ zu machen und Strom nur dann zu verbrauchen, wenn er günstig und ausreichend vorhanden ist, könnte mit dem EEBus-System Standard werden. Ein wichtiger Schritt zur Energiewende.

Energiewende nach Hause bringen: Wie sich der Energieverbrauch steuern lässt

Die Umlage für die Förderung des Ökostroms wird 2013 auf rund 5,3 Cent von derzeit 3,6 Cent pro Kilowattstunde steigen. Daraufhin haben alle Bundestagsparteien bis auf die CDU Entlastungskonzepte wie etwa Sozialtarifen für Ärmere vorgeschlagen. Auch die FDP plädiert für eine Mehrwertsteuer-Rückerstattung über eine entsprechende Senkung der Stromsteuer. Die CSU will die Ökostrom-Umlage senken und langfristig festschreiben. Die Finanzierungslücke soll zunächst die staatliche KfW-Bank übernehmen.

Anzeige

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 06.11.2012, 11:24 UhrCIVIS

    Nicht schon wieder die nächste Subventionierung und Unterstützung. Das Übel muss weg! "Wohlstand für Alle" war mal das Ziel, nicht Sozialhilfe für Viele. Das Übel ist das EEG, hier in erster Linie die extreme Solarstromförderung in unseren nördlichen Breiten. Hier wird die unzuverlässigste und nicht bedarfsgerechte Stromerzeugung am stärksten gefördert. Es zeigt sich wieder, Subventionen sind nur im Ausnahmefall für kurze Zeit sinnvoll, ansonsten sind sie schädlich. Das beste Beispiel sehen wir hier.

    Politiker wollen diese "Energiewende" immer noch als Erfolg verkaufen und sehen in der Entwicklung auch noch einen Grund zur Freude. Die "Wende" sollte den Verbrauchern mal in der Spitze maximal 1,3 cent/kWh kosten und dann rasch wieder sinken.

    Die Entwicklung ist ganz sicher kein Grund zur Freude, sie ist ein Widerspruch zu den gesetzlichen Zielen. Diese "Freude" kostet die Bürger jährlich zweistellige Milliardenbeträge mit steigender Tendenz. Aber ja, beim Bürger kann sich die Politik für alle Fehler und Verfehlungen schadlos halten. Verfassungswidrig, unsozial, unwirtschaftlich, verschwenderisch, planwirtschaftlich, ideologisch, egoistisch .... . Hier werden weit mehr Milliarden umverteilt als dies beim ebenfalls umstrittenen Länderfinanzausgleich geschieht. Welcher Politiker beschwert sich da beim Bundesverfassungsgericht?d

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Erneuerbare Atomkraft
Erneuerbare Atomkraft

Mit der Energiewende isoliert sich Deutschland in Europa. Und die Gewerkschaft warnt vor Arbeitsplatzverlusten und...

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.