Energie: Solarförderung sinkt kaum

KommentarEnergie: Solarförderung sinkt kaum

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Blick auf das größte Photovoltaikdach Hessens bei der Solartechnikfirma SMA in Niestetal (Kreis Kassel) am Freitag (09.09.2005). Die als Hofüberspannung zwischen zwei Gebäuden errichtete Solaranlage kann 31 Vier-Personen-Haushalte das ganze Jahr über mit Strom versorgen. Die Anlage, die am Freitag offiziell in Betrieb genommen wird, soll zukünftig nicht nur Energie ins Stromnetz einspeisen, sondern auch als Testgenerator dienen. Das Dach besteht aus 523 Solarmodulen und zwölf Wechselrichtern. Foto: Uwe Zucchi dpa/lhe (c) dpa - Bildfunk

Die Koalition hat endlich einen Kompromiss zur Kürzung der Solarförderung gefunden. Die Branche warnt vor Pleiten und dem Verlust Tausender Arbeitsplätze. Doch in Wirklichkeit hat die Politik ihr ein riesiges Schlupfloch gelassen. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteurin Katharina Sekareva.

Nun ist es offiziell: Die Einspeisevergütung für Solaranlagen auf Dächern sinkt ab dem 1. Juli um 16 Prozent. Das heißt: Jeder, der sich nach dem Stichtag eine Anlage zulegt, erhält für jedes Kilowatt Sonnenstrom, das er ins Netz einspeist, ja nach Anlagengröße bis zu 33 Cent. Heute sind es noch rund 39 Cent.

Der Solarbranche, die noch am Montag gegen die Kürzungen demonstriert hat, gehen die Pläne viel zu weit. Bundesverband Solarwirtschaft sieht eine Insolvenzwelle kommen, zumal im Januar 2011 die nächste Kürzung ins Haus steht. Laut SPD könnten es noch mal bis zu 14 Prozent weniger werden. Damit würde die Förderung innerhalb von zwei Jahren um insgesamt 39 Prozent sinken.

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Doch die Kürzung ist für die Unternehmen weit weniger dramatisch, als es aussieht. Denn Umweltminister Norbert Röttgen hat der Branche ein Schlupfloch gelassen. Der CDU-Politiker will den Eigenverbrauch stärker fördern. Daher soll jeder Anlagenbetreiber ab Juli einen Vorteil von bis zu 41 Cent pro Kilowatt (kW) erhalten, wenn er seinen Sonnenstrom selbst verbraucht. Heute erhält er dafür rund 43 Cent.

Solaranlagen bleiben lukrativ

Die Förderung für den Selbstverbrauch sinkt also kaum, wie wiwo.de bereits berichtete. Ein Einfamilienhaus hat meistens eine 4-kW-Anlage auf dem Dach. In solchen Fällen kann die Familie bis zu 42 Prozent ihres Solarstroms selbst nutzen. Für sie sinkt die durchschnittliche Förderung nach Berechnungen des Solarmagazins Photon nur um 4,6 Prozent. Wenn die Anlagenbetreiber ihre Gewohnheiten geringfügig ändern und zum Beispiel die Waschmaschine und den Trockner dann anwerfen, wenn besonders viel Solarstrom zur Verfügung steht, können sie bis zu 70 Prozent selbst verbrauchen. Damit würden sie ihre durchschnittliche Förderung und ihre Rendite spürbar erhöhen.

Es kann zwar sein, dass der Gesetzgeber den Eigenverbrauch nur dann fördert, wenn der Anlagenbetreiber zusätzlich investiert, sich also beispielsweise einen speziellen Zähler zulegt. Das wäre aber finanziell zu verkraften - die Zähler können für zehn Euro pro Jahr gemietet werden. Der Hamburger Modulhersteller Conergy hat seine Chance bereits erkannt und will bei seinen Kunden solche Geräte installieren. Andere Unternehmen dürften folgen.

Allerdings scheint auch die Politik sich des Schlupflochs bewusst zu sein. Die Regierung will die Eigenverbrauchsregelung bis Ende 2011 befristen um dann die Auswirkungen zu überprüfen. Gut so, denn sonst könnte die Solarförderung weiter ausufern.

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