Die Wirkung im Netz: "Internet muss nicht an den Pranger"

Die Wirkung im Netz: "Internet muss nicht an den Pranger"

Bild vergrößern

CDU-Politiker Peter Tauber

Der Beitrag des CDU-Politikers Ansgar Heveling zur Netzpolitik sorgte nicht nur im Internet für Diskussionen. Auf WirtschaftsWoche Online antwortet sein Parteikollege Peter Tauber und versucht für die Union zu retten, was zu retten ist. Ein Gastbeitrag.

Warum ist eine öffentliche Antwort aus den Reihen der Union zu den Aussagen meines Kollegen Ansgar Heveling zum Internet notwendig? Wen interessiert der Streit in der CDU, welchen Stellenwert wird dem Internet und der Digitalisierung unserer Welt als politische Gestaltungsaufgabe zumessen? Nun, ich denke, viele Menschen wollen wissen, wie und ob die Union als politische Kraft die durch das Internet angestoßenen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse wahrnimmt und welche Antworten sie auf die daraus erwachsenden Herausforderungen gibt.

Keine Generationsfrage

Anzeige

Entgegen der Meinung des Kollegen Heveling reden wir dabei aber nicht über ein paar Piraten, Blogger (ich blogge selbst) und junge Leute, die zu viel Zeit online verbringen. Es ist keine Generationenfrage. Wir reden beispielsweise auch über 400.000 Menschen, die in Deutschland in der Internetwirtschaft einen Arbeitsplatz haben und die im besten Falle lächeln, wenn sie die Zukunftsprognosen Hevelings lesen. Im schlimmsten Fall ist die CDU für sie nach der Lektüre seiner Zeilen unwählbar. Das ist in doppelter Hinsicht nicht gut. Erstens setzt die Internetwirtschaft in Deutschland laut Angaben des Branchenverbands BITKOM mehr als 110 Milliarden Euro im Jahr um – verbunden mit fast zweistelligen Wachstumsraten in den letzten Jahren, und zweitens kann und sollte die Union sich daher mit der Digitalisierung nicht nur gesellschaftspolitisch, sondern vor allem wirtschaftspolitisch auseinandersetzen. Es kann uns nicht kalt lassen, dass es kein deutsches Google oder Facebook gibt.

Silver Surfer und "Internetausdrucker"

Wir reden aber auch über die „Silver Surfer“ in der Senioren Union, die ihre Verbandsarbeit vor Ort längst online organisiert, während manch ein Entscheidungsträger offensichtlich in die Kategorie „Internetausdrucker“ einzusortieren ist. Hier böte sich Raum für eine herrliche Polemik. Doch das hilft nicht weiter, wenn wir uns der Frage nähern wollen, warum sich manche in der Union (und auch Funktions- und Mandatsträger anderer Parteien) ein von Skepsis geprägtes Bild des Internets zu eigen gemacht haben. Warum vermitteln sie den Eindruck, als ob sie das Internet für einen Hort aller Dinge halten, die sie ablehnen?

Vielleicht liegt es daran, dass sie von falschen Annahmen ausgehen. Es gibt nicht auf der einen Seite „das Internet“ und auf der anderen Seite „die reale Welt“. Das Internet und die reale Welt sind eins. Wir erleben im Positiven wie im Negativen dieselben Dinge. Wir müssen verstehen lernen, dass das Internet uns einen Spiegel unserer Gesellschaft vorhält und wir unmittelbar auch mit den Dingen konfrontiert werden, die uns nicht gefallen. Nur wer diese irreführende Differenzierung aufgibt, der wird in der Lage sein, zufriedenstellende Antworten zu liefern, wenn es darum geht, Instrumente und Regeln zu finden, die es uns erlauben, allgemein akzeptierte Normen, Gesetze und Werte auch in der digitalen Gesellschaft durchzusetzen. Das bis dato offenkundigste Beispiel für das Scheitern dieser Bemühungen waren die Netzsperren zur Bekämpfung der Kinderpornografie. Nie im Leben hätten wir uns mit einer vergleichbaren Regelung in der analogen Welt zufrieden gegeben. Und so taugen umgekehrt eben auch Regeln und Instrumente, die analog wunderbar funktionieren, nicht für das Internet.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%