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Kommentar Deutsche Bahn: Tiefensees Opfer Mehdorn

von Reinhold Böhmer

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums erklärte heute, dass ein Börsengang der Deutschen Bahn noch in der laufenden Legislaturperiode vom Tisch sei. Jetzt opfert eine schwerst angeschlagene SPD Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, nachdem er seine Schuldigkeit getan hat. Tragischer enden Karrieren selten. Ein Kommentar von Reinhold Böhmer.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn Quelle: dpa
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn Quelle: dpa

Damit habe auch der Streit, wann Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee von den Boni für den Bahn-Vorstand im Falle eines Börsengangs gewusst habe, keine Grundlage mehr - so der Regierungssprecher heute.

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So wenige Meter vor dem Ziel, und dann abgefangen werden: Enttäuschender hätte der Versuch, die Deutsche Bahn an die Börse zu bringen, für  Vorstandschef Hartmut Mehdorn nicht enden können.

Bis März 2011 war sein Vertrag von der Bundesregierung verlängert worden, damit künftige private Aktionäre wenigstens noch zwei Jahre Kontinuität an der Spitze des Staatsriesen gehabt hätten. Dass sein Traum, einmal im Leben Chef eines Dax-Unternehmens zu sein, noch in Erfüllung geht, ist mit dem Federstrich von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nun so gut wie ausgeschlossen.

Erst in einem Jahr sind Bundestagswahlen, bis dann und danach dürfte die schlechte Konjunktur die Bahn-Zahlen stark eintrüben. Ein Börsengang  alsbald nach dem Urnengang ist damit passé, Mehdorn dann mit fast 68 Jahren wohl zu alt, um seinen Vertrag zur Beruhigung der Investoren noch einmal zu verlängern. Neun Jahre unermüdlich gerackert und die Bahn auf Börsenkurs gebracht - und dann auf dem Zenit verglüht.

Zehn Monate vor der Bundestagswahl kann sich die Ypsilanti-geschädigte SPD keinen Sturz eines ihrer Minister im Bundeskabinett leisten

Eine solche Demütigung musste in Deutschland bisher kaum ein Manager hinnehmen. Denn dies und nichts anderes ist das Ende der Börsenstory, die Mehdorn geschrieben hatte.

Das Ende der Geschichte verdankt er nämlich nicht der ungewissen Dauer der Finanz- und der Wirtschaftskrise. Die unbestimmte Absage des Börsengangs der Bahn hat einen ganz anderen Zweck.

Sie dient einzig dazu, Bundesverkehrsminister Tiefensee wegen seiner ungeklärten Verstrickung in umstrittene Boni für den Bahn-Vorstand aus der Schusslinie zu nehmen und weiteren Rücktrittsforderungen die Grundlage zu entziehen.

Zehn Monate vor der Bundestagswahl kann sich die Ypsilanti-geschädigte SPD keinen Sturz eines ihrer Minister im Bundeskabinett leisten, am wenigsten eines ostdeutschen. Also zerstörten die Genossen, die seit Bundeskanzler Gerhard Schröder schon fast vasallenhaft zu Mehdorn hielten, lieber die Träume des Bahn-Chefs als ihre eigene Resthoffnung, bis zur kommenden Bundestagswahl vielleicht doch noch aus dem Stimmungstief zu kommen.

Im Jahr 2002 war es Mehdorn noch gelungen, den damaligen Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig wegzubeißen. Jetzt opfert eine schwerst angeschlagene SPD Mehdorn, nachdem er seine Schuldigkeit getan hat. Tragischer enden Karrieren selten.

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23 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.11.2008, 17:11 UhrMehdorn

    Es war höchste Zeit, den Ausverkaufsplänen eines Mehdorn einen Riegel vorzuschieben. ein Hoch der Finanzkrise! Leider nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

    Endlich hat ein Minister den Mut diesem Egomannen, dem es nur um die persönlice bereicherung geht, wenigstens eitwas Paroli zu bieten. welches trauerspiel musstemn wir i den letzten Jahren erleben. Mehdorn pfeift, die Politik tanzt. Mehdorn lässt sich seine bezüge nach belieben erhöhen, gönnt aber denen die wirklich hart arbeiten kaum das nötigste zum Leben.

    Mehdorm hat die bahn heruntergewirtschaftet, Sein Ziel ist nicht eine bessere, leistungsfähigere bahn für alle, sondern Profit für wenige zu Lasten der Allgemeinheit..

    Wenn Mehdorn geht, was er sobald wie möglich tun sollte, kommt allerdings nur eine neuer Mehdorn nach, der wieder nur auf seinen eigenen Vorteil achtet und dem die bahn, die beschäftigten und vor allem die Menschen die mit der bahn fahren völlig gleichgültig sind.

    Hauptsache abkassieren, das ist die einige Motivation dieser Manager.

    Schade, dass sich die Schröderregierung über viele Jahre dem Diktat dieses rücksichtslosen Egomanne unterorfen und somit zugelassen hat, dass die bahn zu teuer, zu unsicher und vor allem völlig kundenabgewandt ist.

    Der Kunde ist für die bahn nur ein Ergebnisbringer, der mi t allen Mitteln ausgenommen wird.

    Von den beschäftigren wird erwartet, dass sie knallhart durchgreifen, wenn auch nur der geringste Verdacht besteht, dass ein Kunde möglicherweise nicht den korrekten Fahrpreis bezahlt hat oder dies nicht beweisen kann. Es ist keineswegs ein Einzuelfall, dass auch Minderjährige ausgesetzt werden. Eine Entschuldigung gibt es nur, wenn dies öffentlich wird.

    Freundlichkeit, Entgegenkommen, Hilfsbereitschaft sind Eigenschaften, die dem bahnpersonal systematisch abtrainiert werden.

  • 07.11.2008, 16:06 UhrKim

    @PKK: nee, nee bloss nicht zu uns nach Hessen mit Tiefensee. Und wir erholen uns gerade von Ypsi. Wir brauchen nicht noch mehr ballast! Weg mit MEHDORN...

  • 06.11.2008, 23:06 UhrPKK

    Diejenigen, die hier über Mehdorn herziehen, denen empfehle ich Herrn Tiefensee als nächsten bahnchef zu verplichten und ihr werdet alle mit Wolllust Fahrrad fahren, von München nach Kiel, weil dann gar nichts funktioniert. bis auf die Olympiabewerbung der bahn für das Jahr 2148.

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