Energieeinsparverordnung: Schärfe Regeln für den Bau neuer Wohnungen

05. Februar 2013, aktualisiert 05. Februar 2013, 15:42 Uhr
Dachdecker auf einer Baustelle. Quelle: SAP/dpaBild vergrößern
Dachdecker auf einer Baustelle. Quelle: SAP/dpa
von Daniel Delhaes Quelle: Handelsblatt Online

Für den Bau neuer Häuser sollen ab dem nächsten Jahr schärfere Regeln gelten. Diese betreffen den Energiebedarf und die Dämmung von Gebäuden. Die Wohnungswirtschaft rechnet mit Mehrkosten von fünf und mehr Prozent.

BerlinDas Bundeskabinett will am Mittwoch eine neue Energieeinsparverordnung beschließen. Das Regelwerk sieht verschärfte Vorgaben für den Bau neuer Häuser ab 2014 vor. Danach muss der Primärenergiebedarf bei einem Neubau 2014 sowie 2016 um jeweils 12,5 Prozent im Vergleich zu heute sinken. Auch die Gebäudedämmung muss um jeweils zehn Prozent verbessert werden. Besitzer bestehender Häuser müssen nicht mit verschärften Anforderungen rechnen, weil dies wirtschaftlich nicht vertretbar sei, hieß es innerhalb der Bundesregierung.

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„Ich stehe für eine Energiewende mit Augenmaß – mit praxistauglichen und wirtschaftlich sinnvollen Einsparvorschriften“, sagte Bundesbauminister Peter Ramsauer dem Handelsblatt. Er habe sich dafür eingesetzt, dass im Gebäudebestand kein „Sanierungszwang“ entstehe. „Bei künftigen Neubauten sind maßvolle Änderungen vorgesehen“, sagte er. Das sorge für Planbarkeit für Investitionen. „Sinnvolle Sanierungen müssen sich lohnen – für die Eigentümer und die Mieter“, sagte der Minister. „Wohnen muss bezahlbar bleiben.“ 

Das Ministerium rechnet damit, dass „die Mehrkosten pro Wohngebäude von bis zu etwa 1,7 Prozent“ steigen werden. Die Wohnungswirtschaft rechnet mit fünf und mehr Prozent. „Die geplanten Verschärfungen für den Neubau werden eine weitere massive Bremse für den in Ballungsräumen dringend notwendigen Wohnungsbau sein“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen dem Handelsblatt. „Schon heute ist neuer Wohnraum für Menschen mit mittleren und niedrigeren Einkommen in den Ballungsgebieten Mangelware. 

Nach einer Umfrage des Verbands unter den Mitgliedsliegen die Kaltmieten im Neubau im Durchschnitt bei acht Euro. Im unteren Preissegment (Mietendurchschnitt 5,74 Euro) werde in Westdeutschland nur jede fünfte neue Wohnung und in den neuen Ländern praktisch nicht gebaut. „Neubau ist durch die Anforderungen an die Energieeffizienz, aber auch durch die Preise für den Baugrund und die Baukosten so teuer geworden, dass er sich in vielen Fällen nur noch im oberen Mietpreissegment rechnet“, warnte Gedaschko. 

Innerhalb der schwarz-gelben Koalition wird überlegt, wie der Bau neuer Häuser gerade in Ballungsgebieten gefördert werden kann, um dort weiter steigende Mieten zu verhindern. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen erarbeitet Bau-Staatssekretär Rainer Bomba derzeit ein Maßnahmenpaket. Dies könnte etwa eine degressive Abschreibung beinhalten oder Korrekturen beim Wohngeld. 

Maßnahmen würden den Bund allerdings viel Geld kosten. Das lehnt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bislang ab. Die Einsparverordnung soll im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes bis zum Sommer Bundestag und Bundesrat passieren. 

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