DIW-Studie: Zuwanderer sind gut ausgebildet, wollen aber nur selten bleiben

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DIW-Studie: Zuwanderer sind gut ausgebildet, wollen aber nur selten bleiben

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Die Hände einer Afrikanerin liegen auf der Einbürgerungsurkunde der Bundesrepublik Deutschland.

von Niklas Dummer

Rechtspopulistische Parteien hetzen gegen Migranten – Unternehmen suchen Fachkräfte im Ausland. Hilft uns Migration oder nicht? Und wie geht es den Migranten hierzulande? Diese Fragen beantwortet eine Studie.

Die AfD machte während der vergangenen Wahlkämpfe von sich sprechen, indem sie forderte: „Zuwanderung braucht klare Regeln!“ Sie sei in Anbetracht unserer demographischen Entwicklung von Nöten – aber nicht jeder sei willkommen. So sollten Migranten, die ihr Leben in Deutschland nicht allein finanzieren könnten, abgeschoben werden. Überhaupt: Die deutschen Sozialsysteme nur den Deutschen.

Auch die CSU führte eine ähnlich populistische Kampagne gegen „Armutszuwanderung“ – ohne dabei die Fakten zu beachten. Die haben das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), Nürnberg und Sozioökonomische Panel (SOEP) sowie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beleuchtet und die Ergebnisse am Freitag in Berlin vorgestellt.

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Die Studie

  • Die Befragten

    Insgesamt wurden rund 5000 Personen mit Migrationshintergrund in gut 2700 Haushalten befragt.

    Ein Viertel von ihnen ist im Ausland geboren, die Hälfte hat die deutsche Staatsbürgerschaft.

  • Die Autoren

    Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), Sozioökonomische Panel (SOEP) sowie Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nahm die Befragungen vor.

Untersucht haben sie den Migrations- und Bildungshintergrund, die Erwerbsbiografien, die Lebenszufriedenheit und die Diskriminierungserfahrungen der Migranten in Deutschland. Mit Armutszuwanderung und dem vermeintlichen Überfall auf unsere Sozialsysteme haben die Ergebnisse wenig zu tun. Auch wenn das auf den ersten Blick anders aussieht.

Zuwanderung ist ein Mittel gegen die Finanzkrise

So sei nur ein Fünftel der Zuwanderer gekommen, um Arbeit zu suchen, eine bereits zugesagte Stelle anzunehmen oder eine Ausbildung zu absolvieren. Der große Rest: Familiennachzügler, Spätaussiedler, Asylbewerber oder Flüchtlinge. Allerdings integrierten sich auch diese Zuwanderer zu einem Großteil in den hiesigen Arbeitsmarkt.

Es gab bisher keinen sichtbaren Missbrauch der europäischen Sozialsysteme, schreiben die IZA-Autoren Corrado Giulietti und Jackline Wahba. So seien die meisten Migranten gekommen „um zu arbeiten, und nicht, um Leistungen zu beanspruchen.“

Martin Kahanec, Professor an der Central European University in Budapest, weist darauf hin, dass die erhöhte Migration nicht nur ein Ergebnis der Finanz- und Wirtschaftskrise sei, sondern auch ein probates Gegenmittel. Die Migration sorge für eine bessere Verteilung von Arbeitskräften auf die Arbeitsplätze innerhalb Europas und so für „ein höheres Innovationspotenzial, bessere Nutzung von Ressourcen und damit für höhere Produktivität.“

Auch ein zentraler Standortnachteil Europas gegenüber den USA sei durch die großen Migrationswellen im Rahmen der Krise obsolet geworden: Die hohe Mobilität.

So hätte sich laut Studie seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise in Europa die Zahl derer, die nach Deutschland kamen, vorher aber bereits aus ihrem Heimatland in andere Länder migrierten, verdoppelt.

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