Bild: dpaAngespannte Stromversorgung
Die Bundesregierung muss per Gesetz verhindern, dass im Laufe des Jahres alte Kraftwerke wie geplant abgeschaltet werden. „Stilllegungen weiterer konventioneller Kraftwerke sind derzeit in Deutschland nicht vertretbar“, warnt die Bundesnetzagentur.
Bild: dpaUnkontrollierter Windstrom
An stürmischen Tagen produzieren die Propeller an Land und auf See so viel Strom, dass die Einspeisung das Netz zusammenbrechen lassen würde. Die Netzbetreiber müssen deshalb gesetzlich ermächtigt werden, in dieser Situation Windkraftanlagen abklemmen zu dürfen.
Bild: dapdStress im Netz
Das Stromnetz muss schnellstens ausgebaut werden. Der Wegfall von acht Atommeilern sowie der Transport von mehr Windstrom zwangen die Netzbetreiber im vergangenen Winter, an neuralgischen Punkten bis zu 300 Mal häufiger rettend einzugreifen als im Winter zuvor.
Bild: dpaVorrang für Gaskraftwerke
Die Lieferprobleme von Gazprom im Februar offenbarten: Manche Gaskraftwerke erlauben ihren Lieferanten, die Gaszufuhr zu drosseln. Weil Gaskraftwerke nötig sind, um bei ausbleibendem Wind einzuspringen, müssen Lieferanten zu Garantien verdonnert werden.
Bild: dpaLücken bei Gas-Pipelines
Der Transport von Gas aus Norddeutschland zu Kraftwerken im Süden der Republik ist nicht ausreichend gewährleistet. Die Netzgesellschaften müssen dringend dazu gebracht werden, die Versorgung durch zusätzliche Leitungen sicherzustellen.
Bild: dpaNeue Kraftwerke
Wäre in brenzligen Situationen in diesem Winter auch nur ein einziges Kraftwerk ausgefallen, wäre die Stromversorgung mancherorts zusammengebrochen. Die Bundesnetzagentur sieht deshalb einen „dringenden Zubaubedarf“ bei traditionellen Kraftwerken.
Bild: REUTERSAbstriche am Klimaschutz
Die Energiewende stottert so sehr, dass die Bundesnetzagentur rät, die zuständigen Behörden sollten den alten Stinkern unter den Kraftwerken, die man stillgelegen müsste, eine Ausnahmegenehmigung zum Weiterbetrieb erteilen.
Bild: REUTERSEinziger Trost
Atomausstieg und Ökostrom hatten laut Bundesnetzagentur bisher „in keinem Fall einen erkennbaren Zusammenhang“ zu Stromausfällen, „auch wenn dies seitens einzelner Unternehmen anders wahrgenommen werden mag“.
Angespannte Stromversorgung
Die Bundesregierung muss per Gesetz verhindern, dass im Laufe des Jahres alte Kraftwerke wie geplant abgeschaltet werden. „Stilllegungen weiterer konventioneller Kraftwerke sind derzeit in Deutschland nicht vertretbar“, warnt die Bundesnetzagentur.
In den Sommermonaten werden sich die Verbraucher auf steigende Strom- und Gaspreisen einstellen müssen. Insgesamt 64 Energieanbieter werden zum 1. Juni oder 1. Juli die Preise für Strom und Gas erhöhen, berichtet das Online-Portal "Preisvergleich.de". Damit hinterlässt die Energiewende einmal mehr ihre Spuren beim Geldbeutel der Bürger.
Dass Strom teurer wird, damit rechnet auch das Bundeswirtschaftsministerium, das mit einem Anstieg des Preises von drei bis fünf Cent pro Kilowattstunde in den nächsten zwölf Monaten rechnet, wie „Der Spiegel“ schreibt. Eine dreiköpfige Familie könnte demnach für Energie künftig zwischen 105 und 175 Euro mehr im Jahr zahlen.
Mit Blick auf diese drohende Preisspirale hat der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) dem Nachrichtenmagazin gesagt, dass er die Ausbauziele der erneuerbaren Energie nochmal überprüfen wolle. Gleichzeitig kündigte er an, auf die Wirtschaft zuzugehen. „Sie wird nur in den Umbau investieren, wenn sie unsere Ziele und Prognosen für realistisch hält.“
Altmaier kündigte zudem an, er werde „über die besondere Situation bei einkommensschwachen Haushalten“ mit den Wohlfahrtsverbänden reden. „Die Belastungen beim Strompreis müssen erträglich bleiben“. Und: „Strom darf nicht zum Luxusgut werden. Der Staat ist da gefordert, Hilfen anzubieten“.
Weitere Erhöhungen sind nicht ausgeschlossen
Die erhöhten Preise drohen schon jetzt vor allem die sozialschwachen Familien vom Strom abzuklemmen, weil sie ihre Kosten nicht mehr tragen können. Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht davon aus, dass die Zahl der davon betroffenen Haushalte bei 600.000 liegt, konservativ geschätzt. Im schlimmsten Fall drohten in den kommenden Monaten bis zu 700.000 Haushalte ohne Strom da zustehen. „Gerade bei einkommensschwachen Haushalten bestehen keine finanziellen Reserven zur Anschaffung energiesparender Verbrauchsgeräte“, sagte eine Sprecherin des Paritätischen Wohlfahrsverbands der WirtschaftsWoche Online.
Auch der Koalitionspartner FDP hat sich besorgt über Entwicklung des Strompreises geäußert. Der Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler plant demnach ein neues Finanzierungsmodell für Ökostrom. Die Stromversorger sollen mit einer Quote angeregt werden, einen vorgeschriebenen Anteil an Ökostrom herzustellen. Welche Technik sie dabei verwenden würden, bleibt ihnen überlassen.
"Die geplante Kürzung bei den Photovoltaik-Subventionen ist nur ein erster Schritt“, sagte Rösler. Allerdings muss dieser Schritt erst noch gelingen. Ein Kürzungsvorhaben ist bereits im Bundesrat von den Bundesländern gestoppt worden.
Nach Meinung vieler sind die hochsubventionierten Photovoltaik-Anlagen dafür verantwortlich, dass die Strompreise nach oben gehen. Die Erhöhung der EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energie werden die Stromanbieter nun an die Verbraucher weitergegeben. Weitere Preiserhöhungen sind also nicht ausgeschlossen.
Mit Material von dpa
















