Düsseldorfer Tabelle: Mehr Unterhalt für Trennungskinder

Düsseldorfer Tabelle: Mehr Unterhalt für Trennungskinder

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Kinder getrennt lebener Eltern bekommen mehr Geld. Im Schnitt steigt der Unterhalt um etwa 3,3 Prozent.

Wie viel Unterhalt steht Kindern nach einer Trennung zu? Das regelt die Düsseldorfer Tabelle. Ab dem 1. August gilt eine neue Auflage der Übersicht. Erstmals seit 2010 sollen Trennungskinder mehr Geld bekommen.

Trennungskinder bekommen zum 1. August höheren Unterhalt. In der neuen „Düsseldorfer Tabelle“ des Düsseldorfer Oberlandesgerichts (OLG) werden die Bedarfssätze von Millionen unterhaltsberechtigten Kindern zum ersten Mal seit 2010 wieder erhöht. Zuvor waren zweimal die Selbstbehalte der Unterhaltszahler, das sind in der Regel die Väter, erhöht worden. „Kinder bekommen endlich mehr Geld“, sagte Jürgen Soyka, Familienrichter am OLG und einer der Herausgeber der Tabelle, am Dienstag in Düsseldorf. Im Durchschnitt gibt es etwa 3,3 Prozent mehr.

Die neue Ausgabe der bundesweit angewandten Tabelle berücksichtigt unter anderem den gestiegenen steuerlichen Kinderfreibetrag für das Jahr 2015 von 4512 Euro. Daraus ergibt sich ein monatlicher Mindestunterhalt von 376 Euro - bezogen auf Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren. Zuvor bekamen sie in dieser Altersstufe 364 Euro.

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Die Tabelle ist nach Alter des Kindes und Nettoeinkommen gegliedert: Wer mehr verdient, zahlt auch mehr für den Nachwuchs, und Jüngere bekommen nicht so viel wie Ältere. Der niedrigste Betrag für das geringste Einkommen ist 328 Euro für ein Kind bis zum sechsten Lebensjahr. Falls der Zahler mehr als 4701 Euro netto pro Monat verdient, werden für junge Leute über 18 in der Regel 807 Euro pro Monat gezahlt. Aber die Tabelle ist eine Richtlinie, kein Gesetz.

Schon Anfang 2015 gab es eine geänderte „Düsseldorfer Tabelle“. Darin wurde unterhaltspflichtigen Vätern und Müttern mehr Geld für das eigene Existenzminimum zugestanden. Nun wirkt sich der höhere Kinderfreibetrag aus: Zwei Tabellen in einem Jahr sind ungewöhnlich, aber die Richter reagieren damit auf aktuelle gesetzliche Regelungen. Und zum 1. Januar 2016 wird es voraussichtlich erneut eine neue Ausgabe der „Düsseldorfer Tabelle“ mit erhöhten Beträgen geben: Denn der steuerliche Kinderfreibetrag, der Minimumbedarf eines Kindes, wird um 96 auf 4608 Euro steigen.

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