Einwanderung: Deutschland ist offener für Zuwanderer

Einwanderung: Deutschland ist offener für Zuwanderer

Die Deutschen gehen mit offeneren Armen auf Einwanderer zu. Laut einer Studie entwickelt sich die Willkommenskultur in Deutschland positiv. Nur in den neuen Bundesländern bleibt die Skepsis groß.

Deutschland empfängt Zuwanderer nach einer Umfrage inzwischen offener als früher. Entsprechend äußerten sich in einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung sowohl deutschstämmige Befragte als auch solche mit ausländischen Wurzeln.

Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen sind sechs von zehn befragten Deutschen der Ansicht, dass Einwanderer vor Ort freundlich empfangen werden. 2012 war nur jeder Zweite dieser Ansicht.

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Auch Menschen mit Migrationshintergrund sehen Deutschland auf einem guten Weg. 68 Prozent fühlen sich bei staatlichen Stellen willkommen. Vor drei Jahren waren es nur 57 Prozent.

Ausländer in Deutschland

  • Aus der EU

    Besonders viele Ausländer kommen aus den Ländern, die 2004 der EU beigetreten sind. Die Zahl stieg gegenüber 2011 um 15,5 Prozent. Spitzenreiter ist Ungarn mit einem Plus von 29,8 Prozent, gefolgt von Polen mit +13,6 Prozent.

  • Euro-Krisen-Länder

    Die Zahl der Ausländer aus den von der Euro-Krise betroffenen Mittelmeerstaaten hat sich erhöht. Aus Griechenland sind 5,1 Prozent mehr Ausländer als im Vorjahr nach Deutschland gekommen, aus Spanien waren es 9,1 Prozent mehr Ausländer.

  • Überraschung Türkei

    Die registrierte Bevölkerung mit türkischer Staatsangehörigkeit ist, ähnlich wie in den Jahren zuvor, um zwei Prozent zurückgegangen. Grund dafür ist die relativ hohe Zahl der Einbürgerungen.

  • Beliebstes Bayern

    Die meisten Ausländer zogen nach Bayern, das sind rund 65.900 mehr als im Jahre 2011. Den geringsten prozentualen Anstieg verzeichnet das Saarland mit einem Plus von 1,6 Prozent. 

Große Fortschritte sieht die Studie zudem beim Willen zur Integration und bei der Anerkennung der Bemühungen. Fast alle Befragten - 97 Prozent - bescheinigten Einwanderern, dass sie sich um ein gutes Zusammenleben bemühen. 2012 waren es noch 88 Prozent. 80 Prozent wünschen sich, dass Einwanderer mehr von der eigenen Kultur vermitteln. Auch hier lag der Wert vor drei Jahren mit 69 Prozent deutlich niedriger.

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Allerdings belegt auch diese Studie eine größere Skepsis in Ostdeutschland als im Westen. „Die unterschiedlichen Teilnehmerzahlen bei zuwanderungskritischen Demonstrationen sind sichtbarer Ausdruck gegenläufiger gesellschaftlicher Tiefenströmungen in Ost und West“, sagt dazu Jörg Dräger vom Vorstand der Bertelsmann-Stiftung.

Fast jeder zweite Befragte in den neuen Bundesländern glaubt, dass Einwanderer in der Bevölkerung nicht willkommen sind. In Westdeutschland glaubt das nur ein Drittel. Auf welchen Gebieten könnte es Probleme geben? Auch hier haben die Menschen in Ost und West unterschiedliche Ansichten: Von Konfliktpotenzial sprachen 73 Prozent im Osten und 61 Prozent im Westen, auch die Belastung für den Sozialstaat (69 zu 63) und mögliche Schulprobleme (64 zu 61) werden unterschiedlich gesehen.

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