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Energie: Strom wird für viele unbezahlbar

Die Energiepreise steigen weiter. Der Paritätische Wohlfahrtsverband prognostiziert: Bis zu 700.000 Haushalte könnten bald ihre Stromrechnung nicht zahlen.

Angespannte Stromversorgung

Die Bundesregierung muss per Gesetz verhindern, dass im Laufe des Jahres alte Kraftwerke wie geplant abgeschaltet werden. „Stilllegungen weiterer konventioneller Kraftwerke sind derzeit in Deutschland nicht vertretbar“, warnt die Bundesnetzagentur.

Bild: dpa

In den Sommermonaten werden sich die Verbraucher auf steigende Strom- und Gaspreisen einstellen müssen. Insgesamt 64 Energieanbieter werden zum 1. Juni oder 1. Juli die Preise für Strom und Gas erhöhen, berichtet das Online-Portal "Preisvergleich.de". Damit hinterlässt die Energiewende einmal mehr ihre Spuren beim Geldbeutel der Bürger.

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Dass Strom teurer wird, damit rechnet auch das Bundeswirtschaftsministerium, das mit einem Anstieg des Preises von drei bis fünf Cent pro Kilowattstunde in den nächsten zwölf Monaten rechnet, wie „Der Spiegel“ schreibt. Eine dreiköpfige Familie könnte demnach für Energie künftig zwischen 105 und 175 Euro mehr im Jahr zahlen.

Mit Blick auf diese drohende Preisspirale hat der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) dem Nachrichtenmagazin gesagt, dass er die Ausbauziele der erneuerbaren Energie nochmal überprüfen wolle. Gleichzeitig kündigte er an, auf die Wirtschaft zuzugehen. „Sie wird nur in den Umbau investieren, wenn sie unsere Ziele und Prognosen für realistisch hält.“

Altmaier kündigte zudem an, er werde „über die besondere Situation bei einkommensschwachen Haushalten“ mit den Wohlfahrtsverbänden reden. „Die Belastungen beim Strompreis müssen erträglich bleiben“. Und: „Strom darf nicht zum Luxusgut werden. Der Staat ist da gefordert, Hilfen anzubieten“.

Weitere Erhöhungen sind nicht ausgeschlossen

Die erhöhten Preise drohen schon jetzt vor allem die sozialschwachen Familien vom Strom abzuklemmen, weil sie ihre Kosten nicht mehr tragen können. Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht davon aus, dass die Zahl der davon betroffenen Haushalte bei 600.000 liegt, konservativ geschätzt. Im schlimmsten Fall drohten in den kommenden Monaten bis zu 700.000 Haushalte ohne Strom da zustehen. „Gerade bei einkommensschwachen Haushalten bestehen keine finanziellen Reserven zur Anschaffung energiesparender Verbrauchsgeräte“, sagte eine Sprecherin des Paritätischen Wohlfahrsverbands der WirtschaftsWoche Online.

Auch der Koalitionspartner FDP hat sich besorgt über Entwicklung des Strompreises geäußert. Der Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler plant demnach ein neues Finanzierungsmodell für Ökostrom. Die Stromversorger sollen mit einer Quote angeregt werden, einen vorgeschriebenen Anteil an Ökostrom herzustellen. Welche Technik sie dabei verwenden würden, bleibt ihnen überlassen.

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"Die geplante Kürzung bei den Photovoltaik-Subventionen ist nur ein erster Schritt“, sagte Rösler. Allerdings muss dieser Schritt erst noch gelingen. Ein Kürzungsvorhaben ist bereits im Bundesrat von den Bundesländern gestoppt worden.

Nach Meinung vieler sind die hochsubventionierten Photovoltaik-Anlagen dafür verantwortlich, dass die Strompreise nach oben gehen. Die Erhöhung der EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energie werden die Stromanbieter nun an die Verbraucher weitergegeben. Weitere Preiserhöhungen sind also nicht ausgeschlossen.

Mit Material von dpa

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.06.2012, 10:11 Uhrmathias

    "EEG" Umlage für Förderung erneuerbarer Energie bezahlt der Verbraucher.

    UMWELTBEZOGENE STEUERN = KFZ-STEUER und SPRITSTEUER

    Diese Steuereinnahmen haben klaren Verwendungszweck:
    Förderung umweltfreundlicher - erneuerbarer Energie!

    BITTE KEIN DUMMES ZEUG HIER VERBREITEN, SONDERN KLARE ANGABEN

    WER - WAS VON WELCHEM GELD BEZAHLT!!!!
    UND WELCHE KOSTEN LETZTLICH DER ANBIETR UMLEGEN DARF ????

  • 04.06.2012, 20:58 UhrWahrheit29

    Merkel und Co sprachen von einigen Cent Erhöhung für Energiewende. Wie immer hat die Koalition das komplett falsch eingeschätzt und die Sache in den Sand gesetzt. Bin mal gespannt wie sie das Problem lösen wird? Mein Vorschlag wäre ein Rücktritt und Neuwahlen um Deutschland vor weiterem Schaden zu schützen.

  • 04.06.2012, 14:26 UhrMr.X

    Die gesamte Politik ist unerträglich undmacht mir Angst.
    Die ganze Politik, aber auch die Wirtschaft steuert unvermindert (Hand in Hand) und gezielt auf einen "Gesamtcrash" mit bewusst kalkulierten Folgen: eine Reduzierung der Eurobevölkerung um ca. 50.000.000...

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