Die Verkehrslage zum Wochenende: Keine Schnapsidee: Dobrindt testet Alkohol-Wegfahrsperre

kolumneDie Verkehrslage zum Wochenende: Keine Schnapsidee: Dobrindt testet Alkohol-Wegfahrsperre

Kolumne von Christian Schlesiger

Mehr Stellplätze für Lkw, mehr Funklöcher auf ICE-Strecken. Das Neueste zur Mobilität auf den Punkt.

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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zog Pläne seines Ministeriums, die Wasser-Maut 2018 einzuführen, zurück.

Erst pusten, dann starten

Und bist Du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will notorischen Alkohol-Sündern das Null Komma Null erzwingen. Autofahrer, die schon mehrfach betrunken am Steuer erwischt wurden und eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) erfolgreich absolviert haben, müssen einen sogenannten Alko-Lock in ihren Wagen einbauen. Der Fahrer pustet in ein eingebautes Röhrchen und nur wenn das Messgerät Null Promille anzeigt, springt der Motor an. Dobrindt will die Alkohol-Wegfahrsperre in einem Modellversuch ausprobieren. Diesen voll elektronischen Idiotentest gibt es übrigens schon in Schweden, Finnland, Kanada und den USA. 

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Die wichtigsten Baustellen der Bahn 2015

  • S-Bahn Berlin

    Von Mitte Januar bis Anfang Mai wird auf der Nord-Süd-Verbindung der Oberbau, die Leit- und Sicherungstechnik und der Tunnel unter die Lupe genommen. In dieser Zeit ist die Strecke zwischen Gesundbrunnen und Yorkstraße gesperrt. Von Ende August bis Ende November wird außerdem eine Brückenkonstruktion am erst 2006 eröffneten Berliner Hauptbahnhof saniert. Fernzüge halten dann im unteren Teil des Kreuzungsbahnhofs.

  • Hannover-Göttingen

    Mitte Mai sollen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwölf Weichen erneuert werden. Während der Bauzeit wird die Strecke gesperrt. Der Fernverkehr wird von Hannover über die alte Strecke nach Göttingen umgeleitet. Das dauert 30 Minuten länger.

  • Köln-Frankfurt

    Von Mitte April bis Mitte Mai werden auf der ICE-Strecke 44 Kilometer Schienenstrang ausgewechselt. Dazu wird die Strecke durch den Westerwald an vier Wochenenden gesperrt. Die Züge werden dann am Rhein entlang fahren. Die Fahrzeit verlängert sich um 60 Minuten.

  • Köln-Aachen

    Die Strecke bekommt von Ende Juni bis Mitte August auf 22 Kilometern neue Gleise. Fernzüge fahren einen Umweg über Venlo und brauchen dafür 45 Minuten länger. Auf der Route Köln-Siegen werden im gleichen Zeitraum 35 Kilometer Gleise renoviert. Davon sind in der Bauzeit 77 Nahverkehrszüge betroffen, die durch Busse ersetzt werden.

  • Mannheim-Stuttgart

    Von Mitte September bis Ende Oktober werden auf der Schnelltrasse Gleise und Weichen ausgetauscht. Dafür wird die Strecke zwischen Kraichtal und Stuttgart-Zuffenhausen zeitweise gesperrt. Die Umleitung über die alte Strecke kostet 40 Minuten Fahrzeit.

  • Nürnberg-Ansbach

    Von Anfang März bis April wird ein zehn Kilometer langer Streckenabschnitt saniert. Zeitweise ist eine Sperrung nötig. Die Fernzüge der Linie Nürnberg-Karlsruhe werden über Treuchtlingen umgeleitet. Das dauert 40 Minuten länger als sonst.

  • München-Ingolstadt

    Auf dieser Route wird voraussichtlich noch bis August 2015 die Schienentechnik erneuert, damit Züge künftig dort mit Tempo 200 fahren können. Dabei muss ein alter Damm saniert, Gleise erneuert und neue Signalkabel verlegt werden. Ein Teil der Fernzüge muss über Augsburg umgeleitet werden. Das führt zu einer 30 Minuten längeren Fahrzeit.

Schlag ins Wasser: Maut kommt doch nicht

Lkw zahlen schon lange eine Maut auf Autobahnen, jetzt soll es auch den privaten Autofahrern an den Kragen gehen. So sollte das auch auf Wasserstraßen laufen: Das Gewerbe zahlt bereits Maut, die privaten Schiffer sollten nachziehen. Doch auf Deutschlands Flüssen, Seen und Kanälen werden Freizeit-Kapitäne auch in Zukunft keine Maut zahlen müssen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zog entsprechende Pläne seines Ministeriums, die Wasser-Maut 2018 einzuführen, zurück. Das Ministerium begründete den Verzicht mit den hohen Verwaltungskosten, die eine solche Gebühr zur Folge hätte. Aufwand und Ertrag stünden in keinem Verhältnis. Das tun sie auf der Straße auch nicht. Nur auf dem Wasser sind deutlich weniger Ausländer unterwegs. Da käme für den Stammtisch wohl nichts Verwertbares bei rum. 

Deutsche Airlines: Jammern statt fliegen

Deutsche Fluggesellschaften klagen mal wieder. Während der weltweite Luftverkehr 2014 um sechs Prozent wuchs, schafften es die hiesigen Flieger nur auf ein Plus von zwei Prozent. Der Marktanteil von Lufthansa, Air Berlin und Co beim Flugaufkommen in Deutschland sank von 73 auf 65 Prozent. Schuld sind laut Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) natürlich die anderen: die Politik wegen der Luftverkehrssteuer, die staatlich „gedopten“ Airlines aus Arabien (O-Ton BDL-Chef Klaus-Peter Siegloch), die Bürger, weil sie sich strenge Nachtflugverbote wünschen. Andere Gründe zählen nicht: Die Streiks der gierigen Lufthansa-Piloten – kein Thema. Auch nicht die strategischen Blindflüge der Vergangenheit bei Air Berlin, die klugen Geschäftsmodelle von Ryanair, Norwegian und Easyjet, die starke Konkurrenz auf der Schiene. Mal eine Frage: Auf Suchmaschinen wie Swoodoo habe ich noch nie einen Lufthansa-Flug gefunden, der preislich mit anderen Airlines – auch europäischen – mithalten kann. Warum eigentlich?

Die Verkehrslage zum Wochenende Dobrindt liebäugelt mit autonomer Szene

Verkehrsminister Dobrindt will eine Teststrecke für selbstfahrende Autos, die Bahn wettert gegen Abzocke durch die Lufthansa - der Rück- und Ausblick auf die Mobilitätsbranche.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Quelle: dpa

 

 Dobrindt parkt Lkw-Fahrer ins Bett

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will bis 2017 bundesweit rund 6000 neue Parkplätze für Lkw entlang der Autobahnen schaffen - 14 Prozent mehr als derzeit. In diesem Jahr würden rund 1800 neue Parkplätze hinzukommen, erklärte Dobrindt am Donnerstag. Fahren ohne einen Parkplatz zu finden, ist nicht nur nervig, sondern auch illegal, wenn der Trucker seine erlaubten Zeiten überschreitet. Dobrindts Initiative soll daher die Parkplatzsuche erleichtern und so für mehr Verkehrssicherheit sorgen, sagt der Minister. Für noch mehr Verkehrssicherheit könnte Dobrindt sorgen, wenn er die transportierten Güter gleich ganz auf die Schiene verlagert. Also bitte erstmal: Umparken im Kopf.

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