Denkfabrik: Die Diskriminierung der Aktie muss beendet werden

kolumneDenkfabrik: Die Diskriminierung der Aktie muss beendet werden

Kolumne

Die Zahl der börsennotierten Unternehmen in Deutschland geht kontinuierlich zurück. Das liegt auch an Auflagen für Unternehmen. Die Politik sollte mithelfen, dass wieder mehr Geld in Neuemissionen fließt.

Wo sind die deutschen Googles, Ebays, Facebooks und Alibabas? Seit dem Börsengang von SAP vor mehr als 25 Jahren sind erfolgreiche Börsenstorys in Deutschland rar geworden. Junge innovative Unternehmen finden leider nur noch selten den Weg an die Börse – 2014 waren es gerade einmal 14. Da gleichzeitig mehr Unternehmen die Börse verlassen, als neue dazukommen, sinkt die Zahl der börsennotierten Firmen kontinuierlich. Allein von der Frankfurter Wertpapierbörse hat sich von 2008 bis 2014 jedes fünfte Unternehmen verabschiedet.

Zur Autorin

  • Christine Bortenlänger

    Christine Bortenlänger, 48, leitet als Geschäftsführender Vorstand das Deutsche Aktieninstitut (DAI) in Frankfurt.

Muss uns diese Entwicklung zu denken geben? Ja, denn ein funktionierender Markt für Börsengänge leistet in einer Volkswirtschaft einen wesentlichen Beitrag für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze. Dies lässt sich gut anhand von US-Zahlen belegen: Im Durchschnitt erfolgten 92 Prozent des Beschäftigungsaufbaus dort in den Unternehmen nach einem Börsengang. SAP etwa hatte beim Börsengang etwa 1000 Mitarbeiter, heute sind es mehr als 65 000.

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Firmen fremdeln

Woran liegt es, dass Unternehmen in Deutschland mit der Wachstumsfinanzierung über die Börse fremdeln? Etablierte deutsche Mittelständler stehen dem Börsengang traditionell häufig skeptisch gegenüber. Viele junge Unternehmen hingegen, die mit Venture Capital bereits erfolgreich durchstarten konnten, sind einem Börsengang gegenüber durchaus aufgeschlossen. Doch hat die Finanzkrise zu einem allgemeinen Vertrauensverlust in die Kapitalmärkte und in der Folge zu einer globalen Regulierungswelle geführt. Die daraus resultierenden überbordenden Anforderungen in Bezug auf den Börsengang, aber auch die mit der Börsennotiz verbundenen Folgepflichten schrecken Unternehmen zunehmend ab. Ziel muss es deshalb sein, die Regulierung wieder in ein neues und angemessenes Gleichgewicht zwischen dem berechtigten Wunsch der Investoren nach Transparenz, dem Bedürfnis der Privatanleger nach Schutz und dem Interesse der Unternehmen an einem angemessenen Aufwand für den Zugang zum Kapitalmarkt zu bringen.

Deutsches Aktieninstitut Auflagen für Börsengänge in Deutschland zu hoch

Die Auflagen für Börsengänge in Deutschland sind nach Ansicht des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zu hoch und sollten gesenkt werden.

Christine Bortenlänger Quelle: dpa

Erfreulich ist, dass die EU-Kommission das Projekt Kapitalmarktunion ins Auge gefasst hat. Die in diesem Zusammenhang gestartete Konsultation zum Prospektrecht lässt hoffen, dass die Politik die Zeichen der Zeit erkannt hat und bereit ist, Überregulierung abzubauen.

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