Debatte um Gehälter: Merkel warnt Manager vor "Maßlosigkeit"

Debatte um Gehälter: Merkel warnt Manager vor "Maßlosigkeit"

Die Bundeskanzlerin hat sich in die Debatte um hohe Managergehälter eingeschaltet. Angela Merkel sagte laut einem Bericht: "Maßlosigkeit darf in einer freien und sozialen Gesellschaft nicht sein."

In der Diskussion über Managergehälter hat Kanzlerin Angela Merkel vor extremen Auswüchsen gewarnt. "Maßlosigkeit darf in einer freien und sozialen Gesellschaft nicht sein", sagte Merkel der Chemnitzer "Freien Presse". Sie verstehe "sehr gut, wenn Menschen über manche Gehälter, die völlig aus dem Rahmen fallen, nur noch den Kopf schütteln können und wollen, dass das aufhört“.

Merkel sagte zudem, es habe sich „leider“ gezeigt, dass es nicht ausreiche, das Thema ausschließlich der Selbstregulierung der Wirtschaft zu überlassen. „Auch wenn wir hier in Deutschland wegen der Mitbestimmung der Arbeitnehmer eine etwas andere Situation haben als in anderen Ländern, bin ich dafür, dass wir dieses Thema auf europäischer Ebene anpacken.“ Deswegen unterstütze sie etwa Pläne in der EU, zum Teil extrem hohe Bezüge in der Finanzwirtschaft zu begrenzen. Sie finde es zudem „sehr gut“, dass die EU nun einen Vorschlag erarbeite, wie nicht mehr allein die Aufsichtsräte, sondern auch die Aktionärshauptversammlungen die Spitzengehälter festlegen können.

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Managergehälter SPD will Boni-Deckelung nach Schweizer Vorbild

Politiker fordern Regeln gegen Gehaltsexzesse auch in Deutschland. Auch in der deutschen Wirtschaft gibt es Kritik an überhöhten Gehältern und Boni von Managern.

huGO-BildID: 25874722 ILLUSTRATION - Euro-Scheine stecken in einer Tasse mit der Schweizer Flagge, aufgenommen am 03.04.2012 in Nürnberg (Mittelfranken). In die Schweiz gebrachtes Vermögen deutscher Bürger aus den vergangenen zehn Jahren soll mit bis zu 41 Prozent besteuert werden. Das haben Deutschland und die Schweiz nach langen Verhandlungen am Donnerstag vereinbart. Im Bundesrat ist die Regierungskoalition jedoch auf SPD und Grüne angewiesen. Foto: Daniel Karmann dpa/lby (zu dpa «Poker um deutsches Schwarzgeld in der Schweiz und kein Ende» vom 06.04.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Nach einer erfolgreichen Volksinitiative in der Schweiz gegen überzogene Managergehälter hatten sich in Deutschland die Forderungen nach einer Begrenzung der Bezüge von Spitzenkräften gemehrt. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte sich für eine gesetzliche Regelung ausgesprochen, sollte es keine freiwilligen Lösungen geben. Auf europäischer Ebene will EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier bis Jahresende einen Vorschlag nach dem Schweizer Modell erarbeiten. Wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet hatte, soll dieser Vorschlag neben den Gehältern auch die Abfindungen und neue Transparenzregeln beinhalten.

Angesichts niedriger Einkommen für einige Arbeitnehmer bekräftigte Merkel, dass sie gegen einen allgemeinen, gesetzlichen Mindestlohn ist, der von der Opposition gefordert wird. Stattdessen brauche man Lohnuntergrenzen, die die Tarifpartner bestimmten. "Und ich arbeite daran, dass wir hierbei in dieser Legislaturperiode auch noch vorankommen", sagte die CDU-Chefin.

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