Deutschland vor der Wahl: Nachholbedarf gegenüber Populisten

Deutschland vor der Wahl: Nachholbedarf gegenüber Populisten

, aktualisiert 23. November 2016, 04:13 Uhr
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Ein Trump-Fan zeigt Herz: Populisten gewinnen ihre Anhänger nicht mit Fakten und Programmen.

Quelle:Handelsblatt Online

An Begriffen wie „Projekt Europa“ und „Flüchtlingsströmen“ lässt die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling kein gutes Haar. Sie rät deutschen Parteien, die richtigen Schlüsse aus der Wahl von Donald Trump zu ziehen.

Berlin/StuttgartDie Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling hat die Parteien davor gewarnt, sich im anstehenden Bundestagswahlkampf alleine auf Fakten und solide Programme zu verlassen. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten habe gezeigt: „Menschen wählen Werte, auch entgegen ihrem Eigeninteresse“.

Fakten und gute Programmatik erreichten Wähler nur dann, wenn man ihre moralische Dringlichkeit in einfacher, alltagsnaher Sprache erklären könne, betonte die Wissenschaftlerin, die im kalifornischen Berkeley forscht und auch deutsche Parteien berät.

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„Mit Blick auf Deutschland ist zu diagnostizieren, dass viele Parteien gegenüber Populisten großen Nachholbedarf haben, was einfache und wertebezogene Sprache betrifft“, sagte Wehling der Deutschen Presse-Agentur. Seit Monaten würden zentrale Themen von den Vertretern dieser Parteien unter Verwendung ungünstiger Sprachbilder diskutiert: Von den bedrohlich klingenden „Flüchtlingsströmen“ bis zum „Projekt Europa“, das eine zeitliche Begrenzung und Beiläufigkeit suggeriere.

Die Bezeichnung „Brexit“ für das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU lasse an Notausgänge denken, kritisierte Wehling. Der Begriff gaukle außerdem vor, „aus der EU scheidende Länder veränderten sich durch die Abspaltung in ihrem Wesen ebenso wenig wie eine Person, die einen Raum verlässt“.

Quelle:  Handelsblatt Online
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