Edathy hatte einen Informanten: "Da läuft etwas gegen dich"

Edathy hatte einen Informanten: "Da läuft etwas gegen dich"

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In der Affäre um die Kinderpornografie-Ermittlungen gegen den SPD-Politiker Edathy wächst in der Union die Verärgerung über die Sozialdemokraten.

Nach Angaben des früheren niedersächsischen Innenministers Heiner Bartling hatte Edathy einen Informanten. Außerdem meldete der frühere SPD-Abgeordnete seinen dienstlichen Laptop beim Bundestag als gestohlen.

Der unter Kinderpornografie-Verdacht stehende SPD-Politiker Sebastian Edathy hat nach Angaben des ehemaligen niedersächsischen Innenministers Heiner Bartling einen Tipp-Geber zu den Verdächtigungen gegen sich gehabt. Bartling sagte am Montag im NDR, Edathy selbst habe ihm darüber berichtet. Der Informant habe demnach sinngemäß erklärt: "Da läuft etwas gegen dich, was zu einem Ermittlungsverfahren führen kann." Konkreter sei der Hinweisgeber nicht geworden, sagte der SPD-Politiker Bartling. Edathy habe ihm gegenüber auch "nicht spezifiziert", wer der Informant gewesen sei, sagte Bartling. Er habe aber den Eindruck aus dem Gespräch mit Edathy in der vergangenen Woche gewonnen, dass es sich nicht um einen Hinweisgeber aus dem politischen Bereich gehandelt habe.

Dass die streng vertraulichen Informationen an Edathy herangetragen worden seien, sei angesichts des "riesigen Personenkreises" kaum verwunderlich, der über den Verdacht gegen Edathy bescheid gewusst habe. Neben dem Bundeskriminalamt sollen auch die 16 Landeskriminalämter und lokale Polizeistellen informiert gewesen sein.

Unterdessen wurde bekannt, dass Edathy vergangene Woche seinen dienstlichen Laptop beim Bundestag als gestohlen gemeldet. Parlamentssprecher Ernst Hebeker bestätigte am Montagabend einen entsprechenden „Stern“-Bericht. Die Diebstahlsmeldung sei am 12. Februar per Fax bei der Bundestagsverwaltung eingegangen, sagte Hebeker der dpa. Ob diese Information an die Staatsanwaltschaft Hannover weitergeleitet worden sei, die wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie gegen Edathy ermittelt, konnte Hebeker nicht sagen. Die Ermittlungsbehörde bestreitet dies: „Das war uns bisher nicht bekannt“, sagte Sprecherin Kathrin Söfker dem „Stern“. Man nehme das mit Verwunderung auf.

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Am Freitag war Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich zurückgetreten, weil er als damaliger Innenminister SPD-Chef Sigmar Gabriel im vergangenen Jahr informiert hatte, dass Edathys Name im Zuge internationaler Ermittlungen aufgetaucht sei. Im Zentrum der Kritik seitens der Union steht SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, weil dieser die Information durch Friedrich bekanntgemacht hatte. Gegen Edathy wird wegen Kinderpornografie-Verdachts ermittelt. Er soll Filme und Bilder unbekleideter Jungen bei einem kanadischen Porno-Versand bestellt haben. Strittig ist aber, ob das Material auch strafrechtlich relevant ist. Edathy bestreitet illegales Handeln.

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