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Debatte: Sozialverbände fordern mehr Hartz IV wegen hoher Strompreise

Angesichts steigender Stromkosten fordern Sozialverbände, SPD und Grüne Entlastungen für ärmere Verbraucher. Neben höheren Hartz-IV-Sätzen sind auch Sozialtarife wieder im Gespräch. Doch die Bundesregierung bleibt hart.

Platz 10: Spülen

Mit 5,1 Prozent Anteil am gesamten Stromverbrauch landet das Geschirrspülen auf Platz 10. Laut einer Studie der Universität Bonn ist das Spülen in der Maschine übrigens günstiger: Hier werden sowohl weniger Wasser als auch weniger Energie verbraucht, als beim Spülen von Hand. Voraussetzung ist natürlich, dass die Maschine nur voll beladen eingeschaltet wird.

Bei allen Punkten gilt: Es handelt sich um Durchschnittswerte. Je nach eingesetzter Technologie, Handhabung, Haushaltsgröße und -zusammensetzung kann der Stromverbrauch im individuellen zu Hause erheblich abweichen.

Datengrundlage: Energieagentur NRW: "Wo im Haushalt bleibt der Strom?"; in der Studie wurde 2011 unter anderem der Stromverbrauch von Ein- bis Sechs-Personen-Haushalten untersucht.

Bild: dpa

Wegen der drastisch steigenden Strompreise infolge der Energiewende mehren sich die Rufe nach Sozialtarifen für Geringverdiener und Abwrackprämien für stromfressende Alt-Geräte. Die Bundesregierung hält das für den falschen Weg und will stattdessen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf eine neue Grundlage stellen. Der CDU-Arbeitnehmerflügel setzt sich dagegen ebenso für eine soziale Komponente beim Strompreis für Privatkunden ein wie die Grünen, die Diakonie oder Verbraucherschützer. Allerdings gehen die Vorschläge, wie Menschen mit wenig Geld geholfen werden soll, weit auseinander.

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Der Sozialverband VdK fordert aus Steuermitteln einen Zuschuss für Hartz-IV-Empfänger und Einkommensschwache. „Strom muss für alle, relativ zum Einkommen, bezahlbar sein“, sagte der VdK-Bundesvize Roland Sing der Nachrichtenagentur dpa. Der Vize-Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, sagte: „Den Energieversorgern sollte aufgegeben werden, Familien mit Kindern und Geringverdienern Tarife für ein festes Stromkontingent zu den bisherigen Preisen anzubieten.“

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30 Euro reichen vorne und hinten nicht

Eberhard Grüneberg, der Vorstandsvorsitzende der Diakonie in Mitteldeutschland, forderte eine Erhöhung der Hartz-IV-Leistungen. Der bisher vorgesehene Betrag für Wohnungsinstandhaltung und Strom von rund 30 Euro reiche schon jetzt nicht aus, um alle Kosten zu decken, sagte Grüneberg.

Nachdem die SPD bislang Sozialtarife überwiegend abgelehnt hatte, sieht ein neues Programmpapier jetzt Erleichterungen unter anderem für Studenten und Arbeitslose vor, wie die "Bild"-Zeitung berichtete. Zudem soll der Staat Mehrwertsteuer-Zusatzeinnahmen wegen steigender Preise zurückerstatten. Dies könne durch einen Grundfreibetrag von 500 Kilowattstunden pro Haushalt geschehen. Ein Durchschnittshaushalt verbraucht rund 3500 Kilowattstunden im Jahr.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 06.11.2012, 11:24 UhrCIVIS

    Nicht schon wieder die nächste Subventionierung und Unterstützung. Das Übel muss weg! "Wohlstand für Alle" war mal das Ziel, nicht Sozialhilfe für Viele. Das Übel ist das EEG, hier in erster Linie die extreme Solarstromförderung in unseren nördlichen Breiten. Hier wird die unzuverlässigste und nicht bedarfsgerechte Stromerzeugung am stärksten gefördert. Es zeigt sich wieder, Subventionen sind nur im Ausnahmefall für kurze Zeit sinnvoll, ansonsten sind sie schädlich. Das beste Beispiel sehen wir hier.

    Politiker wollen diese "Energiewende" immer noch als Erfolg verkaufen und sehen in der Entwicklung auch noch einen Grund zur Freude. Die "Wende" sollte den Verbrauchern mal in der Spitze maximal 1,3 cent/kWh kosten und dann rasch wieder sinken.

    Die Entwicklung ist ganz sicher kein Grund zur Freude, sie ist ein Widerspruch zu den gesetzlichen Zielen. Diese "Freude" kostet die Bürger jährlich zweistellige Milliardenbeträge mit steigender Tendenz. Aber ja, beim Bürger kann sich die Politik für alle Fehler und Verfehlungen schadlos halten. Verfassungswidrig, unsozial, unwirtschaftlich, verschwenderisch, planwirtschaftlich, ideologisch, egoistisch .... . Hier werden weit mehr Milliarden umverteilt als dies beim ebenfalls umstrittenen Länderfinanzausgleich geschieht. Welcher Politiker beschwert sich da beim Bundesverfassungsgericht?d

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