
Eine Frau starb bei der Dampf-Eruption nahe dem Grand-Central-Bahnhof am Mittwochabend an einem Herzinfarkt, 30 Menschen wurden verletzt, mindestens vier von ihnen schwer, wie die Behörden mitteilten. Bürgermeister Michael Bloomberg und die Polizei schlossen einen terroristischen Hintergrund aus. Das in der Nähe des Großbahnhofs und des 77-stöckigen Chrysler-Gebäudes geborstene Rohr wurde 1924 verlegt. Viele der alten Leitungsrohre sind noch mit Asbest-Material isoliert. Sorgen vor einer Asbestbelastung der Luft erwiesen sich ersten Messungen zufolge aber als unbegründet, allerdings wurde die Substanz nach Behördenangaben in Trümmerstücken entdeckt. Aus dem 60 Zentimeter dicken Rohr in Manhattan schossen im abendlichen Berufsverkehr 90 Grad heißer Dampf, Erde und Steine mit lautem Getöse in die Luft - anfangs sogar höher als das rund 300 Meter hohe Chrysler-Gebäude. Der Dampf und Rauch in den Häuserschluchten war weithin zu sehen, Menschen reagierten in Erinnerung an das Trauma von 2001 kurzzeitig mit Panik, Chaos brach aus. Das Bahnhofsterminal mit tausenden Pendlern wurde evakuiert. Der U-Bahnverkehr wurde ausgesetzt. Die Dampf-Eruptionen wirkten, als ob ein gewaltiger Geysir Dampf und Erdbrocken mit lautem Getöse in die Luft schleuderte. Der Krater hatte einen Durchmesser von 7,5 Metern, ein Abschleppwagen stürzte hinein. Die New Yorker Gebäudeverwaltung erklärte nach einer Prüfung, dass die umliegenden Häuser keine statischen Schäden davongetragen hätten, allerdings wurden Wasserschäden und zerborstene Fenster festgestellt. Die Straße in der direkten Umgebung des Kraters war einsturzgefährdet. Mehrere Straßenblocks um den Explosionsort blieben auch heute abgeriegelt, viele Beschäftigte gelangten nicht zur Arbeit. „Alle haben an den 11. September gedacht“ Heiko Thieme, ein Bankangestellter, hatte Schlammspritzer in Gesicht und auf Hose und Schuhen. Es sagte, die Explosion sei wie ein Vulkanausbruch gewesen. „Alle waren verwirrt, alle haben offensichtlich an den 11. September gedacht“, sagte er. Vor sechs Jahren war nach Terroranschlägen das World Trade Center eingestürzt. Darryl Green sagte, als er in seinem nahe gelegenen Bürogebäude den Boden unter den Füßen schwanken spürte, sei er mit seinen Kollegen vom 30. Stock durchs Treppenhaus nach unten gestürmt. „Als wir draußen auf der Straße waren, war alles dunkel vor Rauch“, berichtete der AT&T-Mitarbeiter. Debbie Tontodonatos erster Gedanke war ein Unwetter. „Ich schaute aus dem Fenster und sah diese großen Klumpen, die ich erst für Hagel hielt“, sagte die 40-jährige Managerin. „Wir bekamen Panik, das war wie ein Viehtrieb die Treppen runter, alle stießen und rempelten. Ich fiel fast die Treppen runter.“ Ein Sprecher des Energieversorgungsunternehmens Consolidated Edison teilte mit, nach der Explosionsursache werde noch gesucht. Technikertrupps seien im Einsatz. Unternehmensleiter Kevin Burke sagte, die Stelle sei nach heftigen Regenfällen erst wenige Stunden vor der Explosion überprüft worden, es sei aber nichts Ungewöhnliches entdeckt worden. Heizungen und Klimaanlagen tausender Gebäude in New York City, darunter auch Hochhäuser wie das Empire State Building, werden mit einem riesigen unterirdischen Dampfleitungssystem betrieben. Die Dampfrohre bersten hin und wieder, wenn im heißen Rohr Wasser kondensiert. 1989 kamen bei einer derartigen, als „Wasserhammer“ bezeichneten Explosion drei Menschen ums Leben.













