Energiebranche: Große Umbrüche ante portas

Energiebranche: Große Umbrüche ante portas

von Andreas Wildhagen

Das Energiejahr 2012 wird vor allem dramatische Kämpfe um Karrieren und Jobs bescheren. Eine Vorschau.

2010 war das Jahr des Zenits für die Energiewirtschaft. Die Stromversorger machten so viel Druck auf die Politik, dass die Laufzeiten der 17 Atomkraftwerksblöcke in Deutschland bis weit in die dreißiger Jahre hinein verlängert wurden. Besser konnte es nicht laufen, so schien es.

2011 kam dann das Jahr der Energiewende, des Märzunfalls von Fukushima und des fast schon dramatischen Richtungswechsel innerhalb der Bundesregierung: Mit Atomkraftwerken und Laufzeitverlängerungen ließen sich keine Wahlstimmen fangen, so die bittere Erkenntnisse.

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Also wurde angesichts der schlimmen Bilder aus Japan das Paket der Laufzeitverlängerung wieder aufgedröselt und das Ende des Atomzeitalters bis spätestens 2022 verkündet. Acht Kernkraftwerke wurden sofort abgeschaltet.

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Das neue Zeitalter der Energiewende ließ bisher noch auf sich warten. Wird sich daran im neuen Jahr etwas ändern?

Alles beim Alten

Und 2012? Was erwartet die Energiebranche im Jahr danach, im Jahr zwei der Energiewende, die sich bisher in den Entscheidungen der Energiekonzerne noch nicht ausgewirkt hat? Dringend notwendige Investitionen für Netze wurden bisher nicht vorbereitet, Gaskraftwerke als Ersatz für Atommeiler wurden nicht angeschoben, abgesehen von einer Ausnahme in Düsseldorf.

Verhandlungen mit dem russischen Gasmonopolisten Gazprom, die billigere Bezugspreise zu Ziel hatten, sind noch nicht voran gekommen, wie das Beispiel der baden-württembergischen EnBW zeigt. Zwischen RWE und Gazprom wurden die Verhandlungen ganz abgebrochen. Es gab nicht einmal einen Schimmer eines Kompromisses, berichten Gazprom-Manager.

2012 – ein weiteres Jahr der Lähmung? Wohl kaum. Denn es werden vor allem einige Spitzenpositionen frei, in die neue Manager drängen. Diese werden dann, frei von Scheuklappen, so jedenfalls die Hoffnung, in das neue Zeitalter der Energiewende in Deutschland hineinstarten.

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