Denkfabrik: Das sind die großen Sorgen der Deutschen

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Selten waren die Empfindungen der Bundesbürger so gespalten, waren sie so hin und her gerissen zwischen Zufriedenheit und Verunsicherung.

Kolumne von Renate Köcher

Die Bundesbürger gehen mit gespaltenen Erwartungen ins neue Jahr. Sorgen machen sie sich aber nicht ums Geld, zeigt eine Allensbach-Umfrage. Sie fühlen sich persönlich bedroht.

Selten waren die Empfindungen der Bundesbürger so gespalten, waren sie so hin und her gerissen zwischen Zufriedenheit und Verunsicherung wie zum Ende dieses Jahres. Die persönliche Bilanz fällt herausragend aus. Für 65 Prozent der Bürger war 2015 ein gutes Jahr, nur 16 Prozent sind mit ihrer Jahresbilanz unzufrieden. In den Jahren zuvor zogen immer nur zwischen 53 und 57 Prozent ein vergleichbar positives Fazit.

Zur Person

  • Renate Köcher

    Renate Köcher ist Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach und Mitglied des Aufsichtsrats mehrerer Dax-Unternehmen.

Die große Mehrheit geht nicht davon aus, dass sich ihre materielle Lage in absehbarer Zeit verschlechtert: Drei Viertel der Bürger rechnen damit, dass ihre materielle Lage in den nächsten fünf Jahren stabil bleibt oder sich weiter verbessert, nur 14 Prozent befürchten Wohlstandseinbußen. Den eigenen Arbeitsplatz schätzt die überwältigende Mehrheit als sicher ein. 70 Prozent der Beschäftigten der Privatwirtschaft beschreiben die Lage ihres Unternehmens als gut oder sehr gut, 17 Prozent als volatil und nur drei Prozent als eindeutig schlecht.

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Die wirtschaftlichen Perspektiven schätzt die Mehrheit stabil oder besser ein: 19 Prozent der Bürger gehen von einem wirtschaftlichen Aufschwung aus, 48 Prozent von einer stabilen Situation, während jeder Vierte eine konjunkturelle Abkühlung befürchtet. Auch die finanzielle Lage des Staates wird von der Mehrheit positiv bewertet. Trotz der hohen Schuldenlast ist die große Mehrheit, seit die schwarze Null im Haushalt erreicht wurde, überzeugt, dass es um die Staatsfinanzen gut oder sogar sehr gut bestellt ist.

Seit dem Sommer schwindet der Optimismus

Die Sorgen der Deutschen

Die Sorgen der Deutschen

In einem solchen Umfeld ist die Mehrheit im Allgemeinen optimistisch. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Trotz wirtschaftlicher Prosperität und trotz der eigenen positiven Jahresbilanz ist die Mehrheit der Bürger zutiefst verunsichert. Der Optimismus der Bürger ist binnen weniger Wochen steil zurückgegangen. Ende 2014 sahen noch 55 Prozent dem kommenden Jahr voller Optimismus entgegen. Diese Stimmung hielt bis in den Sommer. In den vergangenen Monaten sackte der Hoffnungspegel jedoch bis auf 35 Prozent ab und hat sich seit Anfang Dezember nur begrenzt auf 41 Prozent erholt.

Um einschätzen zu können, was ein solcher Einbruch des Optimismus bedeutet, hilft der Blick auf den Langzeittrend: Es gab in der Nachkriegszeit nur sechsmal einen vergleichbaren erdrutschartigen Verfall des Optimismus: während der Koreakrise und der beiden Ölkrisen, während der Rezession 1992/93, nach den Attentaten des 11. September in den USA sowie beim Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise.

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