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DGB-Chef Sommer: EU-Parlament soll Bankenaufsicht übernehmen

von Michael Inacker und Dietrich Creutzburg Quelle: Handelsblatt Online

DGB-Chef Sommer fordert, dass das EU-Parlament und nicht die EZB die Banken überwachen soll: „Entscheidend ist eine demokratisch legitimierte und kontrollierte Aufsicht ohne die ständige Gefahr von Kungelei.“

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, fordert, dass das EU-Parlament die Bankenaufsicht übernimmt. Quelle: dpa
Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, fordert, dass das EU-Parlament die Bankenaufsicht übernimmt. Quelle: dpa

DüsseldorfDer Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wehrt sich entschieden dagegen, die Europäische Zentralbank (EZB) mit der Bankenaufsicht zu beauftragen und fordert stattdessen eine direkte Zuständigkeit des Europäischen Parlaments. „Die Verantwortung für die Bankenaufsicht sollte ans Europäische Parlament gehen“, sagte DGB-Chef Michael Sommer in einem Interview mit dem Handelsblatt. Als Steuerungsgremium für die operative Aufsicht können man dort dann einen Sonderausschuss einrichten – „etwa nach Art der Bundestags-Sonderkommission zur Kontrolle der Geheimdienste“, schlug Sommer vor. „Entscheidend ist eine demokratisch legitimierte und kontrollierte Aufsicht ohne die ständige Gefahr von Kungelei.“

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Dass „ausgerechnet der Bankenverband“ für eine Aufsicht unter dem Dach der formal unabhängigen EZB sei, mache ihn „umso argwöhnischer“, sagte Sommer. „Die Damen und Herren dort verstehen unter Europäisierung doch nur weniger Kontrolle“, warnte er.

Zugleich äußerte Sommer massive Kritik am Lobbyeinfluss der Banken insgesamt. „Wir sehen hier in erschreckender Deutlichkeit die inakzeptable Erpressungsmacht der Finanzwelt über die Politik“, beklagte er und argumentierte, dass es um die 2009 getroffenen internationalen Verabredungen für eine strengere Finanzmarktregulierung wieder sehr still geworden sei. „Ich gewinne zunehmend den Eindruck, dass das politische Systems hier versagt“, sagte der DGB-Chef.

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Außerdem setze er sich für eine Aufspaltung von Großbanken ein. „Zunächst brauchen wir die Trennung von Investment-Banking und Privatkundengeschäft“, sagte er. Ein solches Trennbankensystem diene dem Schutz der Normalkunden vor gefährlichen Haftungsrisiken und sei ein Beitrag zur Begrenzung privater Bankenmacht. „Hätten wir nur Privatbanken wie zum Beispiel die Deutsche Bank, wäre es um die deutsche Wirtschaft schlecht bestellt“, ergänzte Sommer. Deutschland könne daher auch froh sein über sein dreigliedriges System mit Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.08.2012, 19:43 UhrJoker

    Ein scheinheiliger Dummschwätzer, oder ein schlichter Blödmann.
    Die Bankster müssen von der Staatsanwaltschaft dingfest gemacht
    werden und sogleich enteignet und weggesperrt.

  • 26.08.2012, 17:52 UhrPinin

    Redet dieser Mensch tatsächlich von einem "demokratisch legitimierten Parlament"?

    Hat er denn noch nicht mitbekommen dass ein Malteser ca. das 10-fache Stimmgewicht eines Deutschen bei der Wahl dieses "Parlamentes" hat?
    Schon mal vom demokratischen Grundprinzip "one man one vote" gehört?

  • 26.08.2012, 17:45 UhrCharly

    "Als Steuerungsgremium für die operative Aufsicht können man dort dann einen Sonderausschuss einrichten – „etwa nach Art der Bundestags-Sonderkommission zur Kontrolle der Geheimdienste“, schlug Sommer vor. „Entscheidend ist eine demokratisch legitimierte und kontrollierte Aufsicht ohne die ständige Gefahr von Kungelei.“
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    Genauso einen Ausschuss brauchen wir unbedingt, der ist äusserst wirkungsvoll. Müssen diese Quacksalber der Sorte Sommer eigentlich nicht selber über diesen Mist lachen, den sie hier verkünden?

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