Elterngeld: Arbeitgeber wollen Elterngeld radikal kürzen

Elterngeld: Arbeitgeber wollen Elterngeld radikal kürzen

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Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, will die Elternzeit radikal kürzen.

Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) ist auf harsche Kritik gestoßen. Sie wollten eine radikale Verkürzung der Elternzeit durchsetzen.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt schlug in der Zeit die "Welt" vor, die Elternzeit stufenweise auf zwölf Monate abzusenken, sobald der Ausbau der Kinderbetreuung gewährleistet sei. Er begründete seinen Vorstoß damit, dass Deutschland mit bis zu drei Jahren die im europäischen Vergleich längste Elternzeit habe. Das wirke sich negativ auf die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt aus. Mütter sollen schnellen in den Beruf zurückgeholt werden. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und ihre bayerische Amtskollegin Christine Haderthauer (CSU) wiesen das umgehend zurück. Schröder erklärte, wie "Eltern in Deutschland die Betreuung ihrer Kinder in den ersten drei Jahren organisieren, ist zum Glück immer noch Sache der Familien und nicht des BDA. Und das wird auch so bleiben. Familien haben eigene Bedürfnisse und sind nicht ökonomische Verfügungsmasse." Mit ihr werde es keine Einschränkungen von Elterngeld und Elternzeit geben.

Die bayerische Arbeits- und Familienministerin Haderthauer warf ihm ein "schädigendes Verhalten" für die deutsche Wirtschaft vor. "Die Kinder- und familienfeindlichen Äußerungen des Arbeitgeberpräsidenten richten schon länger einen enormen Imageschaden für die deutsche Arbeitswelt an und konterkarieren die zahlreichen Bemühungen unserer Arbeitgeber für eine familienfreundliche Arbeitswelt." Damit beweise Hundt, dass Kinder für ihn "reine Störfaktoren bei der Produktivität einer Gesellschaft" seien, sagte Haderthauer. "Ehrlicher würde der Arbeitgeberpräsident agieren, wenn er gleich die Empfehlung ausgeben würde, aufs Kinder bekommen zu verzichten."

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Erst Anfang November hatte der Bundestag nach jahrelangem Streit in der Koalition das umstrittene Betreuungsgeld verabschiedet. Für das von der CSU forcierte Projekt stimmten am Freitag 310 Abgeordnete, mit Nein votierten 282 Parlamentarier, zwei enthielten sich. Das Betreuungsgeld soll ab dem 1. August nächsten Jahres an Eltern gezahlt werden, die ihre ein- und zweijährigen Kinder zu Hause erziehen und somit nicht vom Kita-Ausbau profitieren. Im ersten Jahr beträgt die Leistung 100 Euro und von August 2014 an 150 Euro im Monat. Das Geld kann für Kinder beantragt werden, die nach dem 31. Juli diesen Jahres geboren wurden. Allerdings ist der Bezug erst im Anschluss an das Elterngeld möglich, das 14 Monate gezahlt wird. Das Betreuungsgeld ist somit auf 22 Monate begrenzt. Die Kosten für den Bund werden für das Jahr 2013 auf 55 Millionen und für 2014 auf 680 Millionen Euro geschätzt.

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