Elektronische Gesundheitskarte: Das bringt das neue E-Health-Gesetz

ThemaInnovationen

Elektronische Gesundheitskarte: Das bringt das neue E-Health-Gesetz

Bild vergrößern

Die Daten der Patienten sollen künftig über die elektronische Gesundheitskarte zwischen Ärzten, Kliniken und Apotheken ausgetauscht werden.

Das Bundeskabinett hat das E-Health-Gesetz beschlossen. Die elektronische Gesundheitskarte soll dabei als Schlüssel zum Datenaustausch dienen: Nach jahrelangen Verzögerungen soll ihr Einsatz nun erzwungen werden.

Zwölf Jahre nach dem Beschluss zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte will die Regierung medizinisch sinnvolle Anwendungen erzwingen. Die Daten der Patienten sollen künftig über ein sicheres Kommunikationsnetz zwischen Ärzten, Kliniken und Apotheken ausgetauscht werden. Das Bundeskabinett verabschiedete dazu am Mittwoch in Berlin einen entsprechenden Gesetzentwurf.

Das E-Health-Gesetz sieht Anreize, Strafen und Fristen vor, um die elektronische Vernetzung nach jahrelangen Verzögerungen voranzubringen. Geplant sind Sonderzahlungen und Sanktionen etwa für Ärzte sowie Zeitvorgaben für die Betreibergesellschaft Gematik. Sie wird unter anderem vom Krankenkassen-Spitzenverband und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung getragen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte: „Viel zu lang wurde schon gestritten.“ Nun gehörte der Nutzen der eGK in den Mittelpunkt.

Anzeige

Elektronische Gesundheitskarte Krankenkassen wollen Zahlungen einstellen

Die elektronische Gesundheitskarte bringt bisher kaum etwas und hat schon rund eine Milliarde Euro verschlungen. Die Krankenkassen wollen das Plastikkärtchen vorerst nicht mehr finanzieren.

Streit um die Gesundheitskarte Quelle: dpa

Patienten mit mindestens drei Medikamenten sollen ab Oktober 2016 zudem Anspruch auf einen Medikationsplan haben. Er soll riskante Nebenwirkungen eindämmen.

Ein Online-Abgleich von auf der Karte gespeicherten Daten wie Namen und Geburtsdatum mit den bei der Kasse vorliegenden Angaben soll ab Mitte 2016 binnen zwei Jahren kommen. Ab 2018 sollen Daten etwa über Vorerkrankungen, Implantate oder Allergien auf der eGK gespeichert werden können - Notfallärzte sollen diese sofort einsehen können.

Ärzte, die Arztbriefe sicher elektronisch übermitteln, sollen 2016 und 2017 eine Vergütung von 55 Cent pro Brief bekommen. Ab 2018 sollen elektronische Briefe nur noch bezahlt werden, wenn für die Übermittlung das neue Datennetz genutzt wird.

Fünf Mythen der Krankenversicherung (Quelle: Bain)

  • Mythos 1: Der Preis ist der entscheidende Treiber für Kundenzufriedenheit

    Wahrheit: Prämienausschüttungen machen sich kaumbei der Kundengewinnung bemerkbar.Allerdings: In Zeiten desEinheitsbetrags hat der Zusatzbeitrageine extrem negative Wirkung.

  • Mythos 2: Vor allem mit der Versorgungsqualität können sich Krankenkassen im Wettbewerb differenzieren.

    Wahrheit: Die Versicherten achten aufService und Beratung – undhier fällt eine Differenzierungerheblich leichter.

  • Mythos 3: Lokale Nähe ist ein Grundbedürfnis der Kunden.

    Wahrheit: Die Nähe zurnächsten Geschäftsstelle hat nureine geringe Bedeutung für dieKundenzufriedenheit. Die regionaleVerankerung bleibt dagegen extremwichtig.

  • Mythos 4: Im Service zählen nur Effizienz und Schnelligkeit.

    Wahrheit: Krankenkassen heben sich mitkompetentem Auftraten vom Wettbewerbab.

  • Mythos 5: Noch ist offen, wie die Digitalisierung die gesetzliche Krankenversicherung erfasst.

    Wahrheit: Die Digitalisierung hat dieBranche längst erreicht.

Der Gesetzentwurf durchläuft nun das parlamentarische Verfahren. Die Einführung der eGK war 2003 für das Jahr 2006 beschlossen worden. Eingeführt wurde die eGK stufenweise ab 2011. Bis heute kann sie nicht viel mehr als die alte Versichertenkarte.

Die Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink kritisierte das Gesetz als „Turbo für Geschäftemacher“: „Konkrete Ideen, wie Patienten die Hoheit über die sie betreffenden Gesundheitsdaten bekommen können, enthält der Gesetzentwurf keine.“ Die Linke-Expertin Kathrin Vogler sagte: „Die e-Card verschlingt Milliarden Euro und gefährdet höchst sensible Daten der Versicherten.“ Sie solle mit Zuckerbrot und Peitsche durchgedrückt werden.

weitere Artikel

Für AOK-Chef Jürgen Graalmann ist es unverständlich, „dass Ärzte noch zusätzliches Geld fürs E-Mail-Lesen und -Versenden kassieren sollen - nachdem ihre Funktionäre Jahre lang auf der Bremse standen“.

Der Kassen-Verband mahnte mehr Einfluss für die Versicherungen ein. „Eigentlich müsste bei dem ganzen Projekt gelten: Die Kassen, und damit die Beitragszahler, sind diejenigen, die bezahlen, also sind sie auch diejenigen, die bestimmen“, sagte die Verbandschefin Doris Pfeiffer der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Gröhe-Sprecherin entgegnete, der Kassenverband habe bereits die Hälfte der Gematik-Anteile. Der Sachverstand etwa der Ärzte sei auch unverzichtbar.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%