Deutschland: Schwarzarbeit auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren

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Deutschland: Schwarzarbeit auf niedrigstem Stand seit 20 Jahren

Schwarzarbeit lohnt in Deutschland immer weniger. Durch die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt nehmen die meisten Menschen lieber einen regulären Job an. Gesetzesänderungen bei Minijobs könnten das schnell wieder ändern, warnen Experten.

In Deutschland wird so wenig schwarzgearbeitet wie seit 20 Jahren nicht mehr. Hauptgründe sind die niedrige Arbeitslosigkeit und die gesunkenen Rentenbeiträge, wie aus einer Prognose der Universität Linz und das Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) hervorgeht. „Die Menschen haben gute Chancen, einen Arbeitsplatz in der regulären Wirtschaft zu bekommen. Für Schwarzarbeit fehlt ihnen dadurch schlicht die Zeit und die Motivation“, teilte IAW-Geschäftsführer Bernhard Boockmann am Mittwoch mit.

Trotzdem werde weiterhin fast jeder siebte Euro am Fiskus vorbeigeschleust. Damit steht Deutschland etwas schlechter da als der Durchschnitt der Industrienationen.

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Fehlende Absicherung Schwarzarbeiter setzen ihre Rente aufs Spiel

Jeder zehnte Deutsche beschäftigt unangemeldete Haushaltshilfen. Das ist nicht nur illegal: Die Putzhilfen und Babysitter verzichten damit auch auf einen Teil ihrer Rente.

huGO-BildID: 3476641 Symbolisch hält am 14.01.2004 eine Frau einen Feudel neben einem Putzeimer. Bei Schwarzarbeit soll in Deutschland künftig auch Strafe angedroht werden. Wer die Putzfrau schwarz beschäftigt oder Handwerker ohne Rechnung arbeiten lässt, soll künftig mit Strafverfolgung oder Haft bis zu zehn Jahren rechnen. In Kraft treten soll das Gesetz nach dem Willen der Bundesregierung Mitte 2004. Der Finanzminister rechnet mit Steuermehreinnahmen in Höhe von etwa einer Milliarde Euro. Foto: Ralf Hirschberger dpa/lbn Quelle: dpa/dpaweb

Konkret erwarten der Linzer Schwarzarbeits-Experte Friedrich Schneider und das IAW, dass in diesem Jahr 340 Milliarden Euro in der Schattenwirtschaft umgesetzt wurden - das sind 13,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Jahr 2012 waren es noch 13,4 Prozent, 2003 hatte die Quote mit 17,1 Prozent einen Höchststand erreicht. Unter Schattenwirtschaft verstehen die Experten vor allem Schwarzarbeit, aber auch andere kriminelle Aktivitäten.

Die Politik sorge schon seit Jahren dafür, dass reguläre Beschäftigungsverhältnisse attraktiver würden, sagte Boockmann. In diesem Jahr sei es vor allem die Senkung der Rentenbeiträge von 19,6 auf 18,9 Prozent die sich bemerkbar mache. Weil dadurch vom Brutto mehr Netto übrig bleibt, werde reguläre Arbeit attraktiver - dadurch sinke das Volumen der Schattenwirtschaft um 1,1 Milliarden Euro. Die Erhöhung der Verdienstgrenze bei Minijobs von 400 auf 450 Euro wirke sich mit weiteren 200 Millionen Euro aus. Hinzu komme die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, die die Schattenwirtschaft um 1,4 Milliarden Euro schrumpfen lasse.

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