Einblick: Geht doch, gibt's nicht

KommentarEinblick: Geht doch, gibt's nicht

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Obwohl die USA gerade beweisen, der Energiemarkt muss keine Planwirtschaft sein, ändert sich die Meinung deutscher Politiker nicht

von Henning Krumrey

Das plötzliche Überangebot auf dem Gasmarkt zeigt: Energieversorgung kann nach den Regeln der Marktwirtschaft funktionieren. In Deutschland herrscht dagegen immer mehr Planwirtschaft.

Das System funktioniert, mit fast kindlich-einfacher Präzision: Seit es in den USA gelingt, im großen Stil Gas aus Gesteinsschichten herauszulösen, lässt das Überangebot die Angst vor steigenden Preisen verpuffen, verdrängt Importe. Die Lieferanten aus Arabien schicken ihre Schiffe nun nach Asien und Europa. Auch hier sacken die Notierungen weg, der Schock knackt sogar alte Knebelverträge: Die deutschen Gasverteiler können die Konditionen ihrer langfristigen Liefervereinbarungen bei ihren russischen Förderern nachverhandeln. Sogar die alte Ölpreisbindung wackelt. Mit zeitlicher Verzögerung wird der Preisverfall auch beim Verbraucher ankommen.

Die „Shale Gas Revolution“, wie der Boom beim Schiefergas in den USA patriotischbombastisch heißt, zeigt: Energieversorgung kann doch nach Regeln des Marktes funktionieren und muss gar keine Planwirtschaft sein. Was im Land der unbegrenzten Möglichkeiten geht, ist bei uns unerwünscht. Das Land der Ingenieure ist eben auch das Land der Sozialingenieure, die Wirtschaft und Gesellschaft am Reißbrett konstruieren wollen. Für die deutsche Politik heißt das: Geht doch, gibt’s nicht!

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Gasversorger: Preisspiegel für alle Bundesländer

  • Erklärung

    Im Folgenden ein Preisspiegel für die Gasversorgung in den einzelnen Bundesländern. Die Angaben beziehen sich auf Preise für Haushaltskunden bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Erdgas bei einer Heizleistung von 13 kW (Heizkesselleistung) Im Vergleich die günstigsten Angebote der örtlichen Grundversorger und der überregionalen Versorger. Angebote, die nur begrenzt verfügbar sind, wurden nicht berücksichtigt. Alle Angaben in Euro inklusive Mehrwertsteuer.

    Stand: 09.07.2012
    Quelle: www.verivox.de

  • Baden-Württemberg

    Grundversorgungstarif: 1482 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1319 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 961 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 966 Euro

    Mögliche Ersparnis: 521 Euro

  • Bayern

    Grundversorgungstarif: 1419 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1289 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 975 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 971 Euro

    Mögliche Ersparnis: 448 Euro

  • Berlin

    Grundversorgungstarif: 1495 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1413 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 916 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 916 Euro

    Mögliche Ersparnis: 579 Euro

  • Brandenburg

    Grundversorgungstarif: 1522 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1369 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 909 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 909 Euro

    Mögliche Ersparnis: 613 Euro

  • Bremen

    Grundversorgungstarif: 1409 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1265 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 926 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 926 Euro

    Mögliche Ersparnis: 483 Euro

  • Hamburg

    Grundversorgungstarif: 1404 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1225 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 899 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 899 Euro

    Mögliche Ersparnis: 505 Euro

  • Hessen

    Grundversorgungstarif: 1524 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1318 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 952 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 961 Euro

    Mögliche Ersparnis: 572 Euro

  • Mecklenburg-Vorpommern

    Grundversorgungstarif: 1525 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1377 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 1029 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 1030 Euro

    Mögliche Ersparnis: 572 Euro

  • Niedersachsen

    Grundversorgungstarif: 1410 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1298 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 911 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 911 Euro

    Mögliche Ersparnis: 499 Euro

  • Nordrhein-Westfalen

    Grundversorgungstarif: 1481 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1310 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 972 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 972 Euro

    Mögliche Ersparnis: 509 Euro

  • Rheinland-Pfalz

    Grundversorgungstarif: 1545 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1355 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 982 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 995 Euro

    Mögliche Ersparnis: 563 Euro

  • Saarland

    Grundversorgungstarif: 1663 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1505 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 1031 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 1033 Euro

    Mögliche Ersparnis: 632 Euro

  • Sachsen

    Grundversorgungstarif: 1597 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1318 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 999 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 1000 Euro

    Mögliche Ersparnis: 598 Euro

  • Sachsen-Anhalt

    Grundversorgungstarif: 1560 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1403 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 1012 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 1013 Euro

    Mögliche Ersparnis: 548 Euro

  • Schleswig-Holstein

    Grundversorgungstarif: 1423 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1285 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 967 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 972 Euro

    Mögliche Ersparnis: 456 Euro

  • Thüringen

    Grundversorgungstarif: 1611 Euro
    Günstigster Tarif des örtlichen Versorgers: 1313 Euro
    Günstigster verfügbarer Tarif: 978 Euro
    Günstigster klimaneutraler/Öko-Tarif: 980 Euro

    Mögliche Ersparnis: 633 Euro

Deutschland tut alles, damit möglichst wenig Markt herrscht, wenn die Wohnung warm, das Büro hell und die Maschine in Betrieb sein soll. Der sinkende Gaspreis wird hierzulande nur wenig bewirken. Beim Neubau ist mancherorts eine Thermosolaranlage Pflicht, auch wenn eine andere Heizung effizienter wäre.

Die teuerste Form der Elektrizitätsgewinnung – die Fotovoltaik – fördert der Staat am heftigsten – und lässt die Stromkunden dafür zahlen. Sinkt die Nachfrage nach CO2-Verschmutzungsrechten, weil die Konjunktur lahmt, soll der Staat sie künstlich verknappen. Dass Industrieunternehmen, die hierzulande Arbeitsplätze bieten, aber auch viel Energie brauchen, noch eine Weile ausgenommen sind vom Ausgenommenwerden, gilt bereits als Subvention, derer sich die Betreiber von Aluhütten und Zementfabriken wenigstens zu schämen haben.

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