Die Hamburg-Wahl zum Nachlesen: Sechs Parteien im Landtag, SPD weit vorne

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Die Hamburg-Wahl zum Nachlesen: Sechs Parteien im Landtag, SPD weit vorne

, aktualisiert 15. Februar 2015, 20:35 Uhr

Die SPD ist der Gewinner der Hamburg-Wahl, auch wenn die Partei die absolute Mehrheit knapp verpasst hat. Auch die kleinen Parteien können sich freuen. So lief der Wahlabend.

Gleich sechs Parteien sind in der neuen Hamburger Bürgerschaft vertreten. Neben der FDP schaffte auch die AfD den Sprung über die 5-Prozent-Hürde. Jubel auch bei der SPD: Sie braucht zwar einen Koalitionspartner, stellt aber weiterhin mit weitem Abstand die größte Fraktion. Die CDU hingegen wurde - wieder einmal - in einer deutschen Großstadt abgestraft. Die Ereignisse des Wahlabends zum Nachlesen in unserem Ticker.

+++ 20:30 Uhr +++

Die CDU hat ihr schlechtes Ergebnis von 2011 noch einmal unterschritten. Nur rund 16 Prozent der Stimmen entfallen auf die Konservativen. In der "Berliner Runde" des ZDF versuchen die Unionspolitiker das Ergebnis herunterzureden. Statt die Niederlage zu analysieren, freuen sie lieber über das gute Abschneiden der Liberalen. „Die totgesagte FDP ist aus der Intensivstation raus und stärkt das bürgerliche Lager“, sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. CDU-Generalsekretär Peter Tauber ergänzte: „Es ist kein Geheimnis, dass die Union mit der FDP viele inhaltliche Schnittmengen hat.“ Die FDP feiert in Hamburg nach einer langen Serie von Niederlagen ihren ersten Wahlerfolg und bleibt in der Bürgerschaft.

+++ 20:12 Uhr +++

Die SPD kommt laut ARD-Hochrechnung von 20.00 Uhr auf 46,5 Prozent nach 48,4 Prozent 2011. Die CDU büßte gegenüber 2011 rund sechs Punkte auf 16,0 Prozent nach 21,9 Prozent ein. Die Grünen behaupteten mit 11,9 Prozent ihr Ergebnis von 2011 von 11,2 Prozent. Die Linkspartei legte auf 8,4 Prozent nach 6,4 Prozent zu. Die FDP legte leicht von 6,7 Prozent auf 7,1 Prozent zu. Die AfD kommt aus dem Stand auf 5,8 Prozent. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF entfallen auf die SPD 59 der 121 Sitze in der Bürgerschaft. Ihr fehlen somit zwei Sitze zur absoluten Mehrheit.

+++ 20:07 Uhr +++

Erstmals durften in Hamburg auch 16- und 17-Jährige wählen. 36 Prozent von ihnen gaben der SPD ihre Stimme, 16 Prozent der CDU, zwölf Prozent den Linken, acht Prozent der FDP und 17 Prozent den Grünen. Die AfD wäre – wenn es nach den Jungwählern ginge – nicht in die Bürgerschaft eingezogen. Sie erhielt nur vier Prozent ihrer Stimmen.

So steht die Wirtschaft in Hamburg da

  • Wirtschaftskraft

    Die rund 1,8 Millionen Einwohner erwirtschafteten 2013 ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von fast 98 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von 3,6 Prozent an der Wirtschaftsleistung Deutschlands. Damit lag die Elbmetropole im Mittelfeld. Das BIP pro Kopf von 53.600 Euro war jedoch das höchste aller Bundesländer. Grund ist die hohe Zahl an Arbeitsplätzen in Luftfahrt, Forschung, Internet und Medien sowie die Wertschöpfung des Hamburger Hafens.

  • Konjunkturlage

    Im ersten Halbjahr 2014 ist die Wirtschaft der Hansestadt um 0,7 Prozent gewachsen. Das war weniger als der Schnitt in Deutschland. Die Arbeitslosenquote lag im Januar 2015 mit 7,7 Prozent im Mittelfeld der Bundesländer.

  • Industrie

    Die Bruttowertschöpfung der Industrie lag 2013 bei 10,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: In Bremen waren es fünf Milliarden und in Berlin 8,9 Milliarden Euro. Die wichtigsten Branchen waren der Fahrzeugbau, der Maschinenbau, die Mineralölverarbeitung sowie die Nahrungsmittelindustrie und die Tabakverarbeitung mit einem Anteil von zusammen 65 Prozent. Größter Arbeitgeber ist die Luftfahrtindustrie mit Airbus und der Lufthansa.

  • Verschuldung

    Der öffentliche Gesamthaushalt der Hansestadt war zuletzt mit 25,1 Milliarden Euro verschuldet. Das entspricht rund 14.400 Euro je Einwohner. Damit war die Pro-Kopf-Verschuldung niedriger als in den beiden anderen Stadtstaaten Berlin und Bremen. Beim Länderfinanzausgleich gehört Hamburg wegen seiner Wirtschaftskraft zu den vier Geberländern.

+++ 20:01 Uhr +++

AfD-Chef Bernd Lucke sieht im Einzug seiner Partei in das erste westdeutsche Landesparlament Rückenwind für weitere Erfolge in Westländern. „In Ostdeutschland ist es aufgrund der geringeren Parteienbindung der ostdeutschen Wähler sicherlich leichter, Erfolge zu erzielen“, sagte er am Sonntag im ZDF. „Jetzt haben wir auch gezeigt, dass wir in einer liberalen, weltoffenen Großstadt wie in Hamburg erfolgreich sein können.“ Dies sei eine gute Voraussetzung für die Wahlen am 10. Mai Bremen und im nächsten Jahr in Baden-Württemberg.

+++ 19:59 Uhr +++

Nach seinem Wahlsieg wird Olaf Scholz von manchen Analysten schon mit der Kanzlerkandidatur in Verbindung gebracht. Er selbst will davon nichts wissen: "Ich habe hier als Bürgermeister kandidiert, und das will ich auch sein und nicht was anderes."


+++ 19:35 Uhr +++

Auch nach einer zweiten Hochrechnung ist der AfD der Sprung in die Bürgerschaft gelungen. 5,5 Prozent der Stimmen konnte sie auf sich vereinigen. Die SPD kommt mit 46,7 Prozent und verpasst damit knapp die absolute Mehrheit. Mit 15,9 Prozent der Stimmen hat die CDU eine historische Pleite eingefahren. Die FDP kommt auf 7,4 Prozent, die Linke auf 8,5 Prozent und die Grünen auf 11,7 Prozent.

+++ 19:26 Uhr +++

Laut Hochrechnungen verpasst Scholz die absolute Mehrheit. Das ergibt eine Hochrechnung, die infratest dimap um 19:11 Uhr veröffentlichte. Laut Hochrechnung erreicht die SPD 47,0 Prozent. Koalitionspartner sollen die Grünen werden. SPD und Grüne stellen sich auf Koalitionsverhandlungen ein und haben erste Positionen abgesteckt. „Ich habe nicht das Gefühl, dass bei den Grünen jemand Vabanque spielt und unangemessene Vorstellungen davon hat, was das Wahlergebnis ermöglicht“, sagte Bürgermeister Olaf Scholz im ZDF. Jens Kerstan von den Grünen erwiderte, dass sich auch die SPD in Richtung der Grünen bewegen müsse. „Sonst funktioniert das nicht.“ Das betreffe vor allem die Umwelt-, Klima und Verkehrspolitik.

+++ 19:14 Uhr +++

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der rechtskonservativen AfD, Hans-Olaf Henkel, sieht im Ergebnis der Bürgerschaftswahl in Hamburg ein Signal auch für andere Bundesländer. „Wenn wir den Einzug in die Bürgerschaft schaffen, schaffen wir es überall in Deutschland“, sagte der AfD-Europaabgeordnete und Ex-BDI-Präsident am Sonntag im ZDF. Seine Partei sei konservativ und liberal.

+++ 19:10 Uhr +++

Die Wahlbeteiligung ist für Hamburg enttäuschend. Nur 55,5 Prozent aller Wahlbeteiligten haben von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Erstmals durften in Hamburg auch 16-Jährige wählen. Insgesamt gab es 27.000 Wahlberechtigte unter 18 Jahren.

+++ 19.00 Uhr +++

"Wir sind konservativ und liberal. Wenn wir es in Hamburg schaffen, schaffen wir es überall in Deutschland", sagt AfD-Politiker Hans-Olaf Henkel.

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