Edathy-Affäre: Justizminister will Handel mit Kinder-Nacktbildern verbieten

Edathy-Affäre: Justizminister will Handel mit Kinder-Nacktbildern verbieten

Bild vergrößern

Maas prüft Verschärfung der Gesetze gegen Kinderpornografie.

Die Bundesregierung prüft eine Verschärfung der Gesetze gegen Kinderpornografie. Niemand dürfe mit den Körpern von Kindern und Jugendlichen Geschäfte machen.

"Wir wollen klären, wie wir das gewerbsmäßige Handeln mit Nacktbildern von Kindern oder Jugendlichen unter Strafe stellen können", erklärte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. Niemand dürfe mit dem Körper Heranwachsender Geschäfte machen. "Solche Fotos finden sich oft jahrelang im Internet und haben schwere Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen", kritisierte Maas. Es solle jedoch nichts kriminalisiert werden, was zum Alltag vieler Eltern gehöre - das Fotografieren ihrer Kinder am Strand etwa. Auch führende Unions-Politiker plädierten dafür, eine Strafverschärfung zu prüfen.

Parallel dazu will das Bundesjustizministerium noch vor Ostern einen Gesetzentwurf auf den Weg bringen, der die EU-Richtlinie zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung umsetzt. Dabei geht es vor allem um eine Anpassung des Strafrechts an das digitale Zeitalter: Wo bisher lediglich die Rede von Schriften war, soll künftig auch die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie erwähnt werden. Sowohl das Grooming, also die Kontaktaufnahme mit Kindern zur Anbahnung sexueller Handlungen, als auch das Posing, die Abbildung nackter Kinder in geschlechtsbetonten Posen, sind in Deutschland bereits strafbar.

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte zuvor dafür plädiert, den Kauf und Verkauf von Fotos mit nackten Kindern generell unter Strafe zu stellen. Es handle sich um einen schweren Verstoß gegen die Menschenwürde, wenn mit solchen Bildern Geschäfte gemacht würden, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Dienstag. Man müsse aber darauf achten, dass die Politik nicht Dinge kriminalisiere, die zum alltäglichen Leben gehörten.

Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will schärfere Regeln für Kinderfotos prüfen, die aufreizend, aber nicht explizit pornografisch sind. „Diese Bilder verletzten die Rechte von Kindern“, sagte Schwesig am Dienstag im ostwestfälischen Bad Oeynhausen. „Auch diese Bilder sind Missbrauch. Und deshalb müssen wir prüfen, wie wir diese Bilder verhindern können, insbesondere dann, wenn sie kommerziell vermarktet werden.“ Es gebe aber bei solchen Bildern Abgrenzungsprobleme, räumte sie ein.

Anzeige

weitere Artikel

Gegen den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy wird wegen Kinderpornografie-Verdachts ermittelt. Er soll Filme und Bilder unbekleideter Jungen bei einem kanadischen Versand bestellt haben. Unklar ist aber, inwieweit das Material strafrechtlich relevant ist. Edathy bestreitet illegales Verhalten und geht mittlerweile juristisch gegen die Staatsanwaltschaft vor. Die Affäre hat die Koalition in ihre erste Regierungskrise gestürzt.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%