Die Wirkung im Netz: Zwei Seiten des Internets

Die Wirkung im Netz: "Internet muss nicht an den Pranger"

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"Mich ärgert vor allem, dass nun der Eindruck entsteht, als ob Ansgar Heveling für die Union spricht. Das ist nicht so.", sagt Tauber.

Zwei Seiten des Internets

Wir brauchen das Internet dabei auch nicht bejubeln, aber wir müssen es nicht an den Pranger stellen. Wir sollten beide Seiten sehen. Wir erleben Missbrauch und Kriminalität und eine manchmal unerträgliche Verrohung der Umgangsformen selbst in den Leserforen von Zeitungen und Magazinen, deren Leserschaft wir für gebildet gehalten haben. Und wir erleben wunderbare soziale Projekte, die durch das Internet entstehen, Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger sowie die schier unglaublichen Möglichkeiten unseren Arbeitsalltag zu bereichern und uns neue Formen der Freizeitgestaltung zu erlauben. Beides steht nebeneinander und es liegt an der „Netzgemeinde“, ob wir die guten Seiten nutzen und wie wir mit den Risiken umgehen. Wir können über Pornografie im Netz schimpfen oder uns darüber freuen, dass Jesus Christus auf Facebook so viele Fans hat wie sonst niemand.

Heveling spricht nicht für die Union

Mich ärgert vor allem, dass nun der Eindruck entsteht, als ob Ansgar Heveling für die Union spricht. Das ist nicht so. Ich diskutiere derzeit nicht nur in meinem eigenen Verband über das Thema Internet und digitale Gesellschaft. Die Mitglieder der CDU sind hochgradig interessiert an dem Thema. Sie sind nicht ängstlich oder skeptisch und ich bin, vor allem wenn ich mit älteren Parteimitgliedern diskutiere, immer wieder erstaunt, wie offen sie für das Thema sind und wie groß die Bereitschaft ist, sich darauf einzulassen. Hoffnungsvoll stimmt mich, dass Ansgar Heveling bis jetzt aus der eigenen Partei keinen für mich öffentlich wahrnehmbaren Zuspruch erfahren hat.

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Ein Schritt in die richtige Richtung

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Wenn wir diese Gelegenheit nun beim Schopfe packen und nicht nur in der CDU, sondern darüber hinaus damit beginnen, eine breite gesellschaftliche Debatte zu führen, was wir uns für unsere Gesellschaft durch die Digitalisierung erhoffen, dann wäre das ein Schritt in die richtige Richtung. Und diese Debatte sollte nicht eine kleine selbst ernannte Netzavantgarde aus Berlin-Mitte führen, die bis dato viele netzpolitische Debatten bespielt. An dieser Debatte sollte die ganze „Netzgemeinde“ – also alle gesellschaftlich relevanten Gruppen sowie auch die durchschnittlichen Internetnutzer – teilnehmen. Dann wäre viel gewonnen. Vielleicht hat uns Ansgar Heveling auf diesem Weg einen Schups gegeben. Dann sei ihm die eine oder andere Formulierung verziehen. Und falls er Schlachten in Mittelerde schlagen will, empfehle ich ihm das passende Online-Rollenspiel. Da kann er digitales Blut fließen lassen und dabei auch noch Spaß haben, ohne jemandem weh zu tun.

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