Deutscher Handelskongress: „Außer Rand und Band geratene Finanzmärkte“

Deutscher Handelskongress: „Außer Rand und Band geratene Finanzmärkte“

, aktualisiert 16. November 2011, 17:46 Uhr
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Angela Merkel spricht auf dem 11. Deutschen Handelskongress. Die Kanzlerin will die deutschen Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit verankern.

von Silke KerstingQuelle:Handelsblatt Online

Auf dem Deutschen Handelskongress war die Krise der Finanzmärkte beherrschendes Thema. Kanzlerin Merkel forderte, die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern.

BerlinDie Krise an den Finanzmärkten ist auch auf dem Deutschen Handelskongress in Berlin ein beherrschendes Thema. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte in ihrer Rede „eine bessere Regulierung“ der Branche. Sie könne nachvollziehen, dass die Menschen angesichts von „völlig außer Rand und Band geratener Finanzmärkte“ irritiert seien.

Wenn die Finanzmärkte zusammenbrächen, hätte das auch für die Realwirtschaft massive Folgen. Eine deutsche oder europäische Lösung sei allerdings nicht ausreichend, sagte die Kanzlerin. Die große Herausforderung sei, diese Regulierung global anzugehen. Sie plädierte dafür, die deutschen Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern. „Dazu brauchen wir Europa: Wenn wir uns in Europa nicht zusammenschließen, dann werden wir auf den Weltmärkten relativ verloren sein.“

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Der Präsident des Handelsverbandes (HDE), Josef Sanktjohanser, hatte zuvor von einem „exzessiven Treiben von Teilen der Finanzmärkte“ gesprochen. Er forderte die Trennung von Investmentbanken und Kreditinstituten. Nur so sei eine anhaltend gute Kreditversorgung möglich. Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland sei gut. Gleichwohl, so Sanktjohanser, befürchteten Unternehmen eine Eintrübung ihrer Geschäfte durch die Finanzmarktkrise.

Die Bundeskanzlerin bekannte sich zur Haushaltskonsolidierung, forderte das aber auch von den anderen EU-Ländern: „Wenn wir uns nicht daran gewöhnen, alle gemeinsam Regeln einzuhalten, dann wird der Euro weiter Schwierigkeiten machen“, sagte Merkel. „Wir müssen uns dauerhaft verpflichten, solide zu wirtschaften.“


Schröder verteidigt Flexi-Quote für Frauen

Auf dem Kongress sprach sie sich dafür aus, den Einzelhandel nicht mit zu vielen Vorschriften zu belasten. „Wir wollen Produktvielfalt“, sagte sie. „Uns ist es lieber, der Kunde hat die Qual der Wahl, als dass durch Werbeverbote und sonstiges dauerhaft irgendetwas eingeschränkt wird.“ Mit Blick auf den Kennzeichnung von Lebensmitteln sagte die Kanzlerin, es müsse nicht überall „mit Riesenampeln“ festgelegt sein, was gut sei und was schlecht: „Ich bin da außerordentlich vorsichtig.“

Auch Familienministerin Kristina Schröder (CDU) sprach gestern auf dem Handelskongress. Sie verteidigte ihr Modell einer Flexi-Quote, um künftig den Frauenanteil in Unternehmen zu erhöhen. „Mein Konzept ist das intelligentere Konzept“, stichelte Schröder gegen ihre Kabinetts- und Parteikollegin Ursula von der Leyen. Die Arbeitsministerin plädiert für eine starre, verbindliche Quote. Schröder sagte, sie sei davon überzeugt, dass sich die Unternehmen ambitionierte Ziele setzen würden, weil sie sich in der Öffentlichkeit für ihre Zahlen rechtfertigen müssten.

Die Ministerin forderte eine neue „Kultur des Respekts vor familiärer Verantwortung“. Aufgrund des demografischen Wandels sagte sie, immer mehr Menschen würden sich in Zukunft ihren Arbeitgeber aussuchen können. „Die Rolle der Personalabteilungen wird sein: den Geschäftsführern zu erklären, was gehen muss.“ Eine familienbewusste Personalpolitik sei wichtiger als der Faktor Gehalt. Nicht Geld, sondern Zeit „ist die neue Leitwährung von Familienpolitik“.

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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