Einwanderung: Zuwanderer vor verschlossenen Türen

Einwanderung: Zuwanderer vor verschlossenen Türen

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Ding Yan durfte trotz Job nicht bleiben

Unternehmen finden im Inland immer schwerer Fachkräfte. Doch restriktive Zuwanderungsregeln und eine mangelnde Integrationskultur verhindern, dass Ausländer den Bedarf decken.

Um die deutsche Zuwanderungsmisere zu beschreiben, braucht es nur zwei Namen. Nebahat Sönmez und Ding Yan. Die Türkin Nebahat Sönmez – keine Ausbildung, kein Job – hat ihre Heimat in Deutschland gefunden. Ding Yan – Absolventin der RWTH Aachen, beinahe akzentfreies Deutsch – ist zurück in ihre Heimat Peking gezogen. Deutlich wird: Angebot und Nachfrage treffen sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht.

Nebahat Sönmez ist 34 Jahre alt, kommt aus einem kleinen Ort im Osten der Türkei und entspricht so gar nicht dem Klischee der türkischen Kopftuch-Frau. Sie tritt auf als weltoffene Frau, ihr blond gefärbtes Haar trägt sie offen, mit ihrem Kleidungsstil würde sie weder am Münchner Stachus noch auf dem Istanbuler Taksim-Platz groß auffallen. Seit zwei Jahren lebt sie in Deutschland, und auch wenn sie bis heute kaum Deutsch spricht, will sie hier bleiben.

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Zu wenig Zuwanderung

Ihr Mann arbeitet bei einem Sicherheitsdienst in Duisburg. Sie hat ihn in der Türkei kennengelernt, die beiden heirateten, und es war klar, dass es nach Deutschland gehen sollte. Ihr Ehemann war zufrieden mit seinem Job, mit der Türkei verband ihn wenig außer der Sprache, und selbst die kannte er vor allem aus Duisburg.

Ding Yan kennt Deutschland aus eigener Anschauung. Sieben Jahre lang hat die 29-Jährige an der RWTH Aachen Wirtschaftsgeografie studiert, ihr Abschluss heißt Magister. 2009 hat sie ein Kommilitone für das Studentenmagazin interviewt, da sagte sie, in Deutschland zu arbeiten, "das könnte ich mir gut vorstellen".

Yan spricht exzellentes Deutsch, bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking hat sie als Dolmetscherin für das ZDF gearbeitet, ein längeres Praktikum beim Autozulieferer Bosch hat sie von den Vorzügen des deutschen Arbeitsmarktes überzeugt.

Nach dem Studium suchte sie hier nach einer Stelle, schließlich mag sie die Ruhe der deutschen Städte, auch das Schwarzbrot schmeckt ihr. Trotz einiger Jobangebote packte Yan dann im vergangenen Sommer ihre Koffer. Heute arbeitet sie bei der Außenstelle der RWTH in Peking. Nach Deutschland kommt sie zwar gelegentlich wieder, aber nur noch als Touristin.

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