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kolumneDenkfabrik: Die Deutschen fühlen sich reicher

Kolumne von Renate Köcher

Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat die Debatte um die Einkommensverteilung in Deutschland neu entfacht. Von nachhaltigen Verelendungstendenzen ist wenig zu spüren. Im Gegenteil: Immer mehr Bürger sehen sich als Wohlstandsgewinner.

Platz zehn: Niederlande

Die Niederlande gehören zu den High Wealth Countries, also zu den Ländern, in denen Haushalte im Schnitt mehr als 26.800 Euro Netto-, beziehungsweise 38.700 Euro Brutto-Geldvermögen besitzen. So besitzen die Niederländer laut dem Global Wealth Report pro Kopf 109.943 Euro Vermögen (brutto). Das Bruttoinlandsprodukt beträgt dagegen 36.130 Euro pro Kopf.

Bild: REUTERS

Wenn Statistiker und Ökonomen in diesen Tagen neue Konjunkturdaten präsentieren, haben die Unternehmen oft keinen Grund zur Freude. Quer durch die Wirtschaft wachsen die Sorgen vor einem Abschwung. Allein die deutschen Verbraucher sind weiter in ungebrochen positiver Stimmung. Das hat gute Gründe. Der Aufschwung der vergangenen Jahre schlägt sich nicht nur in den Kassen des Bundesfinanzministers nieder, sondern zunehmend auch in der Einkommenssituation der privaten Haushalte. In den letzten fünf Jahren hat sich der Anteil der unter 65-Jährigen, in deren Haushalt netto 3000 Euro und mehr verdient werden, von 31 auf 41 Prozent erhöht. Der Anteil jener, deren Nettohaushaltseinkommen unter 2000 Euro liegt, ist im selben Zeitraum von 40 auf 31 Prozent gesunken.

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Bürger zeihen positive Bilanz

Entsprechend zählen sich immer mehr Bürger zu den Wohlstandsgewinnern. Zogen 2006 lediglich 19 Prozent die Bilanz, dass es ihnen besser ging als fünf Jahre zuvor, waren es 2010 bereits 26 Prozent – und aktuell 30 Prozent. Der Kreis, der sich als Wohlstandsverlierer sieht, hat sich im selben Zeitraum von 37 auf 24 Prozent verringert. Besonders die unter 45-Jährigen ziehen heute eine weit positivere Bilanz als in der Mitte des vergangenen Jahrzehnts. Von den 30- bis 44-Jährigen ging es 2006 lediglich 24 Prozent besser als fünf Jahre zuvor, dagegen 37 Prozent schlechter. Heute sehen sich in dieser Altersgruppe 44 Prozent als Wohlstandsgewinner, nur noch 20 Prozent als Verlierer. Auch bei den 45- bis 60-Jährigen sowie den 60-Jährigen und Älteren hat sich der Anteil derjenigen, die sich materiell im Abwärtstrend sehen, signifikant verringert.

Mehr Wohlstand...
30 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen besser ginge als vor fünf Jahren

Es ist besonders erfreulich, dass dieser positive Trend auch quer durch alle Einkommensschichten zu beobachten ist. Das gilt vor allem für die Bezieher unterdurchschnittlicher und mittlerer Einkommen. Von Personen aus Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1750 Euro sah sich 2006 noch fast jeder Zweite als Wohlstandsverlierer. Heute sind es nur noch 29 Prozent. Der Anteil der Wohlstandsgewinner hat sich in dieser Gruppe von 12 auf 25 Prozent verdoppelt.

8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.10.2012, 17:08 UhrMargrit

    Sorry, aber was ist das denn für ein verquaster Unsinns-Bericht?
    Woher nimmt denn die Autorin ihre Kenntnisse?

  • 10.10.2012, 12:51 UhrHartzIV

    Der Beitrag stellt nur die halbe Wahrheit dar! Wir leben in einem vereinten Europa und deshalb müssen europäische Zahlen und nicht deutsche Wohlstands- oder Arbeitslosenzahlen genannt werden! Also während in Deutschland die Wirtschaftsdaten rauf gingen, gingen im gleichen Zeitraum (ab 2005)insbesondere in den Südländern die Zahlen (Wachstum, Arbeitslosigkeit, Wohlstand usw.) runter! Also immer schön bei den Fakten bleiben, Frau Köcher! Nicht die Nationalstaaten zählen sondern Europa! Unter Berücksichtigung der Staatsverschuldung, der Arbeitslosenquote, der Einkommens- und Vermögensentwicklung usw. stehen wir heute in Europa schlechter da als vor 10 Jahren. Daran hätten Sie denken müssen, Frau Köcher.

  • 30.09.2012, 22:21 UhrJens

    @Mariposa: Das ist genau der Punkt. Wir bewegen uns zu auf DDR 2.0. Dort hat man die meisten auch in dem Glauben gelassen, sie führen ein selbstbestimmtes Leben und Urlaub in Polen ist auch erholsam. Dort war der Westen an allem Elend der Welt schuld. Heute ist wer schuld? (kann man selbst ausfüllen). Wer schwimmt aber wie ein Sahnehäubchen immer oben, egal wie das Gesellschaftsmodell gerade heißt? Genau die Leute, die es hinterher immer nicht waren...
    Lieder reißt dem meist eselsgeduldigen Pöbel doch gelegentlich die Geduld und dann fließt richtig Blut. Die Anfänge sehen wir gerade in einigen Ländern. Man wird das wohl gerade noch rechtzeitig mit geliehenem Brot und Spielen zukleistern.

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