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DIW-Studie: Mindestlohn hilft den Armen nicht

Der von den Gewerkschaften geforderte flächendeckende Mindestlohn von 7,50 Euro würde den Armen nicht helfen und die Einkommensverteilung kaum beeinflussen - und zwar selbst unter der Annahme, dass durch ihn keine Arbeitsplätze verloren gingen, sagt eine Studie des DIW.

Eine DIW-Studie streitet die Quelle: AP
Eine DIW-Studie streitet die Wirkung eines Mindestlohnes gegen Armut ab Quelle: AP

Zu diesem vernichtenden Urteil kommt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), deren noch unveröffentlichter Entwurf der WirtschaftsWoche vorliegt. Der Mindestlohn sei „kein effektives Instrument zur Einkommensumverteilung und zur Verringerung der Armut“, schreiben die DIW-Ökonomen Kai-Uwe Müller und Viktor Steiner.

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Zwar würden die Stundenlöhne im Niedriglohnbereich im Schnitt um gut 30 Prozent steigen. Die Nettoeinkommen der vom Mindestlohn betroffenen Haushalte würden sich nach den Berechnungen des DIW aber nur vergleichsweise geringfügig verändern, und zwar um 2,1 Prozent im Westen und 4,0 Prozent im Osten.

Der Grund ist, dass die Einkommen im Niedriglohnbereich durch das Arbeitslosengeld II aufgestockt werden, dieser Zuschuss bei steigendem Einkommen aber weitgehend wegfällt.

Würden auch noch mögliche Jobverluste durch den Mindestlohn mit berüchsichtigt, „dürfte das Urteil über die Nützlichkeit des Mindestlohns als Mittel zur Armutsbekämpfung noch pessimistischer ausfallen“, so die Autoren.

23 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.05.2008, 19:51 UhrAnonymer Benutzer: Rolf Ackermann

    ich freue mich über die spannende Diskussion, halte Mindestlöhne aber immer noch für schädlich. Mir ist natürlich auch klar - @ Arm der Götter -, dass ein Mindestlohn vielen, die weniger verdienen, helfen würde. Das gilt aber nur für die, deren Job sich dann auch noch rechnet und die nicht arbeitslos werden. Gäbe es diese Gefahr erheblicher Kollateralschäden in Form von Jobverlusten nicht, würde doch niemand gegen Mindestlöhne plädieren!

    @ Jan: ich glaube auch nicht an die Theorie von der dauerhaften steuerfinanzierten Schmutzkonkurrenz, die irgendwann bei der Sklavenarbeit endet. Sicher gibt einen Effekt, der in diese Richtung wirkt. Aber er wird sich irgendwann in sein Gegenteil verkehren, wenn der Arbeitsmarkt in Schwung kommt und der Wettbewerb um Arbeitskräfte zunimmt. Dafür müsste erstens dafür gesorgt werden, dass von einem höheren Gehalt mehr bei den Aufstockern ankommt, so dass es ihnen eben nicht egal ist, ob sie zwei oder fünf oder sieben Euro die Stunde verdienen.

    Zweitens: Warum gehen wir nicht den Weg zb der Dänen oder briten, die ihren Arbeitsmarkt radikal dereguliert haben? Der Kündidungsschutz in Deutschland ist ein System, von dem nur die profitieren, die Arbeit haben - auf Kosten der Arbeitslosen, die draußen sind und draußen bleiben. Oder nur über befristungen oder Zeitarbeit einen Fuß in die Tür kommen. DAS ist die große Ungerechtigkeit. Würden wir den Kündigungsschutz lockern, dann könnte der Arbeitsmarkt eine Dynamik entfalten, gegen die das, was wir in den letzten zwei Jahren gesehen haben, nur ein laues Lüftchen ist. Und damit wäre ALLEN tausendmal besser geholfen als mit einem Mindestlohn, der den Arbeitsmarkt nur noch stärker zubetonieren würde als ohnehin schon. Die immer weitergehende Regulierung des Arbeitsmarkts ist doch das, was wir in den vergangenen Jahren probiert haben, und keiner kann sagen, es habe funktioniert. Wieso lernen wir daraus nichts?

  • 05.05.2008, 22:40 UhrAnonymer Benutzer: Mark_Question

    Ach mal wieder die liebe (Un)SiNN-Fraktion!!! Die Ausgangsfrage ist mal wieder völlig flasch gestellt. Es geht doch nicht um die Verringerung von Armut bzw. Einkommensvertreilung, es geht um Gerechtigkeit und um etwas, was der naive homo oeconomicus niemals verstehen wird: um Ehre. Vielleicht gibt es ja tatsächlich noch Arbeitnehmer, die Nicht von "Almosen" vom Staat angewiesen sen möchten? Ganz abgesehen vom menschenunwürdigen Duchleuchten des Privatesten der Leistungsbezieher. Sicher gibt es Gott sei Dank noch Menschen, die aus Stolz oder Scham eben nicht jeden Euro beim Amt einfordern und dies auch niemals wollen. Aber was soll man einen Universiätsprofessor schon mit simpelster Psychologie kommen...

    Ein nicht ganz so rationaler Diplom-Kaufmann mit gesundem Menschenverstand

  • 05.05.2008, 19:59 UhrAnonymer Benutzer: Ben

    Ein Mindestlohn ist ein massiver Eingriff in die freie Marktwirtschaft, weil eben nicht nur der Lohn der Arbeitnehmer beeinflusst wird, sondern der gesamte Mechanismus: Denn Mindestlöhne in einer branche führen in der Regel zu Preissteigerungen oder, wenn das nicht möglich ist, zu Entlassungen. Damit verbunden sinkt das (gesamte) Realeinkommen eher als dass es steigt. Wenn es hart auf hart kommt, verlagern sich betroffene Unternehmen gleich ins Ausland, um der Konkurrenz stand halten zu können.

    ich glaube, der Deutsche Arbeitnehmer muss von drei viel zu tief verwurzelten Gedanken abkommen:
    1. Der Gedanke des Sesshaftseins, denn im Rahmen der Globalisierung (jeder schreit danach) muss auch das Volk sich globalisieren lassen und flexibel sein. ich bin der Meinung, dass jeder einen adäquaten Job finden kann, wenn er oder sie sich wirklich dafür einsetzt.
    2. Der Gedanke, eine Arbeitsstelle für das ganze berufsleben inne zu haben. Was spricht dagegen, sich in der heutigen schnelllebigen Zeit hin und wieder neu zu orientieren?
    3. Der Gedanke des hohen Lebensstandards. Wenn ich sehe, was manche Menschen für Vorstellungen haben, wird mir schlecht. ich komme zur Zeit mit 5 bis 6 Euro am Tag aus - warum schaffen das andere nicht?

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