Endlager: Wer bringt den Atommüll runter?

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Endlager: Wer bringt den Atommüll runter?

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Die Schweizer suchen nach einem Endlager im Grenzgebiet zu Deutschland.

von Cordula Tutt

Nie war so viel Einigkeit bei der Endlager-Suche fürs strahlende Erbe der Kernkraft-Ära. Doch bevor die ersten Castor-Behälter versenkt werden, warten etliche unangenehme Entscheidungen.

Ira Sattlers Heimat Jestetten ist auf drei Seiten von der Schweiz umgeben. Die Nähe hat der Bürgermeisterin des Städtchens auf deutscher Seite des Hochrheins viel Arbeit eingebracht. Sechs mögliche Orte für Atomendlager haben die Schweizer eingekreist, drei liegen in Nachbarschaft zu
Jestetten. Der Opalinuston bei Schaffhausen gilt als geeigneter Untergrund für die gefährlichen Überreste.

Etwa einen Tag in der Woche ist Sattler eingespannt. Als Grenznachbarin darf sie am Versuch teilhaben, viele Menschen über Regionalkonferenzen in die heikle Entscheidung einzubeziehen, wo der Müll vergraben wird. "Die Menschen haben Angst, weil es um Stoffe geht, die lebensbedrohlich sind", weiß die 50-jährige Rathauschefin.

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Jestetten liegt in schöner Natur, unweit wird Wein angebaut, der Rheinfall zieht Touristen an. Das sehen die Menschen in Gefahr. "Aber über das Ob und das Wie entscheiden nicht die Bürger, das passiert im Schweizer Bundesrat", ist die Bürgermeisterin ernüchtert. Anwohner könnten sich zu den Folgen für Arbeitsplätze oder Immobilienpreise äußern und womöglich über einen Ausgleich verhandeln.

"Ohne Bürgerbeteiligung geht es nicht"
Die Jestettener sind an einer Suche beteiligt, mit der die Schweizer den Deutschen um etwa fünf Jahre voraus sind. Ira Sattler kann ihre Erfahrung womöglich bald einbringen – wenn auf deutscher Seite Orte für ein Endlager gesucht werden. 2008 machten sich die Nachbarn daran, auf einer weißen Landkarte Regionen zu finden, deren Untergrund als sicher für die Hinterlassenschaften der fünf Meiler der Schweiz gilt. Bis 2020 soll der endgültige
Ort feststehen – vorher gibt es wohl ein Referendum.

Ab 2030 sollen die ersten Behälter in der Erde versinken. Gesittet läuft das Verfahren. Davor gab es Widerstand – und einen Lernprozess. "Wir
haben gemerkt, ohne Bürgerbeteiligung geht’s nicht", sagt der ehemalige Schweizer Bundesrat Moritz Leuenberger. "Was wir tun, ist mühsam, aber Erfolg versprechend."

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