Kommentare zu: Zeitarbeit: Kleber und Brücke

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14 Kommentare
  • 21.03.2008, 12:51 UhrAnonymer Benutzer: Martin Siemsens

    Diese Argumente haben sicherlich auf der analytischen Ebene ihre berechtigung.
    Allerdings sieht die betriebliche Wirklichkeit für viele ZA-Arbeitnehmer anders aus. So gibt es keinen Zugang zur betrieblichen Weiterbildung u.ä. Die ZA-Unternehmen bilden oft nicht weiter.

    Schlimmer sind allerdings die psychologischen Faktoren. So werden
    oft Dreimontasverträge geschlossen, die am letzen Tag verlängert werden. Die belastungen für die Psyche kann sich jeder selbst ausmalen.
    Abgespeckte Zugänge zur DV-Anlagen z.b. keine E-Mail oder betriebsausweise in anderen Farben, keine Teilnahme an Abteilungsmeetings usw. manifestieren die Position als Mitarbeiter "2ter Klasse".
    Auch ist man in der "betrieblichen Hackordnung" ganz unten. Wird man von einem festangestellten dierekten Mitarbeitern gegängelt, was oft passiert, da man ja letztlich eine Konkurrenz auch für seinen Arbeitsplatz darstellt, sind die Abwehrmaßnahmen doch sehr begrenzt.
    Die bezahlung trotz allem Gerede um Tarifvertrag etc schlecht.
    Stichworte sind hier Zeitkonten, d.h. Mehrarbeit kommt oft nicht zur Auszahlung sondern wird mit der beschäftigungsfreienzeit verrechnet.
    Keine Freie Urlaubswahl, oft nur zwischen zwei Einsätzen möglich.

    ich kann nur raten Gesetze zu entwickeln, die diese Form der Arbeitsverhältnisse schnellstens vermenschlichen.

  • 21.03.2008, 13:09 UhrAnonymer Benutzer: Sempralon

    "die in den letzten Jahren zu einer erheblichen Entspannung am Arbeitsmarkt beigetragen haben."

    Entspannung ? Die Arbeitskosten wurden von den Arbeitgeberkonten auf die Länderkassen übertragen, das war der Sinn von Hartz iV !
    Offiziell verschwinden diese Arbeitslosen aus der Statistik und arbeiten hart ... normalerweise (vor den Reformen) zu einem Lohn von 14-25 Euro, nach der Reform werden sie verliehen und machen für 6-7 Euro den gleichen Job ... aber da die Kohle bei den aktuellen Lebenshaltungskosten nicht reicht, bekommen sie ergänzende Sozialhilfe/ergänzenzdendes Hartz iV bzw. beantragen Wohngeld ...

    ich sehe, das die Arbeitnehmer die mit übergabe der Hartz-CD in die Entlassungswellen geraten sind, mittlerweile bei den gleichen Firmen wieder arbeiten, im gleichen Job, aber als Leiharbeiter ...

    Und warum sollte man Fehlentwicklungen nicht korrigieren dürfen ? Verdi und iG Metall sind keine Parteien, die selbst in gescheiterte Subventionen weiter Steuergelder pumpen ( http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_7119618.html ), denn es ist ja nicht ihr Geld ...

    "Die Erfolge der branche sind für unverblendete Zeitzeugen unübersehbar. ; Die branche kann für sich in Anspruch nehmen, mit privatwirtschaftlichen, wettbewerbsorientierten instrumenten effektiver, weil beweglicher als öffentliche Anbieter es können, zum Abbau der Arbeitslosigkeit beigetragen zu haben."

    Jepp und das der Erfolg (Gewinn) zumeist aus der Steuer-/Landeskassen bezahlt wird, die Länder wundern sich nämlich, das die Kosten für sie, trotz gesunkener Arbeitslosenzahlen, erheblich gestiegen sind ...
    Sollen die Lander doch mal die ergänzenden Hilfen für die Arbeitnehmer streichen, mal sehen wie lange die Arbeitnehmer noch arbeiten werden können ...

    "Ein EU-Richtlinienentwurf sieht vor, die Zeitarbeit europaweit bei gleichzeitig fairer Entlohnung von Restriktionen zu befreien. Das ist der richtige Weg."

    Stimmt, aber bei fairer Entlohnung !

  • 21.03.2008, 15:38 UhrAnonymer Benutzer: stephan

    bei uns wird seit 2004 nur noch über Zeitarbeit eingestellt... die Kollegen verdienen nur 50% von unseren Gehalt und haben keine Ansprüche auf Übernahme. Ein Klebeeffekt gibt es so praktisch nicht, vielmehr werden die Rechter der AG gleichgeschalten.

  • 21.03.2008, 17:02 UhrAnonymer Benutzer: Magnolia

    ich arbeite in einem deutschen Großkonzern, bei uns werden häufig Zeitarbeiter nach mehrmonatigem bis mehrjährigem Einsatz übernommen. Voraussetzung ist natürlich, dass sie diese Zeit als Chance genuzt haben und einen guten Eindruck gemacht haben. Dies gelingt in dem bereich in dem ich arbeite vielen, die Anzahl überwiegt sogar denen, die den Direkteinstieg in die Firma schaffen (ohne Zeitarbeit).

  • 21.03.2008, 17:47 UhrAnonymer Benutzer: Wachowiak

    "Übertarifliche bezahlungen sind dabei längst an der Tagesordnung, vor allem im Süden Deutschlands. "

    im Osten und im Norden siehts leider genau umgekehrt aus. bezahlung weit unter Tariflohn.
    ich frage mich, warum Lobbyisten wie Clement und von Dohnanyi überhaupt noch in der SPD sind? Warum schmeisst diese Partei nicht einfach solche realitätsfernen Polit-TV-talker raus aus ihrem Verein?

  • 21.03.2008, 23:00 UhrAnonymer Benutzer: Jürgen

    Weitere Nachteile, wenn du über eine Leiharbeitsfirma arbeitest:

    - Kein Arbeitszzeugnis von dem Kunden. Und die Leiharbeitsfirma kann dich gar nicht richtig beurteilen
    - Weniger Urlaub
    - keine Gewinnbeteiligung, da Leiharbeiter ein Externer ist
    - mal zählst du als interner, mal als Externer, sie drehen wie sie wollen

  • 21.03.2008, 23:09 UhrAnonymer Benutzer: Tanja

    Die beuten doch aus, denn:

    Der Arbeitgeber kann ja die Verträge befristen.
    Somit braucht man für kurzfristige Verträge die Leiharbeitsbranche nicht.

    Und bürokratie hat der Arbeitgeber bei einem anspruchsvollen Leiharbeiter genau soviel.

  • 21.03.2008, 23:15 UhrAnonymer Benutzer: Gabriel

    Dass die SPD auch bei diesem Gesetz damals mitgemacht hat, hat dazu geführt, dass SPD ihre Wähler verliert. Denn diese branche beutet systematisch Hunderttausende aus. Und das ist bestimmt nicht sozial.

  • 22.03.2008, 16:53 UhrAnonymer Benutzer: Sempralon

    "Warum schmeisst diese Partei nicht ..."

    @Wachowiak ... weil genau diese Leute die sogenannte "Verbindung" zur Wirtschaft sind und über diese Leute die Parteien "Einfluss" auf die Wirtschaft nehmen ... das ist die polit-theoretische Annahme der Parteien !

    Aber die Realität hat das Deckmäntelchen weggeblasen ...

    "Denn diese branche beutet systematisch Hunderttausende aus."

    @Gabriel ... nicht nur Hunderttausende, diese Arbeitnehmer werden auch erniedrigt bzw. diffamiert wie die Arbeitslosen, die infolge mangelnder Weiterbildungsbreitschaft der Wirtschaft diese weiterhin auf dem alten Erkenntnisstand bleiben werden !
    Wieso nicht nur Hunderttausende ? Nun, durch die Diffamierung des erniedrigenden Familieneinkommens, werden diese Leute zu Schmarotzern degradiert, obwohl sie zum bruttoinlandsprodukt beitragen.
    Das trifft im Moment schon Millionen, wie an der Kinderarmut abzulesen ist.
    Diese Hetzerei grassiert immer weiter, denn die Zahl derer die ergänzendes Hartz iV aus den Länderkassen bekommen steigt immer rasanter an und diese Haushaltslöcher der Länder wollen gestopft werden ... durch wen nur ?
    Die Wirtschaft wird mit den Eingesparten Steuergeldern gestopft bis sie Platzt, aber arbeitsplätze schaftt sie nur im Niedriglohnsektor, mit Fachkräften wohlgemerkt ... nach einem Jahr ALG i, steht die alte belegschaft ja zu Somderkonditionen wieder bereit für Fronarbeit ... aber dazu hatte ich mich schon weiter unten ausgelassen ...

  • 23.03.2008, 11:08 UhrAnonymer Benutzer: Antonio Pizzi

    Ein Herr Clement der ja offensichtlich von den Arbeitgebern bezahlt wird und mit der SPD nichts mehr gemein hat sollte sich aus solchen Debatten heraushalten.
    ich finde, wenn Zeitarbeit gut bezahlt wird und ein Arbeitnehmer nicht ausgebeutet wird ist es kein schlechtes Arbeitsverhältnis.
    ich würde mich freuen wenn es mehr Möglichkeiten für uns Arbeitnehmer gebe so unser Geld zu verdienen. Auch muss man beachten, dass die Eintönigkeit bei einer Zeitarbeitsfirma nicht besteht. Heute gibt es keine sicheren Jobs mehr wie vor 30 Jahren heute muss man dahin gehen, wo die Arbeit ist und nicht dahin, wo man möchte. Schauen wir uns italien an oder die USA dort war es immer schon so warum geht es in Deutschland nicht! Na, weil hier die ausrede, besteht meine Familie meine Freunde usw. So kann und wird es nicht weiter gehen und das müssen wir lernen.

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