Debatte über Deutschland-Rente: Zwangsrente? Ja bitte!

KommentarDebatte über Deutschland-Rente: Zwangsrente? Ja bitte!

von Stephanie Heise

Politiker von CDU und Grünen bringen eine neue Zusatzrente in Form eines Staatsfonds ins Gespräch. Doch auch die soll wie Riester- und Rürup-Rente nicht verpflichtend sein. Damit geht der Vorschlag am Kern des Rentenproblems vorbei. Ein Kommentar.

Ja, es gibt sie noch, die politische Auseinandersetzung über Themen, die nichts mit Flüchtlingen, innerer Sicherheit oder Griechenland zu tun haben. So schlagen drei hessische Landesminister von CDU und Grünen ein neues, kapitalgedecktes Zusatz-Rentensystem namens „Deutschland-Rente“ vor.

Anders als bei der gesetzlichen Rente, wo die Zahlungen direkt aus den laufenden Beiträgen der Arbeitnehmer finanziert werden, soll hier Kapital angesammelt werden. Dabei würden die Arbeitgeber für alle Mitarbeiter, die nicht ausdrücklich widersprechen, Beiträge an einen „Deutschland-Fonds“ überweisen. Der soll dann die Gelder ähnlich wie etwa der norwegische Staatsfonds möglichst gewinnbringend investieren.

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Das Ansinnen, die Altersvorsorge zu stärken, ist grundsätzlich löblich. Denn noch immer gibt es bei vielen Arbeitnehmern Rentenlücken. Auch die Kritik, man komme damit den privaten Anbietern der bisherigen Zusatzangebote Riester- und Rürup-Rente in die Quere, weil ein staatlicher Monopolanbieter kostengünstiger wirtschaften kann, zieht nicht wirklich.

Denn Versicherungen und Banken haben ihre Chancen am Markt bisher nicht überzeugend genutzt, sondern zeichnen sich bisher überwiegend durch hohe Verwaltungskosten und dadurch niedrigen Renditen aus.

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Ein entscheidender Haken ist jedoch die Idee, die „Deutschland-Rente“ wie bei Riester und Rürup auf freiwilliger Basis laufen zu lassen. Es ist zwar noch unklar, ob die Beiträge nur die Arbeitnehmer zahlen sollen oder sich die Arbeitgeber beteiligen. Aber wer wird am ehesten die Beitragsgelder lieber direkt im Portemonnaie haben wollen? Wenigverdiener, die später am stärksten vom Problem der Rentenlücke betroffen sind und gegebenenfalls dann im Alter staatliche Unterstützung brauchen.

Sinnvoller wäre daher eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzrente zu niedrigen Kosten für alle ­ bei der die Menschen aber aus einer überschaubaren Produktpalette des Staatsfonds je nach Alter und Risikoneigung eine Variante auswählen können.

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3 Kommentare zu Debatte über Deutschland-Rente: Zwangsrente? Ja bitte!

  • Die Kapitalgedeckte Altersversorgung ist ja nichts anderes als der nachwachsenden Generation Geld zu leihen, damit diese den Gläubigern im Alter dieses Geld
    zurück zahlen (müssen) weil - wie so schön gesagt wird - die nachwachsende Generation nicht genügend Geld hat um durch direkte Zahlung (Umlageverfahren)
    die Alten mit zu versorgen. Wenn Menschen gezwungen würden ihr Geld in privatwirtschaftliche Zockersysteme (Finanzmarkt) zu verpulvern wäre eine neue
    Stufe des abzockens erreicht.
    Sofern das Problem überhaupt besteht liegt es ja darin, dass der wirtschaftlich aktive Teil der Bevölkerung nicht genügend reale wirtschaftliche Leistung
    wird erbringen können um die Rentnergeneration in der Zukunft ausreichend zu versorgen (es gibt in Zukunft zu wenig Brötchen). Wie also soll eine Sammlung
    von Derivaten (Ableitungen), also Geld - oder andersherum ausgesprochen: Optionen auf reale wirtschaftliche Leistung, diese Problematik lösen? Das angesammelte Geld würde kaum noch den Tauschwert haben den es einst, zur Zeit des ansparen noch hatte?
    Wer glaubt zu den Gewinnern der Finanzmarktzockerei gehören zu können möge machen wie ihm beliebt. Daraus sollte nur kein Zwang gemacht werden.

  • Nach dem "Betrug" mit der Direktversicherung (volle GKV-Beiträge bei Auszahlung auch auf Altverträge!) und dem Desaster mit der Riester-Rente habe ich KEIN Vertrauen mehr in eine zusätzliche staatlich geförderte oder geforderte Rente!
    Warum?
    1.: Solange Bezieher geringer Renten die "aufstocken" müssen ihre zusätzliche Altersvorsorge gegen gerechnet bekommen, wären sie geradezu DUMM wenn sie etwas von ihrem kargen Lohn für das Alter beiseite legten (es bekäme ja nur der Staat!)
    2.: spätestens seit der Gesetzesänderung bei der Direktversicherung die ab 2004 die Auszahlungssumme mit dem VOLLEN GKV- und Pflegebeitrag belegt (auch für Altverträge bei denen dies ursprünglich NICHT so war), muss jedem klar sein, dass der Staat sich jederzeit an seiner Altersversorgung bedienen kann wann immer es ihm beliebt.
    3.: Es wäre das erste mal, dass die Rendite einer solchen Maßnahme wirklich attraktiv wäre, und mehr erbrächte als eingezahlt wurde.

    Sorry - aber mein Vertrauen ist restlos zerstört.

  • @ Frau Heise
    Herr Mayerl hat es vorab schon treffend beschrieben
    Das GMG - Gesundheitsmodernisierungsgesetz - von 2004
    enteignet sozusagen Millionen von Rentnern durch
    nachträgliche Zwangsverbeitragung gestreckt auf über
    10 Jahre.
    Der größte Betrug in der Geschichte Deutschlands an
    seinen Rentnern und denjenigen die dem Staat geglaubt
    hatten und selbst Vorsorge getroffen haben.
    Nutznieser sind die Arbeitgeber und die Krankenkassen.
    CDU, SPD und Grüne haben dieses Gesetz zu verantworten.
    Viele betroffene werden diese Parteien nicht mehr wählen.
    Auch ich bin betroffener und zahle 8.000.- € nach
    die allerdings schon einmal mit Sozialbeiträgen belegt
    waren. Sogar die Arbeitgeberanteile darf ich bezahlen.
    Ich kann nur aus eigener Erfahrung raten nicht dem
    Staat zu vertrauen. Leute nehmt euer Geld und legt es
    unters Kopfkissen oder bringt es zur Bank dann habt
    Ihr eine Rendite von 18 % Soviel ziehen die Krankenkassen
    nachträglich ab.
    Ich selbst habe einen Riesenverlust der sogar mein
    eigenes eingezahltes Kapital mindert ( Negativrendite )
    Damit und mit den heutigen Zuständen treiben die
    Politiker einen direkt an den rechten Rand






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