Energie: Urlaubsgrüße der Atomlobby aus Finnland

Energie: Urlaubsgrüße der Atomlobby aus Finnland

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Postkarte des deutschen Atomforums, Vorderseite: Lobbyarbeit für eine pragmatische Energiepolitik

Das Deutsche Atomforum hat sich nach der Kampagne für „Deutschlands ungeliebte Klimaschützer“ eine neue Aktion pro Atomkraft ausgedacht.

Abgeordneten aller Parteien und Parlamente bekommen in diesen Tagen Post aus Finnland. Die Botschaft: Von den Finnen können wir vieles lernen – etwa eine pragmatische Energiepolitik.

Eine einsame Hütte, Liegestühle am See, ein Bär im Wald und, mitten in dieser schönen Natur – ein Atomkraftwerk. Die Postkarte fällt auf – und erfüllt damit ihren Zweck. Denn diese „Urlaubsgrüße“ aus Finnland, vom Deutschen Atomforum an alle deutschen Bundes-, Landtags- und Europa-Abgeordneten verschickt, sollen die Debatte um die hierzulande ungeliebte Atomkraft neu entfachen. Die Botschaft: Von Finnland können wir vieles lernen – nicht nur im Bildungsbereich.

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Postkarte des deutschen Atomforums, Rückseite

Postkarte des deutschen Atomforums, Rückseite

Denn die Finnen schneiden nicht nur beim Pisa-Test ausgezeichnet ab. „In Finnland kann man sehen, wie wichtig eine offene und ideologiefreie Debatte für eine zukunftsgerichtete Energiepolitik ist“, heißt es auf der Postkarte. Den Finnen sei gelungen, was Deutschland dringend anzuraten wäre – eine nüchterne, rationale Abwägung zwischen Vor- und Nachteilen der Kernenergienutzung.

Tatsache ist: Mit seinen stromintensiven Industrien sowie seinem kalten Klima und den großen Entfernungen in dem dünn besiedelten Land hat Finnland einen überdurchschnittlich hohen Pro-Kopf-Energieverbrauch. Gleichzeitig hat sich das skandinavische Land als Unterzeichner des Kyoto-Protokolls zur deutlichen Reduzierung seiner Treibhausgasemissionen verpflichtet. Dem Ausbau der erneuerbaren Energien sind dabei in Finnland natürliche Grenzen gesetzt.

Bereits 2002 Atom-Ausbau beschlossen

Das Ergebnis der intensiven Debatte: Finnland hat bereits 2002 als erstes westliches Land den Ausbau der Kernkraft beschlossen. Spätestens 2011 soll das neue Kernkraftwerk Olkiliuoto 3 ans Netz gehen. Der moderne Druckwasserreaktor liegt auf der Insel Olkiluoto inmitten von Wasser und Wäldern, gebaut wird er von einem Konsortium unter der Federführung der deutschen Siemens AG und des französischen Nuklearkonzerns Areva.

Finnlands Gesellschaft gilt heute als besonders aufgeschlossen gegenüber der Kernkraft. Doch das war nicht immer so. Noch vor Jahren waren die Kernkraft-Gegner in der Mehrheit. Doch drastisch gestiegene Strompreise und eine zunehmende Abhängigkeit von Gas- und Stromimporten aus dem Nachbarland Russland führten zu einem Meinungswandel. Inzwischen wird bereits der Bau eines sechsten Reaktors diskutiert, rund 60 Prozent der Finnen befürworten das Vorhaben.

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