Dortmunder Anschlag : Weiteres Bekennerschreiben gibt Rätsel auf

Dortmunder Anschlag : Weiteres Bekennerschreiben gibt Rätsel auf

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Ein Beamter des Landeskriminalamtes untersucht am 12.04.2017, in der Nacht nach dem Vorfall, den Mannschaftsbus des BVB.

Die Dortmunder Fußballprofis versuchen nach dem Anschlag auf ihren Bus, den Schock hinter sich zu lassen. Die Polizei hat 100 Beamte zusammengezogen, um die Tat aufzuklären. Doch wo ist die heiße Spur?

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund prüfen die Ermittler ein weiteres angebliches Bekennerschreiben mit rechtsextremen Parolen. In den Sicherheitsbehörden gibt es aber Zweifel, dass der oder die Verfasser tatsächlich etwas mit den Bombenexplosionen zu tun haben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Samstag aus Sicherheitskreisen erfuhr. Für eine abschließende Bewertung sei es aber noch zu früh.

Weiter hieß es, selbst wenn die Mail von einem Trittbrettfahrer stamme, werde sie ernst genommen. Die Bundesanwaltschaft wollte zunächst keine Einschätzung zur Echtheit abgeben. „Wir prüfen noch“, sagte Sprecherin Frauke Köhler der dpa.

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Die angebliche Bekenner-Mail war am Donnerstagabend beim Berliner „Tagesspiegel“ eingegangen. Der anonyme Verfasser bezieht sich auf Adolf Hitler, hetzt gegen „Multi Kulti“ und droht mit einem weiteren Angriff. In der Mail wird die Asyl- und Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf attackiert.

Am Dienstag waren drei Sprengsätze neben dem BVB-Bus explodiert. Ein Fußballprofi sowie ein Polizist wurden teils schwer verletzt.

Eine Sprecherin des Bundeskriminalamts wies Spekulationen zurück, der Sprengstoff stamme eventuell aus Bundeswehrbeständen. „Es ist noch viel zu früh, solche Aussagen zu treffen, da die kriminaltechnischen Untersuchungen noch laufen.“ Die „Welt am Sonntag“ hatte Ermittlerkreise mit den Worten zitiert: „Der Sprengstoff in den Rohrbomben, die mit Metallstiften gefüllt waren, stammt eventuell aus Beständen der Bundeswehr. Aber das wird noch geprüft.“

Inzwischen wurden dem Blatt zufolge rund 100 Kriminalbeamte zu einer Sonderermittlungsgruppe zusammengefasst - der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Pott“, wie es im Polizeideutsch heißt.

Gleich nach dem Anschlag waren am Tatort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden. Es wird aber bezweifelt, dass diese von Islamisten stammen. Ermittelt wird auch in Richtung von Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fußballfans und Allgemein-Kriminellen. Bei einem weiteren angeblichen Bekennerschreiben, in dem ein linksextremistischer Hintergrund behauptet wurde, bestehen nach Einschätzung der Ermittler starke Zweifel an der Echtheit.

Die „Welt am Sonntag“ zitierte aus einer vertraulichen Anweisung an regionale Polizeipräsidien, wonach insbesondere Fußballspiele, Rockkonzerte und Kulturevents gefährdet sind. Veranstaltern werde deshalb geraten, die Kräfte privater Sicherheitsunternehmen zu erhöhen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dem Blatt: „Klar ist jedenfalls, dass es nicht nur um Fußball geht, sondern um größtmögliches öffentliches Interesse. Ähnliche Risiken bestehen deshalb etwa für große Popkonzerte.“ Wirklich besorgniserregend sei die technisch perfekte Konstruktion der Sprengvorrichtungen in Dortmund.

Laut „Bild“-Zeitung wollen die Bundesländer ihre Einsatzkonzepte für Großveranstaltungen überprüfen. Dazu habe es bereits am Mittwochnachmittag eine Telefonschaltkonferenz der zuständigen Innenministerkonferenz (IMK) von Bund und Ländern gegeben.

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, hat kurz nach dem Anschlag erwogen, sein Team aus der Champions League zurückzuziehen. „Ich habe kurz überlegt, ob wir uns nicht ganz aus dem Wettbewerb verabschieden sollen“, sagte Watzke dem „Spiegel“. „Aber dann wäre es für die Täter ein Sieg gewesen.“

Auch die Kölner Polizei ist mit dem neuen angeblichen Bekennerschreiben aus der rechten Szene befasst. Es enthält die Drohung, dass am 22. April „buntes Blut fließen“ werde. Das zielt nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen vermutlich auf linke Demonstranten gegen den dann in Köln stattfindenden AfD-Bundesparteitag. Dies fließe in die aktuelle Lagebewertung ein, sagte ein Polizeisprecher.

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