Elektronische Gesundheitsakte: Deutsche Ärzte vernetzen sich nur ungern mit Kollegen

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Elektronische Gesundheitsakte: Deutsche Ärzte vernetzen sich nur ungern mit Kollegen

von Anke Henrich

Ein internationaler Vergleich der Unternehmensberatung Accenture zeigt: Deutsche Mediziner scheuen den Datenaustausch mit anderen Gesundheitseinrichtungen.

Die internationale Unternehmensberatung Accenture wollte von 3700 Ärzte in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Singapur, Spanien und USA wissen, in welcher Form sie Informationstechnologie im Gesundheitswesen nutzen und wie gut sie sich mit medizinischen Kollegen vernetzen.

Für unsere Ärzte ist das Ergebnis kein Ruhmesblatt. „Hier in Deutschland verschenkt das Gesundheitswesen  wertvolles Potenzial. Die Effizienz und Qualität könnte deutlich verbessert werden, wenn Ärzte die Behandlungen noch effektiver untereinander koordinieren würden“, sagt Sebastian Krolop, Arzt und zuständiger Geschäftsführer bei Accenture in Deutschland.

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93 Prozent der Ärzte nutzen die elektronische Krankenakte, aber nur drei Prozent der Ärzte tauschen diese klinischen Daten auch regelmäßig klinische mit anderen Gesundheitsrichtungen aus. Davon aber würde die Versorgung der Patienten profitieren und unnötige Doppel-Behandlungen könnten entfallen. Zugleich aber gaben in der Studie 59 Prozent der Mediziner an, von diesem Nutzen überzeugt zu sein. 

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Doch der IT-Einsatz beschränkt sich bei den meisten Ärzten offensichtlich auf den persönlichen Vorteil.  „Ärzte nutzen IT, wenn sie eine Effizienzsteigerung in ihrem Arbeitsumfeld unmittelbar spüren“, so Krolop. Besonders intensiv nutzten die deutschen Ärzte im internationalen Vergleich folgende IT-Anwendungen im Praxisalltag: elektronische Notizen im Patientengespräch erfassen (77 Prozent), den allgemeinen Verwaltungsaufwand durch IT-Tools verringern (59 Prozent) und dem Einsatz von computergestützten Behandlungsleitfäden für Diagnose- und Therapieentscheidungen (18 Prozent).  

Schade eigentlich, denn „erst wenn alle Beteiligten im Gesundheitswesen größer denken und ihre Daten vernetzen, können bedeutende Effizienzpotenziale im gesamten System gehoben und vor allem die Behandlungsqualität für den Patienten verbessert werden“ – so das Fazit der Studie für Deutschland.

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