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Die Linke: Lafontaines Freunde

von Friedrich Thelen

Kaum wird bekannt, dass Oskar Lafontaine an Krebs erkrankt ist und operiert werden muss, melden sich seine sogenannten Parteifreunde von der Linken und fordern seinen Rücktritt. Wer solche politischen Freunde hat, muss sich um seine Feinde nicht mehr sorgen, meint Friedrich Thelen in einem Gastkommentar für wiwo.de.

Dr. Friedrich Thelen
Dr. Friedrich Thelen

Allen voran der Thüringische Fraktionschef Bodo Ramelow: „Es gilt, sich gezielt auf ein Ausscheiden von Oskar Lafontaine im nächsten Jahr vorzubereiten. Und weiter: “Das hat nichts mit der Krebserkrankung zu tun, vielmehr müsse man sich bei einem Lebensalter von 66 auf 67 Jahren auf eine Zeit ohne Lafontaine ab 2010 einstellen.“

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Andere linke Parteifreunde, wie der Vorsitzende im Saarland Rolf Linsler, gehen davon aus, dass Lafontaine „trotz der Operation im Landtag sprechen wird.“ Wohlgemerkt, Krebs ist eine teuflische und zuweilen immer noch tödlich verlaufende Krankheit.

Wenn seine angeblichen politischen Freunde ihn so behandeln, wird sich Lafontaine freuen, selbst vom politischen Gegner mehr Mitgefühl zu bekommen.

So erklärt der saarländische SPD-Chef Heiko Maas: “Ich wünsche Oskar Lafontaine eine schnelle Genesung und einen guten Verlauf der Operation.“

Und der aus Rheinland-Pfalz stammende stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion Jürgen Fuchs sagte: „Ich wünsche mir als gläubiger Katholik, dass es ihm bald besser geht und dass er die schwierige Situation, in der er sich befindet, gut übersteht.“

Bekanntlich ist Oskar Lafontaine überraschender Volten fähig. Von Argumenten – wenn sie nicht die seinen sind - bleibt er meist unbeeindruckt. Aber Gefühle erreichen ihn zuweilen. Vielleicht auch diesmal.

Wenn er nüchtern betrachtet, wie die von ihm formierte und beförderte Partei mit seinem Schicksal umgeht, könnten ihn doch leise Zweifel beschleichen.

Ist er für den wirren Links-Haufen im Westen und die kühlen SED-Erben im Osten im Grunde doch nichts anderes als ein nützlicher Idiot, den man zum Gebraucht-Eisen wirft, wenn er wegen seiner Krankheit nicht mehr einsetzbar ist…?

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.11.2009, 10:16 UhrAnonymer Benutzer: Joerg Conrad

    Lafontaine, begabter intrigant, substanzloser Obertrompeter, Verraeter und begnadeter Rattenfaenger. Sein unbestrittener Verdienst ist, eine zusammengewuerfelte Truppe aus Sektierern, krankhaft Unzufriedenen, realitaetsfernen Gewerkschaftsfunktionaeren, Faulenzern und ewiggestrigen betonkommunisten aufgelesen zu haben. Nur einen Tag nach seiner Krankmeldung wird er schon von seinen lieben Freunden auf die Schlachtbank gefuehrt. Den unruehmlichen Abgesang Deiner lieben Genossen hast Du Dir hochverdient

  • 19.11.2009, 18:42 UhrAnonymer Benutzer: Gast

    Krebs ist schlimm. Da kann man Oskar nur gute besserung wünschen - einfach so als Mensch.
    Für die Politik its es aber ein Sege, dass diese fragwürdige Figur aus dem Verkehr gezogen wird. Leider bleibt offen, für wie lange. Wer will denn diesen Verräter der eigenen Partei noch haben? Als die bRD einen Finanzminister brauchte, haute er "in den Sack". Als die Partei einen starken Vorsitzenden brauchte, kniff er. Als seine Wählergemeinschaft eine Führungspersönlichkeit und klare Ziele brauchte, da verkaufte er "seine Partei" an die Ex- SED, die Linken.

    Mal ehrlich: Wer will so einen noch haben?

  • 19.11.2009, 11:17 UhrAnonymer Benutzer: Rolf

    Man kann nur hoffen, daß die geistigen Perspektiven des "SPD-Mitglieds" nicht repräsentativ sind für die gleichnamige Partei. Ansonsten ist festzustellen, daß ein Mann, der seit jeher so polemisch austeilt wie Lafontaine, nicht plötzlich unter Denkmalschutz steht. Selbstverständlich ist ihm, wie jedem anderen vergleichbar betroffenen, gute besserung zu wünschen.

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