Denkfabrik: Die Deutschen fühlen sich reicher

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kolumneDenkfabrik: Die Deutschen fühlen sich reicher

Kolumne von Renate Köcher

Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat die Debatte um die Einkommensverteilung in Deutschland neu entfacht. Von nachhaltigen Verelendungstendenzen ist wenig zu spüren. Im Gegenteil: Immer mehr Bürger sehen sich als Wohlstandsgewinner.

Wenn Statistiker und Ökonomen in diesen Tagen neue Konjunkturdaten präsentieren, haben die Unternehmen oft keinen Grund zur Freude. Quer durch die Wirtschaft wachsen die Sorgen vor einem Abschwung. Allein die deutschen Verbraucher sind weiter in ungebrochen positiver Stimmung. Das hat gute Gründe. Der Aufschwung der vergangenen Jahre schlägt sich nicht nur in den Kassen des Bundesfinanzministers nieder, sondern zunehmend auch in der Einkommenssituation der privaten Haushalte. In den letzten fünf Jahren hat sich der Anteil der unter 65-Jährigen, in deren Haushalt netto 3000 Euro und mehr verdient werden, von 31 auf 41 Prozent erhöht. Der Anteil jener, deren Nettohaushaltseinkommen unter 2000 Euro liegt, ist im selben Zeitraum von 40 auf 31 Prozent gesunken.

Bürger zeihen positive Bilanz

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Quelle: dpa

Entsprechend zählen sich immer mehr Bürger zu den Wohlstandsgewinnern. Zogen 2006 lediglich 19 Prozent die Bilanz, dass es ihnen besser ging als fünf Jahre zuvor, waren es 2010 bereits 26 Prozent – und aktuell 30 Prozent. Der Kreis, der sich als Wohlstandsverlierer sieht, hat sich im selben Zeitraum von 37 auf 24 Prozent verringert. Besonders die unter 45-Jährigen ziehen heute eine weit positivere Bilanz als in der Mitte des vergangenen Jahrzehnts. Von den 30- bis 44-Jährigen ging es 2006 lediglich 24 Prozent besser als fünf Jahre zuvor, dagegen 37 Prozent schlechter. Heute sehen sich in dieser Altersgruppe 44 Prozent als Wohlstandsgewinner, nur noch 20 Prozent als Verlierer. Auch bei den 45- bis 60-Jährigen sowie den 60-Jährigen und Älteren hat sich der Anteil derjenigen, die sich materiell im Abwärtstrend sehen, signifikant verringert.

Mehr Wohlstand...

30 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen besser ginge als vor fünf Jahren

Es ist besonders erfreulich, dass dieser positive Trend auch quer durch alle Einkommensschichten zu beobachten ist. Das gilt vor allem für die Bezieher unterdurchschnittlicher und mittlerer Einkommen. Von Personen aus Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1750 Euro sah sich 2006 noch fast jeder Zweite als Wohlstandsverlierer. Heute sind es nur noch 29 Prozent. Der Anteil der Wohlstandsgewinner hat sich in dieser Gruppe von 12 auf 25 Prozent verdoppelt.

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