Drogenlegalisierung: Merkel verweigert sich dem Joint

Drogenlegalisierung: Merkel verweigert sich dem Joint

, aktualisiert 23. November 2011, 17:58 Uhr
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Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag.

Quelle:Handelsblatt Online

Bundeskanzlerin Merkel lehnte in einem YouTube-Interview die Legalisierung von Haschisch und Marihuana ab. Alkohol und Zigaretten hingegen hätten keine allzu starke Suchtgefahr, wie die CDU-Chefin sagte.

BerlinAngela Merkel sagt „Nein“ zum Joint: Haschisch und Marihuana sollen nach dem Willen der Kanzlerin weiter illegal bleiben. Eine kontrollierte Freigabe lehnte die CDU-Chefin ab. In einem am Mittwoch veröffentlichten YouTube-Interview sagte Merkel, Cannabis müsse anders als Alkohol und Zigaretten als illegale Droge eingestuft bleiben, denn auch der Konsum geringer Mengen könne eine sehr hohe Abhängigkeit hervorrufen. Der Hanf Verband kritisierte, Merkel sei „erschreckend uniformiert“ in punkto Drogenpolitik.

Eine Legalisierung von Cannabis würde den Zugang zu der Droge erleichtern, warnte sie. Schon jetzt gebe es aber in Deutschland zwei Millionen Konsumenten. „Das ist schon viel zu viel, wie ich finde.“ Es gebe auch gefährliche Nebenwirkungen.

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Alkohol und Zigaretten könnten hingegen „begrenzt und vernünftig“ konsumiert werden, und das ohne allzu starke Suchtgefahr. Alkohol sei auch historisch eher gesellschaftlich akzeptiert, etwa in Maßen zum Essen genossen.

Merkel antwortete auf eine Frage des Hanf Verbands. Sie lautete: „Wie stehen Sie zur Forderung, den bestehenden Schwarzmarkt für Cannabis durch einen regulierten Markt mit Jugend- und Verbraucherschutz zu ersetzen und mehr Suchtprävention über Cannabis-Steuern zu finanzieren?“

Die Antwort fiel aus Sicht des Verbands enttäuschend aus. Dass der Konsum geringer Mengen Cannabis sehr hohe Abhängigkeiten schaffen könne, sei „medizinischer Unsinn“, sagte der Vorsitzende Georg Wurth der Nachrichtenagentur dapd. Wurth kritisierte zudem, dass die Kanzlerin sich nicht ernsthaft mit der Frage auseinandergesetzt habe. „Sie hätte sich vorher bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen informieren sollen. Das hätte ihr einige fachliche Patzer erspart“, fügte Wurth hinzu.


1.800 beteiligten sich bei der Fragen-Auswahl

Cannabis ist laut dem Drogenbericht der Bundesregierung nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in Deutschland. Rund zwei Millionen vor allem junger Menschen konsumieren es regelmäßig, etwa 600.000 von ihnen weisen demnach „einen missbräuchlichen oder abhängigen Konsum“ auf. 7,4 Prozent der Jugendlichen von zwölf bis 17 Jahren und 35 Prozent der 18- bis 25-Jährigen haben 2010 Cannabis mindestens einmal probiert.

Internetnutzer hatten in den vergangenen Wochen die Möglichkeit, Fragen an Merkel einzureichen. Aus 18000 Einsendungen wurden die zehn Fragen ausgewählt, die am häufigsten gestellt wurden. Die Frage nach der Legalisierung von Cannabis landete auf Platz eins der „Hitliste“.

Am Mittwoch und vorige Woche Freitag hatte Merkel zu den Fragen zehn bis vier Stellung bezogen. Die Videos wurden zusammen insgesamt 55.000 Mal abgerufen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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