Elbvertiefung: Ein Triumph mit Nachgeschmack

Elbvertiefung: Ein Triumph mit Nachgeschmack

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Nicht viel mehr als eine Handbreit Wasser unterm Kiel: Containerschiff auf der Elbe.

von Konrad Fischer

Die Elbvertiefung gilt in der Hansestadt als ökonomische Schicksalsfrage, nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts dürfte sie nun tatsächlich kommen. Bloß: Für den Standort wäre es wohl besser gewesen, wenn das Gericht die Planung gestoppt hätte.

Am Ende spannen die Richter die Hamburger Hafenwirtschaft ein letztes Mal auf die Folter. Die Planfeststellungsbeschlüsse für die Elbvertiefung, sie seien „rechtswidrig und nicht vollziehbar“, beginnen sie ihre Urteilsverkündung. Doch es folgt das große Aber: „Diese Mängel können geheilt werden“, die Beschlüssen behalten also ihre Gültigkeit. Für die Hamburger Wirtschaft heißt das: Noch ein paar Millionen für weitere Gutachten, die das Überleben der Pflanzenwelt an der Elbe dokumentieren, dann kommt die Vertiefung, auf die man hier so lange gewartet hat. Man hört die Korken schon knallen in diesem Satz.

Elbvertiefung Letzte Runde für den Hamburger Hafen

Der juristische Streit um die Elbvertiefung belastet Deutschlands wichtigsten Hafen. Jetzt steht ein Urteil bevor – falls nicht neue Hindernisse auftauchen. Das komplexe Umweltrecht verzögert das wichtige Vorhaben.

Für vollbeladene Containerschiffe ist das Wasser im Hamburger Hafen nicht tief genug. Quelle: dpa

Gut zehn Jahren zieht sich das Verfahren schon hin. Auf den ersten Blick erstaunlich, denn schließlich geht es nur um 100 Zentimeter zusätzliche Wassertiefe, zudem wird die Fahrrinne bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts regelmäßig ausgehoben, das letzte Mal Ende der Neunzigerjahre. Doch von Anfang an war klar, dass diese, die neunte Vertiefung anders werden würde. Denn mit jeder weiteren Schaufelfüllung, die den Strom für die Gebote der Globalisierung ertüchtigen sollte, wurde es schwieriger. Wurde die wirtschaftliche Begründung immer unklarer.

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Die Vertiefung kommt – oder das Ende ist nah.

„Ich bin ja quasi auf der Elbe geboren“, sagt Frank Horch, den sie in Hamburg meist nur den Hafensenator nennen. Dass er für die Wirtschaft als Ganzes, für Verkehr und Innovation zuständig ist, wird gerne unterschlagen. Vielleicht, weil er eine Biografie vorzuweisen hat – Schifffahrtsingenieur, Präses der Handelskammer, Manager bei Blohm + Voss, noch dazu Segler –, die so makellos hanseatisch ist wie ein navyblauer Zweireiher mit Goldknöpfen.

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