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Drachme-Rückkehr: TUI hofft, Telekom zittert

von Christian Schlesiger, Lothar Schnitzler, Rüdiger Kiani-Kreß und Jürgen Berke

Die Folgen eines Euro-Aus Griechenlands für deutsche Firmen reichen von positiv bis katastrophal.

An aerial view of Athens' new Quelle: AP
An aerial view of Athens' new international airport with ome of its two runways visible on the far right. Premier Costas Simitis on Tuesday March 27, 2001 inaugurated the new airport, 30 kilometers (18 miles) east of the city. Regular flights into the airport begin Wednesday. The old airport will become a park and host some venues for the 2004 Olympics. (AP Photo/Dimitri Messinis) ## An aerial view of Athens' new international airport with ome of its two runways visible on the far right. Premier Costas Simitis on Tuesday March 27, 2001 inaugurated the new airport, 30 kilometers (18 miles) east of the city. Regular flights into the airport begin Wednesday. The old airport will become a park and host some venues for the 2004 Olympics. (AP Photo/Dimitri Messinis) Quelle: AP

Für einen Manager in einem Krisenland ist Stavros Pagalidis erstaunlich gelassen. „Das Geschäft läuft nicht schlecht, vor allem das Solargeschäft geht so richtig gut“, sagt der Chef von DMG South East Europe, einer Tochtergesellschaft des Maschinen- und Solartechnikherstellers Gildemeister aus Bielefeld. Selbst das Szenario einer Wiedereinführung der Drachme lässt den Manager kalt, dessen Büro unweit des Hafens von Thessaloniki liegt.

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Der Grieche in deutschen Diensten glaubt zwar nicht an einen Ausstieg seines Landes aus dem Euro. Falls aber doch, wäre ihm nicht bang. Denn seine hellenischen Kunden sieht er sowohl auf der Gewinner- wie auf der Verliererseite – und damit das eigene Geschäft kaum berührt.„Die mit der Abwertung der Drachme einhergehende Verteuerung der Importe würde durch die größeren Exportchancen ausgeglichen“, beschreibt Pagalidis die Situation seiner Abnehmer in Griechenland, „da gäbe es eine neue Balance.“

Chance im Export

Die Gelassenheit des Gildemeister-Managers zieht sich, was Griechenland angeht, durch den gesamten deutschen Maschinenbau. Denn in dem Ägäis-Staat generierten die hiesigen Hersteller im vergangenen Jahr ganze 369 Millionen Euro, das sind 0,3 Prozent ihres Branchenumsatzes. „Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone hätte unmittelbar keine nennenswerten Folgen für uns“, sagt auch Wolfgang Schmitt, Chef des Pumpenherstellers KSB im pfälzischen Frankenthal, der fünf Millionen Euro in Griechenland umsetzt – 0,25 Prozent des Gesamtumsatzes.

Flughafen bleibt attraktiv

Auch für andere Branchen hielten sich die negativen Folgen einer Wiedereinführung der Drachme mit anschließender Abwertung in Grenzen. Schlimmstenfalls einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag verspürte dann zum Beispiel der Essener Baukonzern Hochtief in seinen Büchern. Dem Konzern gehören 40 Prozent am Flughafen Athen. Das Flughafengeschäft, zu dem neben Athen auch Anteile an den Airports in Hamburg, Düsseldorf, Sydney und Budapest gehören, will Hochtief sowieso loswerden. Der Flughafen Athen zählt sowohl beim Service als auch beim Gewinn von knapp 100 Millionen Euro nach Steuern, was einer Marge von 27 Prozent entspricht, zu den besten in Europa. Eine schwache Drachme zwänge Hochtief wohl zu gewissen, vermutlich aber nicht sehr hohen Abschreibungen auf den Wert des Airports.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 19.09.2011, 15:58 UhrAnonymer Benutzer: blauäugig

    Die greichischen Anleihen sind ohnehin nur noch mit Restwerten in den büchern der banken, wenn sie nicht schon vollständig dem Steuerzahler untergeschoben wurden (EZb). Wohlgemerkt, absolut im Sinne der Politik !!).
    Fakt ist aber, dass Griechenland insolvent ist und auch bleiben wird. Transferiertes Geld kommt niemals zurück, der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten. Mit jedem zusätzlichen Transfer steigt aber das Risiko für die gesamte EURO-Zone, die Transfers werden schließlich ausschließlich über Schulden finanziert.
    Wenn schon zusätzliche Schulden auf Kosten des deutschen Steuerzahlers, dann sollte dieses Geld doch in Deutschland bleiben und dort eingesetzt werden, wo die Griechenland-Pleite Existenzen gefährdet! ich sehe aber kein einziges deutsches Unternehmen, das beim jetzigen Schuldenstand der Griechen um seine Existenz bangen müsste. Aber nach weiteren Transfers sieht das schon ganz anders aus. Und es wird kein Ende von Transfes geben, bevor Griechenland nicht offiziell insolvent ist.

  • 19.09.2011, 12:26 UhrAnonymer Benutzer: Jürgen

    Eine Pleite Griechenlands hat keine/kaum Auswirkungen auf Deutschland. Zunächst würde der interbankenmarkt völlig austrocknen, der gesamte europäische bankenmarkt wäre völlig von der EZb abhängig.

    Abschreibung der (griechischen) Anleihen auf Marktwert würde enorme Eigenkapitallücken schaffen. Griechische banken wären allesamt pleite, deutsche institute (insb. Landsbanken und Coba) hätten erhebliche Probleme; d.h. auch hier müsste geholfen werden.

    Alle Versicherer müssten die Anleihen auf Griechenland abschreiben. Die Überschussbeteiligung wird zwangsläufig fallen, die Alterslücken der deutschen steigt.

    Alles das nur wegen Griechenland. Dann wird italien ausfallen, der gleiche - nun aber wesentlich größere Teufelskreis beginnt.

    "Alles nicht schlimm", eine "geordnete insolvenz" ist möglich. Jeder Mensch mit wirtschaftlichem Hintergrung und ohne populistische Absicht, versteht das grundlegende Problem.

    FDP verliert in berlin? Gut! Wenigstens laufen wir Deutsche dann nicht jubelnd, aber doch besorgt ins offene Messer.

    Übrigens: Man schaue sich Deutsche bUNDS an, die bundesrepublik zahlt negative Realzinsen. Das bedeutet, wir alle sparen an der Rettungung.

    Wer etwas anderes behauptet, der redet "dummes Zeug".

  • 19.09.2011, 11:51 UhrAnonymer Benutzer: Timo

    Die offenkundig unvermeidbare Pleite Griechenlands führt demnach - und auch vielen anderen politischen/medialen Analysen - nicht zum Untergang der Euro-Zone, sondern sie wäre eher eine Art befreiungsschlag. Die "Rettung" des Euro mit milliardenschweren bürgschaften und Hilfspaketen unter Mißachtung der Maastricht-Verträge und weiterer vertraglicher Vereinbarungen wird für Deutschland zu einer schweren Zukunftsbürde (über 400 Milliarden für den deutschen Steuerzahler, falls neben den bürgschaften auch deren Verzinsung über Jahrzehnte fällig wird). Die FDP ist - mal sehen wie lange - gegen diese "Dauer-Rettungsschirme". Die CDU verneint - noch ! - ihre Zustimmungsbereitschaft zu Euro-bonds. Völlig unerklärbar ist, wie sozialdemokratische (SPD) und partiell sozialdemokratische Parteien (Grüne) auf dem Rücken ihrer Klientel (deutsche Arbeiterschaft/Mittelstandsunternehmen/kleine Selbständige) sich e i n d e u t i g für Euro-bonds aussprechen können und ebenso unerklärlich erscheint, daß die Gewerkschaften diese Haltung auch noch befördern. Das "Erwachen" wird für die deutschen Wähler und Steuerzahler voraussichtlich schrecklich werden.

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