DGB-Chef Hoffmann: Kritik an Mindestlohn ist „Panikmache“

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Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

von Max Haerder und Henning Krumrey

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, und Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer im WiWo-Streitgespräch um den Mindestlohn.

„Die aktuelle Panikmache ist nicht nachvollziehbar. Klar ist: Eine Generalrevision wird es mit uns nicht geben, schon gar nicht bei der Dokumentationspflicht“, sagte Hoffmann in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

„Was die praktische Umsetzung und Anpassungen angeht, bin ich bedingt gesprächsbereit“, kündigte Hoffmann an. „Aber: Wir müssen den Mindestlohn kontrollieren können. Wer diesen Lohn nicht zahlt, begeht kein Kavaliersdelikt. Manche Exponenten der Wirtschaft haben ihren Frieden mit dem Mindestlohn noch nicht gemacht und suchen weiterhin jeden noch so mickrigen Anlass, um ihn zu diskreditieren.“

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FDP-Chef Lindner "Mindestlohn hält Menschen aus Arbeitsmarkt heraus"

FDP-Chef Lindner fordert eine Revision des Mindestlohngesetzes. Sonst drohe es zu einem "Würgegriff" gegen kleine und mittlere Unternehmen zu werden.

huGO-BildID: 41210861 Der FDP Vorsitzende Christian Lindner spricht am 18.01.2015 beim Neujahrsempfang seiner Partei in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). Foto: Maja Hitij/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Dagegen fordert Ingo Kramer, Präsident des Bundesverbandes der Arbeitgeberverbände, Nachbesserungen am Gesetz: „Unter die bürokratischen Fittiche des Gesetzes geraten selbst Arbeitnehmer, die rund 3.000 Euro brutto im Monat verdienen. 2.000 Euro oder weniger würden auch reichen“, sagte Kramer in dem Gespräch mit der WirtschaftsWoche. „Hier ist die Regierung weit über das Ziel hinausgeschossen. Wenn die Bundesregierung den Mindestlohn bei der Bürokratie entschlackt, nähme das viel Groll.“

Arbeitgeberpräsident Kramer fordert Öffnungsklauseln bei Leiharbeit

 Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, fordert eine Öffnungsklausel für die geplante Befristung der Leiharbeit auf 18 Monate. „Anderthalb Jahre decken den weit überwiegenden Teil der Leiharbeit ab. Wenn sich Betriebsparteien vor Ort dann grundsätzlich darüber hinaus auf längere Fristen verständigen können, wäre das ein gangbarer Weg“, sagte Kramer in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will hingegen den Missbrauch von Leiharbeit eindämmen. „Wir haben leider die Erfahrung machen müssen, dass Leiharbeit auf breiter Front eingesetzt wurde, um Lohnniveaus nach unten zu drücken“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der WirtschaftsWoche. „Wir haben in ganz Deutschland Branchen und viele Unternehmen, in denen es nicht korrekt zugeht. Dort sehen wir immer wieder Missbrauch von Leiharbeit in einem Ausmaß, das einer sozialen Markwirtschaft unwürdig ist. Wir brauchen ein neues Gesetz, um die schwarzen Schafe zu packen. Leiharbeit darf kein Mittel sein, um die anfallende Arbeit dauerhaft von billigerem Personal erledigen zu lassen.“

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