Doktorarbeit: Neue Schummel-Vorwürfe gegen Schavan

Doktorarbeit: Neue Schummel-Vorwürfe gegen Schavan

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Annette Schavan soll eigene Publikationen in ihrer Dissertation verwendet haben - ohne die Zitate kenntlich zu machen.

Quelle:Handelsblatt Online

Keine Schludrigkeit, keine Ungenauigkeit: Sind die Verstöße in der Doktorarbeit der Bildungsministerin Annette Schavan so gravierend, dass sie nicht mehr entschuldbar sind? Das behauptet wenigstens ein Plagiatsjäger.

Der durch seine Suche nach Fehlern in der Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan bekannt gewordene anonyme Blogger wirft der CDU-Politikerin Täuschung vor. "Ich halte die Verstöße in etlichen Fällen für nicht entschuldbar", sagte der Plagiatsjäger der Zeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). "Das geht deutlich über gelegentliche Fehler hinaus, die man durch Ungeschicklichkeit oder Schludrigkeit erklären könnte."

Der Mann nennt sich dem Blatt zufolge Robert Schmidt und hat seine Untersuchung der Doktorarbeit Ende September abgeschlossen und findet auf 92 Seiten Stellen, die seiner Meinung nach nicht gekennzeichnete Zitate sind.

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Die Universität Düsseldorf prüft die Vorwürfe dagegen noch. "Das Verfahren läuft", sagte ein Hochschulsprecher dem Blatt. Unklar ist auch, ob Schavan gegenüber der Universität Stellung zu den Vorwürfen beziehen wird. "Es obliegt dem Promotionsausschuss, ob Frau Schavan angehört wird", sagte der Sprecher.

Die drei nützlichsten Programme zum Aufspüren von Plagiaten

  • PlagAware

    Platz 1 im Test machte die Software PlagAware. Das Programm bekam allerdings auch nur die Note 3,3. Preislich schlägt das Programm mit maximal 15 Euro zu Buche. Für Hochschulen ist PlagAware aber nur mäßig nützlich, weil jeder Text einzeln hochgeladen werden muss.

  • Turnitin

    Turnitin ist eine in den USA recht weit verbreitete Software. Die Berliner Experten von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin gaben dem Programm aber nur die Note vier. Damit erreicht Turnitin Platz zwei im Ranking. Der Preis hängt von der Anzahl der Studierenden ab.

  • Ephorus

    Platz drei geht an die Software Ephorus. In puncto Benutzerfreundlichkeit hat die Software nach einer Überarbeitung Rang zwei erhalten. Bei der durchschnittlichen Bewertung gab es nur die Note 4,8.

Im Frühjahr waren die Vorwürfe gegen Schavan waren bekannt geworden. Die studierte Theologin und Philosophin hat die Anschuldigungen stets zurückgewiesen, zitierte Passagen nicht korrekt gekennzeichnet zu haben. Der Blogger hat seine Funde in Schavans Dissertation mit dem Titel "Person und Gewissen. Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung" auf der Internetseite "schavanplag" dokumentiert.

Plagiatsvorwurf Klären Sie auf, Frau Schavan

Der Hinweis der Bundesforschungsministerin, die Vorwürfe gegen Sie seien anonym vorgebracht, zählt nicht. Für die Politikerin gelten hohe Maßstäbe.

Annette Schavan Quelle: dapd

Schon im Mai hatte der Gründer der Internet-Plattform VroniPlag, Martin Heidingsfelder, der CDU-Politikerin vorgeworfen, an deutlich mehr Stellen abgeschrieben zu haben als bislang bekannt. Der Plagiatsexperte sagte nach einer Überprüfung der 32 Jahre alten Doktorarbeit: „Auf mehr als 33 Prozent der Seiten finden sich Plagiate bei Frau Schavan. Wer nicht weiß, wie man richtig zitiert, kann nicht Bundesforschungsministerin und Professorin sein.“

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Die Bundesbildungsministerin ist nur eine von vielen, die in Sachen Plagiate in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt ist. Seit der Affäre um Ex-Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg wurden einige Politiker überführt. Zum Beispiel der FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis, der seinen Doktortitel wieder abgeben musste. Auch die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin stolperte über Plagiatsvorwürfe gegen ihre Doktorarbeit. Mitte Mai trat Koch-Mehrin als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament und als Vizepräsidentin des Parlaments zurück. Gut einen Monat später entzog die Universität Heidelberg ihr den Doktortitel. Die Uni klassifizierte mehr als 120 Stellen als Plagiate.

Quelle:  Handelsblatt Online
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