Deutscher Industrie- und Handelskammertag: DIHK-Jobranking: Versicherungen und IT-Firmen schaffen die meisten neuen Arbeitsplätze

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von Christian Ramthun und Christian Schlesiger

DIHK-Präsident Eric Schweitzer über die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Er spricht von einem Zuwachs an Arbeitsplätzen und ist gegen die steuerliche Begünstigung von Forschung. Außerdem fordert er einen schnelleren Jobeinstieg für Mütter.

 

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DIHK-Präsident Eric Schweitzer fordert mehr Frauen in Vollzeit und ist gegen die steuerliche Begünstigung von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von Unternehmen.

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DIHK-Jobranking: Versicherungen und IT-Firmen schaffen die meisten neuen Arbeitsplätze

Angesichts der guten Wachstumszahlen erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für dieses Jahr einen kräftigen Zuwachs an Arbeitsplätzen. „Wir rechnen mit einem Plus von 300.000 neuen Stellen“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer im Interview mit der WirtschaftsWoche. „So brauchen Versicherungen, Forschungsinstitute, IT-Firmen und Beratungen rund 100.000 Fachkräfte zusätzlich. Pflege und Gesundheit stocken um 60.000 auf, die Metall- und Elektroindustrie um 40.000, der Handel um 35.000 und die Baubranche um 20.000.“

Um den Bedarf an Fachkräften zu decken, macht sich Schweitzer dafür stark, die Bemühungen um ausländische Fachkräfte zu verstärken. „Wir brauchen eine noch bessere Willkommenskultur“, so Schweitzer. „Im Kern muss es uns gelingen, ein positives Bewusstsein zu schaffen, dass wir in Deutschland Zuwanderung brauchen. Das ist zentral für unseren Wohlstand.“ Dabei müsse den Bürgern die Angst genommen werden, ihnen würden Jobs weggenommen. „Jedes Jahr müssten unter dem Strich rund 300.000 Zuwanderer, einschließlich Familien, nach Deutschland kommen – das wären bis 2025 dann 1,5 Millionen Fachkräfte“, so Schweitzer.

DIHK fordert mehr Frauen in Vollzeit

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) drängt darauf, dass mehr Frauen in Vollzeit arbeiten. Deutschland leiste sich europaweit die zweithöchste Teilzeitquote unter Frauen, kritisierte DIHK-Präsident Eric Schweitzer im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wir müssen Müttern die Möglichkeit eröffnen, wieder schneller Vollzeit in den Arbeitsmarkt zurückzukehren", erklärte Schweitzer. "Ein bedarfsgerechtes Kinderbetreuungsangebot könnte 850.000 zusätzliche Fachkräfte mobilisieren.“

Für die Wirtschaft sei der Fachkräftemangel inzwischen das größte Zukunftsproblem, fügte der DIHK-Präsident hinzu. „Vor allem im Pflegebereich, bei Ingenieurbüros und Softwarefirmen werden Leute gesucht. Bis 2025 fehlen bis zu sechs Millionen Arbeitskräfte“, so Schweitzer. „Jeder siebte Arbeitsplatz droht unbesetzt zu bleiben. Ein Wahnsinn.“

Besonders dramatisch entwickelt sich laut DIHK die Lage bei den nichtakademischen Fachkräften. Schweitzer sagte gegenüber der WirtschaftsWoche: "Den Trend zur Akademisierung um jeden Preis müssen wir stoppen, damit Deutschland nicht die praktisch ausgebildeten Fachkräfte ausgehen." Zu viele Jugendliche würden an Hochschulen geschickt, obwohl sie da nicht hinpassten. Inzwischen breche fast jeder Vierte das Studium ab, in den Naturwissenschaften sogar jeder Zweite. "Das ist menschlich ein Drama und volkswirtschaftlich ein Desaster", sagte der DIHK-Präsident.

DIHK-Präsident ist gegen steuerliche F&E-Förderung

Zwischen den Spitzenverbänden der Wirtschaft gibt es Ärger über die Förderung von Forschung und Entwicklung in Unternehmen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, stellt sich jetzt gegen die Forderung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Forschung und Entwicklung zusätzlich steuerlich zu fördern. „Das wäre eine zusätzliche Subvention“, sagte Schweitzer im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Deshalb bin ich kein großer Freund davon.“ F&E-Ausgaben seien ohnehin steuerlich voll absetzbar, und am Ende führten die Forschungsanstrengungen auch zu höheren Gewinnen, erklärte Schweitzer: „Das ist der entscheidende Anreiz.“ Damit widerspricht der DIHK-Präsident dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der ausdrücklich für eine zusätzliche steuerliche Begünstigung von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Unternehmen eintritt.

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