„Deutschland-Kurier“: Eine Mischung aus Breitbart und Bild

„Deutschland-Kurier“: Eine Mischung aus Breitbart und Bild

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von Thomas Schmelzer

Schrill, provokant und stramm rechts: Die erste Ausgabe einer AfD-nahen Wochenzeitung namens „Deutschland-Kurier“ liegt in Berliner Briefkästen. Was die neue Publikation bewirken will – und wer hinter ihr steckt.

Auf etwa 300.000 Berliner wartete an diesem Mittwochmorgen eine Überraschung. Eine neue Boulevardzeitung, acht Seiten, großformatige Bilder, dicke Überschriften, steckte in ihren Briefkästen. Niemand hat das Blatt bestellt, keiner dafür bezahlt. „Deutschland-Kurier“ prangte in großen Buchstaben auf der Titelseite.

Wer die Zeitung aufschlug, konnte erstaunliches lesen. Ein Gebrauchtwagenhändler sei im Vergleich zu Angela Merkel die „Seriosität in Person“, stand da. Die rot-rot-grüne Regierung in Berlin mache die Hauptstadt zur Lachnummer. Außerdem gebe es einen „großen Einwanderungsbetrug“. Die Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach regte sich in ihrer Kolumne über „dekretähnliche Entscheidungen“ der Regierung auf. Der ehemalige BILD-Chef Peter Bartels wetterte gegen Merkel, Schäuble und „Mainstream-Medien mit dem Nazi-Pranger“. Und der AfD-Aufsteiger Guido Reil keilte gegen den „farblosen Apparatschik“ Martin Schulz.

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Wenig gibt das Blatt dagegen über sich selbst preis. Unter vielen Artikeln fehlen Autorennamen, im Impressum steht als Chefredakteur David Bendels. Herausgeber ist der „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten“. Was für eine Zeitung ist der „Deutschland-Kurier“ also? Woher kommt das Geld für das Blatt? Und wer steckt wirklich hinter der Zeitung?

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Was für eine Zeitung ist der „Deutschland-Kurier“?

Der „Deutschland-Kurier“ bezeichnet sich in einer Pressemitteilung selbst als „unabhängige politische Wochenzeitung“. Er will demnach über Themen informieren, über die andere Medien angeblich „gar nicht, tendenziös oder verzerrt“ berichten.  Zunächst erscheint der „Deutschland-Kurier“ mit einer Startauflage von 300.000 Exemplaren, die in Berlin verteilt werden. Später soll er in allen deutschen Großstädten in den Briefkästen landen.

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Produziert wird die Zeitung nach Angaben von Chefredakteur Bendels von 15 freien Redakteuren, die den vermeintlichen „Linksrutsch der Medienlandschaft und das Denk- und Schreibdiktat der Political Correctness nicht mehr länger hinnehmen wollen“. Bislang gibt es keinen festen Redaktionssitz.

Nach den ersten vier Ausgaben wird der „Deutschland-Kurier“ 30 Cent pro Ausgabe zuzüglich Versand kosten. Für 52 Euro soll es das Jahresabonnement geben. Außerdem erscheint die Zeitung online – und soll sich über Spenden finanzieren. Ein Verkauf an Kiosken oder Zeitungsständen ist vorerst nicht geplant.

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