Dekabank: Aktienmärkte schwächeln vor Bundestagswahlen

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Dekabank: Aktienmärkte schwächeln vor Bundestagswahlen

Wer sich Aktien kaufen will, sollte noch ein wenig warten. Das meint zumindest die Dekabank und beruft sich auf die Geschichte: Je näher Bundestagswahlen rücken, umso günstiger werden die Papiere.

Während im Wahlkampf die heiße Phase startet, ist am Aktienmarkt laut einer Studie aus historischer Sicht eher mit einer Abkühlung zu rechnen. „Betrachtet man für alle Wahltermine seit 1959 jeweils die Aktienmarktentwicklung in den Tagen vor und nach der Wahl, so ergibt sich die einheitliche Tendenz, dass der Aktienmarkt in den 50 Tagen vor der Wahl grundsätzlich zur Schwäche neigt“, sagte Dekabank-Aktienstratege Joachim Schallmayer der dpa in Frankfurt.
In den 50 Tagen nach der Wahl gehe es hingegen genauso flott wieder nach oben - vor allem bei einem Regierungswechsel. Das ist ein Ergebnis der Studie „Von kurzen Beinen und langen Schatten: Welchen Einfluss haben Bundestagswahlen auf den deutschen Aktienmarkt?“.

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In der Summe haben Bundestagswahlen eher geringe Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Auch welche Partei die Wahlen gewinnt, lässt Börsianer kalt. „Keine Regierungspartei kann sich rühmen, einen systematisch besseren Einfluss auf die Aktienmärkte auszuüben als die politischen Konkurrenten“, betont Schallmayer.
Viel mehr als die Frage, ob CDU oder SPD bei den Wahlen die Nase vorne haben, entschieden deren politischen Programme und Entscheidungen über die Entwicklung der Börsen in Deutschland - neben globalen Faktoren wie etwa Terroranschlägen oder einer Finanzkrise.
Als dramatisches Beispiel sieht der Aktienstratege den deutschen Versorgungssektor: „Nachdem die Schwarz-Gelb-Koalition im Jahr 2010 zunächst damit begann, den Ausstieg aus dem Atomausstieg (...) durch eine Laufzeitenverlängerung umzusetzen, was nach damaligen Berechnungen den Stromkonzernen einen deutlichen Zusatzgewinn in Milliardenhöhe beschert hätte, folgte bereits im Jahr 2011 die Kehrtwende.“

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Ein solcher Zick-Zack-Kurs belaste Unternehmen gerade in Sektoren, in denen sehr hohe Investitionen mit langen Laufzeiten üblich sind: „Die Aktienkurse reagieren auf derartige politische Verunsicherung mit extrem starken Kursrückgängen“, sagte Schallmayer und verwiest auf die beiden Versorger im Leitindex Dax: „Hatten RWE und Eon im Jahr 2009 noch ein gemeinsames Gewicht von rund 14 Prozent im Dax, so sind es aktuell gerade mal nur noch knapp fünf Prozent.“
Insgesamt sei es unmöglich, einzelnen politischen Lagern systematisch positiven oder negativen Einfluss auf die Aktienmärkte zuzuordnen, betonte der Analyst: „Wer hätte schon gedacht, dass eine sozialdemokratische Regierung ein Maßnahmenpaket wie die Agenda 2010 auflegt oder aber eine konservative Regierung über Nacht den Atomausstieg umsetzt.“

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